Frage nach dem Gewicht -- sittenwidrig?

Liebe Wissenden,

folgender Fall:

A will Tickets für einen Segeltörn erwerben. Es handelt sich um ein Schiff, auf das hunderte Leute passen. Bei der Online-Bestellung verlangt der Reiseveranstalter ohne Angabe von Gründen oder Anspruchsgrundlagen, dass A sein Gewicht benennt.

A fragt sich, ob er dies tatsächlich muss, ob eine Frage dergestalt nicht nach dem BGB (oder welchem Gesetz auch immer) gegen Treu und Glauben oder die guten Sitten, ein Diskriminierungsverbot etc. verstößt.

Danke für Euer Wissen!

Guten Abend,

A sollte sich weniger paranoid anstellen, denn diese Frage ist durchaus berechtigt und dient seiner eigenen Sicherheit: es geht nicht um Bösartigkeit, sondern um Schwimmwesten (das wüßte A, wenn er Segeln würde).

Schwimmwesten sind für bestimmte Gewichtsspannen (Kinderschwimmwesten, 50-70 kg, 70-90 kg, etc.) ausgelegt. Da wäre es denkbar blöd, wenn der Veranstalter bei einer verbindlichen Buchung nicht nach dem Gewicht fragen und für einen 120-Kilo-Mann im Falle eines Falles plötzlich nur noch eine auf 50-70 kg ausgelegte Schwimmweste an Bord hätte, gell?

Grüße
Renee

Nicht nur für Schwimmwesten ist das Gewicht wichtig. Auch bei größeren Passagierschiffen (und Segelschiffe sind da so ziemlich das empfindlichste, was es so auf dem Wasser gibt) muss exakt getrimmt werden. Und bei hundert Passagieren kann da bei Schätzwerten schnell mal eine Diskrepanz von mehreren Tonnen entstehen (man möchte es nicht glauben, aber das fällt sogar bei großen Kreuzfahrschiffen „ins Gewicht“, hat dort aber eine geringere Wirkung, vor allem hat man mehr Spielraum) und das in Verbindung mit dem richtigen Wetter führt dann geradewegs wieder zurück zu den Schwimmwesten, dann aber in der Form, dass sie benutzt werden müssen. :wink:

Gruß Andreas

Hallo Renee.
Gut hast du das gemacht.
Du Sprichts mir aus der Seele.

gruß
Mücke
vonne woterkant.

Hi Andreas,

soooooooooo sehr ins Detail wollte ich nun auch wieder nicht gehen, aber danke für deine Ergänzung… *schmunzel* Ich amüsiere mich immer wieder darüber, wo Menschen überall Rechtsverstösse, Diskriminierung & Co. sehen. Ist die Gesellschaft inzwischen wirklich so paranoid geworden? Eine rein rhetorische Frage übrigens - die MODs schmeißen uns hier mit der Begründung ‚off topic-Gequatsche‘ dreizehnkantig raus, wenn wir anfangen, die hier zu erörtern… :wink:

Ein schönes Wochenende wünscht
Renee

1 „Gefällt mir“

Das Risiko können wir doch mal eingehen :smile:

Mir fällt auf, dass bei dem von dir beschriebenen Bemühen, Rechtsverstöße zu finden, gern auf Termini zurückgegriffen wird, die es im Gesetz tatsächlich gibt, in diesem Fall

Treu und Glauben

sowie

Sittenwidrigkeit.

Nur welche Konsequenzen sollten sich aus solchen „Verstößen“ ergeben? Insbesondere bei der Sittenwidrigkeit leuchtet mir das nicht ein. Das Gesetz sagt, dass ein Rechtsgeschäft, welches gegen die guten Sitten verstößt, nichtig ist (§ 138 I BGB). Fein. Und ist eine Frage ein Rechtsgeschäft? Nee. Das muss der Fragesteller natürlich nicht wissen, aber es wirkt eben auch ein bisschen gekünstelt, wenn man unbedingt die Begriffe verwenden zu müssen meint, die man irgendwo aufgeschnappt hat; jedenfalls dann, wenn sie - wie hier - absolut unpassend sind.

Levay

aber fragen wird man schon noch mal dürfen, oder?

2 „Gefällt mir“

Hallo,

dazu mal anmerkt,das es bei Schwimmwesten oder korekkter
Rettungswesten lediglich um die Auftriebskraft geht und es von daher
nur 3 Klassen gibt
1.Auftriebskraft 100 N (geeignet für Binnengewässer)

2.Auftriebskraft 150 N (geeignet für Hochsee und normales „Ölzeug“)

3.Auftriebskraft 275 N (geeignet für Hochsee und schwere Wetterkleidung)

Und zu Segelschiffen…
Gut das Kolumbus sich auf die Schifssbauer verließ und nicht auf „Gewichtsangaben“ der Besatzung…:smile:)

Hallo,

dazu mal anmerkt,das es bei Schwimmwesten oder korekkter
Rettungswesten lediglich um die Auftriebskraft geht und es von daher
nur 3 Klassen gibt
1.Auftriebskraft 100 N (geeignet für Binnengewässer)

2.Auftriebskraft 150 N (geeignet für Hochsee und normales „Ölzeug“)

3.Auftriebskraft 275 N (geeignet für Hochsee und schwere Wetterkleidung)

2 „Gefällt mir“

Und zu Segelschiffen…
Gut das Kolumbus sich auf die Schifssbauer verließ und nicht
auf „Gewichtsangaben“ der Besatzung…:smile:)

Was nun Schiffsbauer mit der Trimmung des Schiffes vor und während der Fahrt zu tun haben solltest du dann aber vielleicht doch erklären. :wink:

‚Moral‘-Vorstellungen vor dem 19.Jahrhundert…
Hallo,

dazu möchte ich einmal an die „Moral“-Vorstellungen der Zeiten
vor dem 19.Jahrhundert erinnern…

Diese schieden explizit das „Verwiegen“ von weiblichen Reisenden auf den damals noch Segel-Geführten Schiffen aus.
Also war es Sache des Schiffskonstrukteurs (und nicht nur für die
weiblichen Passagiere) das Schiff so zu berechnen,das die „Menschliche
Ladung“ zu keinem Problem wurde…

Aber auch bei „Tierischer Last“ ging man von bestimmten Standard-Werten aus,um eben im „sicheren Bereich“ zu bleiben…

Die Schiffskonstrukteure des 17.Jahrhunderts haben weitaus bessere
Schiffe konstruiert als die des endenden 20.Jahrhunderts…

Die Schiffskonstrukteure des 17.Jahrhunderts haben weitaus
bessere
Schiffe konstruiert als die des endenden 20.Jahrhunderts…

Hallo,
woran machst du das fest? An der Anzahl der Toten je Personenkilometer (Kriegshandlungen ausgenommen)?
Oder ist ausschlaggebend, ob die Bau- und Betriebsstoffe biologisch abbaubar sind?
Grüße
Ulf

1 „Gefällt mir“

Manchmal finde ich dich komisch :smile:))

o.w.T.

Ich glaube, objektiv ist derjenige lustiger, der die Sache mit den besseren Schiffen behauptet, die vor Jahrhunderten gebaut wurden :smile:

Levay