Antwort von
nach einem Tag
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Re: Hypochonder?
Hallo Eddie,
ich kann mich zwar des Eindrucks nicht erwehren, daß wir hier
wieder einmal kräftig auf den Arm genommen werden, aber gut:
Du sollst Deine Antwort haben.
ich will hier keinesfalls jemanden auf den arm nehmen!
also, am freitag war ich bei einem kinderarzt wegen starken
schluckbeschwerden. dieser schaute mir in den rachen und
machte einen "schnelltest auf angina" der negativ ausfiel.
Beim Kinderarzt? Wie alt bist Du denn (Angina ist bei
Erwachsenen nämlich relativ selten)? Die Schnelltests werden
ich bin 16! und als "schnelltest" meine ich das er einen abstrich von meinem rachen machte und es das in etwas reinsteckte!keine ahnung in was! dann 10 min warten und fertig ist das ergebnis!
übrigens nicht auf Angina sondern auf A-Streptokokken
durchgeführt, können also gar nicht positiv ausfallen, wenn
die Verursacher andere Bakterien oder gar Viren sind. Deswegen
ist es sinnvoll, zusätzlich eine Kultur anzulegen. Falls es
eine virale Infektion ist, schlägt natürlich ein Antibiogramm
(= Kultur) auch nicht an.
seine diagnose war "leichte halsentzündung".
Und die war wahrscheinlich im ersten Moment nicht verkehrt.
ja das könnte ja sein, aber als ich am montag zu ihm hin bin hat er noch immer nicht bemerkt dass alles voller eiter war und das hat schon was zu heissen!
Eine Angina bricht zwar meistens relativ unerwartet aus, sooo
schnell nun aber auch wieder nicht.
am montag bin ich
wieder zu ihm hin, da ich noch immer anhaltendes fieber hatte
und nichts essen und kaum schlafen konnte! er schaute mir
wieder in den rachen und meinte ich solle die dosis an
"meditonsin" wieder erhöhen und viel trinken, dass aber mit
unvorstellbaren schmerzen verbunden war.
Trinken solltest Du nicht wegen der Halsschmerzen sondern um
das Fieber zu senken (mit Kirschsaft geht es am besten,
außerdem z. B. mit Paracetamol, das es rezeptfrei in jeder
Apotheke gibt). Und mit dem Schlafen stimmt auch etwas nicht:
gerade bei Fieber schläft man nämlich üblicherweise wie ein
Stein. Mit Meditonsin wollte Dich der Arzt sicherlich auch
nicht vergiften (geht mit dem homöopatischen Zeug auch gar
nicht).
als ich am
darauffolgendem tag noch immer fieber über 39 grad hatte, bin
ich zu einem hals- nasen- ohrenarzt gegangen, weil ich schon
"wusste", dass da was nicht stimmen konnte! er schaute mir nur
kurz in den rachen und stellte sofort eine "schwere, eitrige
angina" fest! er gab mir die richtigen arzneimittel und keine
15 stunden danach ging es mir schon richtig gut.
Glückwunsch bzw. die Infektion war gerade wieder am Abklingen.
dank der schweren fehldiagnose des 1. arztes habe ich fünf
tage lang schlimme schmerzen erleiden müssen und meine frage
lautet daher:
kann ich schmerzensgeld von diesem arzt fordern?
und wenn ja, dann wie und würde sich das überhaupt lohnen?
Mein lieber Eddie, eine schwere Fehldiagnose ist dann
der Fall, wenn ein Arzt Dich anstatt wegen Krebs wegen
nervösen Magen behandelt, beim Ultraschall eine
Nabelschnurumwicklung nicht erkennt oder ähnlich dramatische
Fehler.
Die 'entsetzlichen' Schmerzen, die Du fünf Tage lang
klar kann man die schmerzen nicht mit verbrennungen und dergleichen vergleichen...aber das waren schon HEFTIGE schmerzen auch wenn man sich das jetzt nicht so einfach vorstellen kann!
'erdulden' mußtest (die freie Arztwahl ist gesetzlich geregelt
und den Besuch in der Notaufnahme wird Dir niemand
verweigern), sind dagegen Kinkerlätzchen.
So long
Tessa