Re: So, nun aber/Vielen vielen Dank für deine Mühe
1. Wer ist der "Autor" des Films?
Wobei mir selbst unklar ist, wer bei einem Film als "Autor"
(also Schöpfer) zu nenne ist:
- Der Autor der literarischen Grundlage
- Der Texter des Drehbuchs
- Der Regisseur
Der Untergang der Titanic (1912),
Nosferatu (1922),
So, das mal als Bleispiel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu_–_Eine_Sympho...
Buchautor, verstorben 1912, keine Rechte mehr nach Deutschem
Recht (auch nicht bei den Erben):
http://de.wikipedia.org/wiki/Bram_Stoker
Der "Filmemacher", 1931 verstorben, die vererbten
Urheberrechte sind also 2001 ausgelaufen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Murnau
Wie gesagt, alles nach deutschem Urheberrecht.
Das Wort angemessen sagt viel darüber aus, das es meist
unangemessen ist, und als so ne Art "warmer Regen für die
bucklige Verwandschaft und deren Rechteverwalter" verstanden
wird, während viele Urheber damals leer ausgegangen sind.
Spielst du auf die Witwe Stolz an, die wg. der fetten
Tantiemen im Dings-Rat der GEMA noch ein starkes Gewicht
hat/hatte?
Noch eher meine ich damit Phil Collins, der z.B. "Pomps and Circumstances" wieder "dicht gemacht" hat, oder Sony Bono, der Disney`s Steamboat Willi als Politiker das Ding per Gesetz wieder "zugemacht hat" (zugegeben Phil Collins ist noch nicht ganz tot ;-).
Ich habe vor ein paar Tagen einen interessanten Fernsehbeitrag gesehen. Darin wurde ein kleines Mädchen gefrägt welche Märchen sie denn schön fände, worauf sie ua. antwortete: "Disney´s Schneewittchen und Disney´s Dschungelbuch"!
Muß man da noch viel zu sagen?
Geschützt werden durch diese Rechte meist nicht die Künstler sondern die Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie und deren Großkonzerne. Was ich über Disney gehört und gelesen habe, hat aber so gar nichts mit der niedlichen Welt von "Micky Maus & Co." zu tun- ich glaube mich zu erinnern, das Don Bluth im Zorn mit Disney schied.
Richard Strauss (einer meiner Lieblingskomponisten
http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Strauss) ist 1949
verstorben, damit sind noch bis 2019 Ansprüche aus vererbten
Urheberrechten (müsste ich in der Biographie nachlesen, ob es
Kinder gab) möglicherweise vorhanden.
Hierfür muß man meiner Kenntniss nach keine Tantiemen an die
Gema oder irgendwen anders abführen.
Ich hab Soundlibrary gemixt und geschnitten.
Hmm. Mache ich doch mal'n Bleispiel: Ich habe mal 1997 vom 1.
Satz Beethovens 5. Sinfonie eine Techno-Verarsche gemacht.
Alles mit dem Wissen "ist Es-Dur" und den beiden Themen
(Hauptfigur und Oboensolo) aus der Erinnerung. Also keine
Notenausgabe (für deren "Bearbeitung"/Verlag auch wieder
Bearbeiter-Urheberrechte entstehen), die Grundlage für mich
war => keinerlei Ansprüche Dritter
Wenn ich jetzt meine Studienpartitur von Strauss' opus 30
nutze, ... Hmm. Das ist jetzt weit hinter meinem
Wissenshorizont. Bei Popsmusik ist das so einfach.
Live nachspielen => wenn man nett ist, playlist
(Musikfolgen) an GEMA schicken, Veranstalter zahlt ja eh.
Cover-Version veröffentlichen => 10 % des VK an GEMA
zahlen, fertig.
Das klingt in der Tat einfach, bei mir soll die Musik aber nur der Benefit sein und wenn ich da bereits rein investiere, dann noch Arbeitsaufwand, Materialkosten, Technik und alles andere berücksichtige, dann lohnt sich das Ganze nicht mehr, weil die ganze Sache sowieso nicht Massenmarktkompatibel war sondern lediglich Nebenjobqualität hat. Mehr sollte es auch gar nicht werden, ein kleines Zubrot.
http://gema.de
Beim PPV (Presse-Projekt-Verlag) sind z.B. einige Büchers
erschienen, aber wie gesagt, mit den Rechte-Verflechtungen wg.
Notenausgaben wird es ein wenig kompliziert.
Ich habe selbst mal in ner Plattenfirma gearbeitet und kenne
die Gier mancher "Rechteinhaber", deswegen würde ich mich
zuallerletzt mit denen unterhalten wollen und im Vorfeld
klären ob sich die Mühe überhaupt lohnt.
Hmm. Liest man von Musikerseite anders. Aber ich kenne da nur
die Inäwius aus Flachblättern der Popularmusik.
Ich hatte zu Plattenfirmenzeiten ein paar Kontakte zu Machern von Populärmusik und das klang wenig bescheiden, es sei denn du warst (noch) ein Niemand, dann mußtest du den A+R´s in den A... kriechen, mein oberster Boß war auch so A... (Schadenfreude- die Firma gibt´s nicht mehr, weil er geizig und dumm wie Brot war. Dadurch hat er ein paar Talente ziehen lassen, die woanders groß raus gekommen sind).
Du kannst ja folgendes machen: Such mal nach den Bücher zum
Thema Urheberrecht und wenn was thematisch passend ist,
kontaktiere den Autor direkt, ob er dir was sagen kann oder
auf einen Fachanwalt verweisen kann.
Viel Erfolg
Stefan
Danke erst mal. ;-)
Ciao
Wolfgang