gibt es irgendwelche Vorschriften oder Urteile zu der Frage, wie man sich zu verhalten hat, wenn man an einer rot zeigenden Ampel länger als üblich zu warten hat.
Darf man nach einer gewissen Zeit (wenn ja, nach welcher?) trotz Roltlichts in die Kreuzung einfahren?
Der konkrete Fall ist dieser: Bei einem Feuerwehreinsatz werden in unserer Stadt mehrere Ampeln so geschaltet, dass die Feuerwehr bei grün fahren kann. Dadurch hat der Querverkehr für etwa 10 Minuten Rot. In so einem Fall stand ich als erster vor der roten Ampel und wurde von den hinter mir wartenden Fahrzeugführern nach etwa fünf Minuten durch lautes Hupen zur Weiterfahrt gedrängt.
Da ich nicht weitergefahren bin, ist hinter mir einer ausgestiegen, und hat mir eine Anzeige wegen Nötigung angedroht, wenn ich nicht weiterfahre, da die Ampel offensichtlich gestört sei. Ich sagte ihm, dass sein Hupen Nötigung sei (stimmt doch, oder?) und dass ich bei Rot grundsätzlich nicht über eine Ampel fahre. Im nächsten Moment schaltete die Ampel auf Grün.
Wie hätte ich mich in der Situation korrekt verhalten müssen?
sehr wahrscheinlich hätte ich mich genau wie Du verhalten. Es gehört ansonsten zum Tagesgeschehen, daß irgendwelche Choleriker vor roten Ampeln herumhupen oder drängeln, weil man nicht bei grün in eine schon verstopfte Kreuzung fährt.
10 Minuten ist andererseits schon hart an der Schmerzgrenze. An z. B. längeren Baustellen mit ampelgesteuerter wechselweise einspuriger Verkehrsführung ist der Grund für die lange Rotphase erkennbar. Aber ohne erkennbaren Grund wäre es immerhin möglich, daß die Ampelsteuerung defekt ist. In diesem Fall kann niemand erwarten, daß man dort Wurzeln schlägt. Irgendwann hilft nur vorsichtiges und umsichtiges Hineintasten in die Kreuzung. Eine in jedem Fall verbindliche Zeit, ab wann man so verfahren kann, gibt es m. W. nicht.
prinzipiell soltest Du Dich nicht von solchen A…löchern nicht reizen lassen. Hättest ja aussteigen können, den Schlüssel abziehen und Ihm „erlauben“ können den Wagen weiterzufahren, oder anzubieten, er solle doch drumherumfahren. Leider ist man dann heutzutage nicht vor einer körperlichen Attacke mehr sicher.
Aber: Wir haben hier in der Stadt mit den Linienbussen die Möglichkeit die Ampelanlagen zu unseren Gunsten zu beeinflussen. D.h. daß die reguläre Rotphase bis zu 90 sec länger als die normale Rotphase sein kann. Im extremfall also 180-240 sec, was 4 Minuten entspricht. Daß da manchem dann der Geduldsfaden in der heutigen hektischen Zeit platzt, kann Ich mir gut vorstellen. Mich als Privatfahrer wurmt es dann auch, wenn Ich stehe und sehe auf einmal den Bus durchrollen und erst dann wird es grün. Manchmal kommen auch zwei oder drei Busse, dann dauerts eben.
Es muß also heutzutage nicht mal die Feurwehr sein, die die Ampeln beeinflusst. Nur eines finde ich komisch, daß das ganze 10 Minuten gedauert haben soll. Das wäre ja dann eine halbe Ewigkeit und eine total verstopfte Stadt…