Da kann doch irgendwas nicht
stimmen, wer hebt denn bitte Quittungen solange auf?
Das ist jetzt wirklich keine Rechtsfrage mehr.
Doch, ist es.
Nein, ist es nicht. Die Frage „Wer hebt denn bitte Quittungen so lange auf?“, ist keine Rechts-, sondern eine Tatsachenfrage.
Er beschreibt hier lediglich ein reales Szenario, das sich aus
deinen bisherigen Antworten ergibt, und das so ziemlich jedem
gesunden Menschenverstand ins Gesicht schlägt.
Deine Zweifel daran, dass meine Antworten mit dem gesunden Menschenverstand zu vereinbaren sind, kommen daher, dass du nur Ausschnitte betrachtest und bewertest.
Überleg doch mal, welch kriminellen Machenschaften man mit
einer derartigen Rechtsauffassung Tür und Tor öffnen würde.
Überleg du doch mal, welch kriminellen Machenschaften mit einer Rechtsgestaltung Tür und Tor öffnen würde, wenn der Gläubiger beweisen müsste, dass der Schuldner nicht bezahlt hat. Er müsste jede Möglichkeit einer Zahlung ausschließen, er müsste quasi über jede Sekunde seines Lebens Buch führen und beweisen (!), dass in dieser Sekunde keine Zahlung erfolgt ist, weder an ihn persönlich, noch auf sein Konto, noch sonstwie… Und da kommst du mir mit gesundem Menschenverstand?
Ich habe die Rechtslage beschrieben, wie sie *ist*. Und es funktioniert! Mag schon sein, dass in deinem Fall ordentlich was schief läuft. Aber ein System bzw. ein Recht, in dem das nicht passieren kann, wird es wohl nicht geben.
Ich selbst bezahle sehr viel online, und „so gut wie immer“
ist es so, dass durch einen Mausklick meinerseits der
Bezahlvorgang faktisch eingeleitet und bestätigt wird.
„so gut wie“ nur deshalb, weil „Bahn“.
Ich habe mal im Verkauf für Eintrittskarten gearbeitet. Dort konnte man nur telefonisch oder per Internet bestellen und nur per Kreditkarte oder Laschrift. Die Karten wurden nach der Bestellung sofort rausgeschickt. Was meinst du, wie viele Lastschriften dann geplatzt sind…? Siehe da: Der Kunde hat die Ware, die Firma kein Geld.
Nur weil du dir die Realität einfacher vorstellst, als sie ist, musst du nicht an der Vernunft des Rechts zweifeln.
Die Regel vor Gericht ist ganz einfach: Jeder beweist die ihm günstigen Tatsachen, also der Schuldner die Erfüllung. Wenn du das ungerecht findest, dann bin ich dankbar dafür, dass du hier nichts zu sagen hast. Wenn du es nämlich anders machen würdest, wären Rechts- und Wirtschaftsordnung in wenigen Wochen völlig zerstört.
Levay