Sind Pyramidenspiele generell verboten?

Hallo,

Ich erinnere mich da an ein Pyramidenspiel, dass ein Mathematiker theoretisch aufgestellt hat (als Spiel). Dabei geht es um Vorhersagen bei Aktienkursen. Das Spiel hat nichts mit dem Schneeballsystem zu tun.

M.E. ging es so.
Man besorgt sich 16.000 Adressen und schreibt diese an. 8000 sagt man einen Anstieg der Börse voraus, den anderen 8000 einen Rückgang. Es werden die 8000 angeschrieben, bei denen man mit der Prognose richtig lag, 4000 prognostiziert man einen Anstieg, den anderen 4000 einen Rückgang.

Es werden also immer die angeschrieben, bei denen man richtig lag. Bleiben 500 übrig, bietet man diesen für 200 EUR wieder einen Tipp an, 250 einen Anstieg, 250 einen Abfall.

5 Mal liegt man richtig und das alles kostenlos. Erst beim 6. Mal gibt man den Tipp gegen Geld raus.

250 werden sich freuen, einen guten Tipp bekommen zu haben.
Man wird als Guru gefeiert, der die Börsenrichtung sehr gut vorhersagen kann.
Man verdient dabei Geld.

Wäre dieses Spiel illegal (hierzulande)?
Wurde das schon mal ausprobiert (irgendwo)?

Jein
Zur Recherche: Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 16 Abs. 2

Gruß

Stefan

Hallo,

Wäre dieses Spiel illegal (hierzulande)?
Wurde das schon mal ausprobiert (irgendwo)?

Man hat den Eindruck, dass manche Analysten und Anlageberater das tatsächlich gerade ausprobieren. :wink: Das kann aber nur solange klappen, wie die einen nichts von den anderen wissen. Und wenn einer zu sehr gefeiert wird, gibts ja noch die Presse.

Wenn diese „Finanzberatung“ ans Licht kommt, ist aber wohl sehr schnell der Tatbestand des Betruuges erfüllt, wenn man sich nicht mit „individuell zugeschnittene Anlageformen“ herausreden kann.

Gruß
Torsten

Hallo,

das tatsächlich gerade ausprobieren. :wink: Das kann aber nur
solange klappen, wie die einen nichts von den anderen wissen.

Eben. Man würde sich an der Gier bereichern, denn wer 5x recht hat, wird auch 6x recht haben und bei 250 Leuten hat man auch recht.

Und wenn einer zu sehr gefeiert wird, gibts ja noch die
Presse.

-)

Wenn diese „Finanzberatung“ ans Licht kommt, ist aber wohl
sehr schnell der Tatbestand des Betruuges erfüllt, wenn man
sich nicht mit „individuell zugeschnittene Anlageformen“
herausreden kann.

Das ist die Frage. Man betrügt ja nicht. So wie manche Astrologen befragen, kann man eben Börsenkurse im Kaffeesatz oder Hundekot gelesen haben. Man fordert ja nicht zum Kauf auf, sondern gibt lediglich eine weitere Empfehlung, die man sich natürlich bezahlen lässt…