Was dürfen Ärzte aus medizinischer Sicht alles?

Guten Tag,

in meinem Bekanntenkreis gibt es eine Familie, welche mich um Hilfe bat. Leider bin ich nicht in der Lage, da ich die rechtliche/medizinische Seite nicht gut genug dafür kenne.
Deswegen frage ich euch, vielleicht hat ja jemand einen Denkanstoss, oder Informationen welche ich weiterleiten kann.

Es handelt sich um ein Ehepaar, welches ein 10jähriges krankes Kind hat. Die Ehe ist harmonisch, sie verstehen sich gut und das Kind fühlt sich auch wohl -was familiäre Seite angeht-.
Nun ist es aber so, dass immer wieder Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Verstopfung auftraten, welche z.T. so heftig waren, dass durch den Hausarzt Krankmeldungen für die Schule ausgeschrieben wurden.
Das Kind geht mit Bauchweh in die Schule und kehrt mit Bauchweh nach Hause zurück. Die Klasse akzeptiert das Kind weitgehend, jedoch ist dieses doch mehr Aussenseiter/in als richtig integriert. Seit 2 Jahren ist die Klasse so zusammen, wie es auch aktuell der Fall ist.
Die Eltern haben sich Sorgen um das Wohl des Kindes gemacht und haben mit der Schule gesprochen. Verbesserungen sind eingetreten, hinsichtlich des Verhaltens der Lehrkraft, jedoch für das Gespür der Eltern noch zu wenig.
Als alles nichts half und Fieber zum Beschwerdebild dazu kam, wurde das Kind stationär ins Krankenhaus eingewiesen. Dort wurden 2 Allergien und 1 Unverträglichkeit diagnostiziert. Diese spricht zwar als Auslöser für Verstopfung und damit auch Bauchweh. Jedoch wurde dies „beseitigt“ und trotzdem sind die Bauchschmerzen nach wie vor da.
Deswegen wurde das Kind nun auf eine psychosomatische/normale Krankenstation verlegt bzw. aufgenommen. Dies gegen den Willen des Kindes. Dieses Krankenhaus unterstellt der Mutter das Münchhausen-Syndrom, was durch andere Ärzte widerlegt wurde. Jedoch sitzt die Ärzteschaft dieser Klinik auf dieser Behauptung wie die Henne auf dem Ei.
Seit das Kind dort ist, ist es den Eltern untersagt das Kind zu sehen wann sie wollen, sie dürfen 1x am Tag für 5 Minuten mit dem Kind telefonieren und nur 1x die Woche für eine Stunde auf der Station besuchen.

Persönlich schüttel ich über diese Vorgehensweise der Ärzteschaft da nur den Kopf. Doch das hilft den verzweifeltem Ehepaar auch nicht weiter. Denn sie wollen verständlicherweise ihr Kind wenigstens besuchen können, wann sie möchten. Deswegen haben sie es ja in eine Klinik gegeben, damit es gründlich untersucht werden kann. Die Bereitschaft einer Therapie ist auch gegeben.
Selbst andere wichtige Termine werden von dieser Ärtzeschaft verneint, Besuche vom Kind bei sich zuhause werden nicht zugelassen und die Eltern werden kaum in die Behandlung/Beobachtung mit einbezogen.

Darum an euch die Frage, ist das rechtens was die Eltern sich anhören müssen?
Dürfen Ärzte das eigene Kind vor den Eltern abschotten, obwohl keine Misshandlungen bekannt sind; oder in der Vergangenheit geschehen sind?
Was kann ich den Eltern raten, wie sie sich verhalten sollen?

Kann mir jemand einen Rat geben, was ich den Eltern als Anregung mit auf den Weg geben kann?

Vielen Dank

Guten Tag,

ich würde mich in dieser Situation an das Jugendamt wenden, denn soweit ich es deinem Artikel entnehmen konnte, haben die Eltern das Kind freiwillig in die Behandlung der Klinik gegeben. Leider schreibst du nicht, ob seitens des Krankenhauses das Jugendamt eingeschaltet wurde, was ja verständlich wäre, wenn eine Misshandlung vorliegen würde. Daher würde ich über das Jugendamt versuchen, das Recht auf die Aufenthaltsbestimmung als Eltern durchzusetzen. Auch ist es immer möglich, sich eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Dabei ist natürlich immer zu bedenken, wie sich das Kind in dieser Situation fühlt.

Ich hoffe, dass ich dir einen kleinen Denkanstoß damit geben konnte.

Viele Grüße

Hallo Safrei,

die Eltern haben das Jugendamt darüber informiert, nachdem sie erfahren haben, dass die Besuchszeiten rigeros eingeschränkt wurden. Das Jugendamt hält sich leider sehr bedeckt und gibt keine Auskunft zum Sachverhalt. :frowning:
Eine zweite Meinung einholen, habe ich den Eltern auch angeraten. Sie haben einen Termin bei einem anderen Arzt. Allerdings will diese Klinik das Kind nicht zu diesem Termin gehen lassen. Stattdessen wird von Terminverschiebung gesprochen, was aber für die Eltern nicht in Betracht kommt. Daraufhin kam von dieser Klinik eine Drohung, wenn sie das Kind entgegen ärztlichen Entschlusses aus dem Krankenhaus nehmen, wird eine Gefährdungsmitteilung ans Jugendamt gesandt. Mit der Begründung, dass die Eltern gegen das Kindeswohl agieren, da sie ihm die nötigen medizinischen Belange nicht zukommen lassen.

Abgesehen davon, dass die Ärzte das Kind als Beobachtung aufgenommen haben, die Eltern freiwillig das Kind in die Klinik gaben, im Vertrauen darauf, dass ihrem Kind geholfen wird.

Wäre ein Gang zum Rechtsanwalt ratsam in dieser Situation?

Ich würde mir einen Termin beim KH-Leider geben lassen und ihm die Situation schildern und sagen, dass wenn ich mein Kind nicht ab sofort unbeschränkt sehen dürfe, ich rechtliche Schritte einleiten werde und ggf. die Öffentlichkeit (Presse) informieren werde wg. Verdacht auf Kindesentzug. Das alles natürlich nur, wenn tatsächlich feststeht, dass die Vorwürfe unhaltbar sind.

Ach ja, das gleiche würde ich übrigens mit dem jugenamt machen: Leiter sprechen, Konsequenzen androhen

Manch Münchhausen-Fall wurde erst spät und nur durch versteckte Kameras entdeckt.

Vielleicht hilft es, wenn die Mutter sich ein psychologisches Gutachten ausstellen lässt, dass sie gesund ist und kein Münchhausenproblem hat.

Ansonsten hat das KH m.W. keine rechtliche Handhabe das Kind vorzuenthalten, sofern vom Jugenamt nichts vorliegt. Ich würde hingehen, mein Kind nehmen und das KH verlassen.

Bis auf die Fiebersymptomatik kann es aber alles auf Psychosomatik hindeuten. Bei Fieber bin ich mir nicht sicher.

Habe in eigenerm Umkreis erlebt, wie Kinder, die gemobbt werden aber nichts davon zuhause erzählen, krank werden. Und dass, obwohl zuhause durchaus Verständnis, Liebe und Zeit vorhanden ist. Da half dann z.B. ein Buch über Schulmobbing lesen - mit dem Kind - irgendwann kamen Kommentare wie „kenne ich“ oder so in der Richtung.

Alles Gute.

Schlechte Prognose - für die Eltern
Hallo Unkama

Seit das Kind dort ist, ist es den Eltern untersagt das Kind
zu sehen wann sie wollen, sie dürfen 1x am Tag für 5 Minuten
mit dem Kind telefonieren und nur 1x die Woche für eine Stunde
auf der Station besuchen.

Klingt auf den ersten Blick unglaubhaft.

Selbst andere wichtige Termine werden von dieser Ärtzeschaft
verneint, Besuche vom Kind bei sich zuhause werden nicht
zugelassen und die Eltern werden kaum in die
Behandlung/Beobachtung mit einbezogen.

Klingt alles so nach Dr.Frankenstein-Filmen u.ä.
Entweder nerven die Eltern dort die Ärzteschaft unendlich, so dass sie um gewisse Disziplin baten, um arbeiten zu können, aber an Kindesentzug glabe ich nicht. Selbst auf psychiatrischen Stationen darf niemand länger als 24 Stunden gegen seinen Willen festgehalten werden. Auf psychosomatischen Stationen erst recht nicht.

Darum an euch die Frage, ist das rechtens was die Eltern sich
anhören müssen?

Nein, aber es klingt auch nicht glaubhaft.

Dürfen Ärzte das eigene Kind vor den Eltern abschotten, obwohl
keine Misshandlungen bekannt sind; oder in der Vergangenheit
geschehen sind?

Nein.

Was kann ich den Eltern raten, wie sie sich verhalten sollen?

Man bekommt irgendwie den Eindruck, die Eltern seinen total neurotisch und nicht in der Lage, rational zu handeln.

Kann mir jemand einen Rat geben, was ich den Eltern als
Anregung mit auf den Weg geben kann?

Ich fürchte, die brauchen eine Art Führung, weil sie nicht ganz gesund oder nicht ganz erwachsen sind. Wenn die nichtmal ihre normalen Interessen soweit durchsetzen können, sehe ich schwarz.
Gruß,
Branden

Hi, ich würde einen erfahrenen Fachanwalt einschalten u. das Kind aus der Klinik nehmen.
Es ist unglaublich, was in der Hinsicht in unserem angeblichen Rechtsstaat u. angeblich zum Wohl d. Kindes passiert!
Habe mal kurz danach gegoogelt u. gefunden, dass ähnliche, noch schlimmere Fälle 3x allein im Raum Nürnberg dokumentiert sind.
MfG ramses90.

Hallo Unkama

Seit das Kind dort ist, ist es den Eltern untersagt das Kind
zu sehen wann sie wollen, sie dürfen 1x am Tag für 5 Minuten
mit dem Kind telefonieren und nur 1x die Woche für eine Stunde
auf der Station besuchen.

Klingt auf den ersten Blick unglaubhaft.