Mal angenommen eine Person (User A) meldet sich in einem Autoforum im Internet an. Dort stellt A eine Suchanfrage für 4 Stahlfelgen seines Autos. Wenige Tage später meldet sich ein User B auf diese Suchanfrage und bekundet, dass er genau diese hat. User A meldet Interesse und fragt nach dessen Preisvorstellungen. Beide einigen sich auf einen Preis für die 4 Stahlfelgen, des weiteren soll sich User A von seinem Wohnort aus um den Versand der sperrigen Teile kümmern. Nachdem User A ein Transportunternehmen gefunden hat, wendet er sich nochmals an User B und schlägt diesem vor die erste Hälfte des Geldes vorab zu überweisen und nach Erhalt der Ware, die andere Hälfte zu zahlen. Diese Idee findet User B nicht so toll und bittet höflich vorab das gesamte Geld zu überweisen. User A geht darauf ein und überweist den kompletten Betrag für die 4 Stahlfelgen und den Versand an User B.
Mehrere Tage sind vergangen und User A wundert sich, ob das Geld angekommen ist und schickt eine e-mail an User B. User B bejaht den Empfang des Geldes und lässt wissen, dass er die Ware in den nächsten Tagen verschicken wird.
Nach ca. 5 bis 6 Tagen ist die Ware noch immer nicht bei User A eingetroffen, und er wendet sich erneut per e-mail an User B. Der sagt, dass er die Ware noch am selbigen Tage verschicken wird.
Nach einer guten Woche sind die Felgen immer noch nicht bei User A angekommen und mittlerweile ist er richtig verärgert über User B. Nach einer erneuten Anfrage bei User B, sagt dieser, dass er die Woche berufl. Unterwegs war und deshalb die Felgen nicht verschicken konnte, dies aber am morgigen Tag machen wolle.
Nach einer weiteren Woche ist die Ware immer noch nicht eingetroffen. User A schreibt eine e-mail an User B. In dieser droht er, wenn er innerhalb von 3 Tagen sein Geld oder die Stahlfelgen nicht haben sollte, wird er bei der Polizei eine Anzeige wegen Betruges gegen B stellen. Daraufhin meldet sich User B ganz lapidar, dass er wenig Zeit hatte in letzter Zeit und die Felgen in 3 Tagen verschicken wolle.
Die Frist verstreicht und User A bekommt auch auf Nachfrage keine Antwort mehr von User B.
Nach weiteren 2 Wochen beschließt User A seine Drohung wahr zu machen und stellt Anzeige wegen Betruges gegen B.
Nach ca. 6 Wochen bekommt User A einen Brief von der Polizei, in dem steht, dass dieser Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben wurde.
—Dann passiert lange nichts.—
Nach ca. 11 Monaten, nach dem User A und B den Kontakt im Autoforum bzgl. Stahlfelgen zum ersten Mal hatten, meldet sich User B überraschend bei User A per e-mail.
User B schreibt in der e-mail, dass er lange kein Internet gehabt habe, sich zur Zeit im Auslandsstudium befindet, die Stahlfelgen an jemand anderes verkauft hat und er wegen User A lästige Post von Polizei und Staatsanwaltschaft bekommen hat.
Desweiteren Schlägt User B vor, er überweist das Geld zurück an User A und im Gegenzug dafür solle User A die Anzeige zurück ziehen.
Wie soll sich User A jetzt verhalten? Das Angebot von User B annehmen oder solle dabei bleiben den Rechtsweg zu gehen? Oder was wäre, wenn User A taktisch auf das Angebot eingeht, sein Geld bekommt, aber die Anzeige nicht zurück zieht?
Sag mir mal bitte, wo B (wohlgemerkt: B) einen Vermögensschaden i.S.d. § 263 StGB haben soll!