Fehldiagnose

Von: , Frage gestellt am Mi, 24. Jan 2001

ich hab da eine kleine frage, die ich ohne ihre hilfe nicht beantworten kann!

also, am freitag war ich bei einem kinderarzt wegen starken schluckbeschwerden. dieser schaute mir in den rachen und machte einen "schnelltest auf angina" der negativ ausfiel. seine diagnose war "leichte halsentzündung". am montag bin ich wieder zu ihm hin, da ich noch immer anhaltendes fieber hatte und nichts essen und kaum schlafen konnte! er schaute mir wieder in den rachen und meinte ich solle die dosis an "meditonsin" wieder erhöhen und viel trinken, dass aber mit unvorstellbaren schmerzen verbunden war. als ich am darauffolgendem tag noch immer fieber über 39 grad hatte, bin ich zu einem hals- nasen- ohrenarzt gegangen, weil ich schon "wusste", dass da was nicht stimmen konnte! er schaute mir nur kurz in den rachen und stellte sofort eine "schwere, eitrige angina" fest! er gab mir die richtigen arzneimittel und keine 15 stunden danach ging es mir schon richtig gut.
dank der schweren fehldiagnose des 1. arztes habe ich fünf tage lang schlimme schmerzen erleiden müssen und meine frage lautet daher:
kann ich schmerzensgeld von diesem arzt fordern?
und wenn ja, dann wie und würde sich das überhaupt lohnen?

ich danke ihnen recht herzlich führ ihre bemühungen!!!

Eddie Maibach

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 47 Minuten 1 hilfreich
    Re: Fehldiagnose

    Hi,
    es ist ärgerlich, aber Ärzte sind auch keine allwissenden Götter. Fehldiagnosen kommen immer wieder vor und häufiger, als viele Menschen denken.
    Einem Arzt einen Vorwurf zu machen ist nur dann korrekt, wenn er fahrlässig oder mit Vorsatz gehandelt hat. Eine Fehldiagnose bedeutet noch lange keine Fahrlässigkeit. Er hat dir immerhin in den Rachen geschaut und eine Diagnose erstellt. Wenn er auf eine Untersuchung verzichtet hätte, wäre es bedenklich, so aber nicht.
    Die Lösung wäre höchstens, den Arzt zu wechseln.
    Gruß,
    Francesco

  2. Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
    Hypochonder?

    Hallo Eddie,

    ich kann mich zwar des Eindrucks nicht erwehren, daß wir hier wieder einmal kräftig auf den Arm genommen werden, aber gut: Du sollst Deine Antwort haben. also, am freitag war ich bei einem kinderarzt wegen starken
    schluckbeschwerden. dieser schaute mir in den rachen und
    machte einen "schnelltest auf angina" der negativ ausfiel.
    Beim Kinderarzt? Wie alt bist Du denn (Angina ist bei Erwachsenen nämlich relativ selten)? Die Schnelltests werden übrigens nicht auf Angina sondern auf A-Streptokokken durchgeführt, können also gar nicht positiv ausfallen, wenn die Verursacher andere Bakterien oder gar Viren sind. Deswegen ist es sinnvoll, zusätzlich eine Kultur anzulegen. Falls es eine virale Infektion ist, schlägt natürlich ein Antibiogramm (= Kultur) auch nicht an. seine diagnose war "leichte halsentzündung".
    Und die war wahrscheinlich im ersten Moment nicht verkehrt. Eine Angina bricht zwar meistens relativ unerwartet aus, sooo schnell nun aber auch wieder nicht. am montag bin ich
    wieder zu ihm hin, da ich noch immer anhaltendes fieber hatte
    und nichts essen und kaum schlafen konnte! er schaute mir
    wieder in den rachen und meinte ich solle die dosis an
    "meditonsin" wieder erhöhen und viel trinken, dass aber mit
    unvorstellbaren schmerzen verbunden war.
    Trinken solltest Du nicht wegen der Halsschmerzen sondern um das Fieber zu senken (mit Kirschsaft geht es am besten, außerdem z. B. mit Paracetamol, das es rezeptfrei in jeder Apotheke gibt). Und mit dem Schlafen stimmt auch etwas nicht: gerade bei Fieber schläft man nämlich üblicherweise wie ein Stein. Mit Meditonsin wollte Dich der Arzt sicherlich auch nicht vergiften (geht mit dem homöopatischen Zeug auch gar nicht). als ich am
    darauffolgendem tag noch immer fieber über 39 grad hatte, bin
    ich zu einem hals- nasen- ohrenarzt gegangen, weil ich schon
    "wusste", dass da was nicht stimmen konnte! er schaute mir nur
    kurz in den rachen und stellte sofort eine "schwere, eitrige
    angina" fest! er gab mir die richtigen arzneimittel und keine
    15 stunden danach ging es mir schon richtig gut.
    Glückwunsch bzw. die Infektion war gerade wieder am Abklingen. dank der schweren fehldiagnose des 1. arztes habe ich fünf
    tage lang schlimme schmerzen erleiden müssen und meine frage
    lautet daher:
    kann ich schmerzensgeld von diesem arzt fordern?
    und wenn ja, dann wie und würde sich das überhaupt lohnen?
    Mein lieber Eddie, eine schwere Fehldiagnose ist dann der Fall, wenn ein Arzt Dich anstatt wegen Krebs wegen nervösen Magen behandelt, beim Ultraschall eine Nabelschnurumwicklung nicht erkennt oder ähnlich dramatische Fehler.

    Die 'entsetzlichen' Schmerzen, die Du fünf Tage lang 'erdulden' mußtest (die freie Arztwahl ist gesetzlich geregelt und den Besuch in der Notaufnahme wird Dir niemand verweigern), sind dagegen Kinkerlätzchen.

    So long

    Tessa

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Hypochonder?

      Hallo Eddie,

      ich kann mich zwar des Eindrucks nicht erwehren, daß wir hier
      wieder einmal kräftig auf den Arm genommen werden, aber gut:
      Du sollst Deine Antwort haben.
      ich will hier keinesfalls jemanden auf den arm nehmen! also, am freitag war ich bei einem kinderarzt wegen starken
      schluckbeschwerden. dieser schaute mir in den rachen und
      machte einen "schnelltest auf angina" der negativ ausfiel.
      Beim Kinderarzt? Wie alt bist Du denn (Angina ist bei
      Erwachsenen nämlich relativ selten)? Die Schnelltests werden
      ich bin 16! und als "schnelltest" meine ich das er einen abstrich von meinem rachen machte und es das in etwas reinsteckte!keine ahnung in was! dann 10 min warten und fertig ist das ergebnis! übrigens nicht auf Angina sondern auf A-Streptokokken
      durchgeführt, können also gar nicht positiv ausfallen, wenn
      die Verursacher andere Bakterien oder gar Viren sind. Deswegen
      ist es sinnvoll, zusätzlich eine Kultur anzulegen. Falls es
      eine virale Infektion ist, schlägt natürlich ein Antibiogramm
      (= Kultur) auch nicht an. seine diagnose war "leichte halsentzündung".
      Und die war wahrscheinlich im ersten Moment nicht verkehrt.
      ja das könnte ja sein, aber als ich am montag zu ihm hin bin hat er noch immer nicht bemerkt dass alles voller eiter war und das hat schon was zu heissen! Eine Angina bricht zwar meistens relativ unerwartet aus, sooo
      schnell nun aber auch wieder nicht. am montag bin ich
      wieder zu ihm hin, da ich noch immer anhaltendes fieber hatte
      und nichts essen und kaum schlafen konnte! er schaute mir
      wieder in den rachen und meinte ich solle die dosis an
      "meditonsin" wieder erhöhen und viel trinken, dass aber mit
      unvorstellbaren schmerzen verbunden war.
      Trinken solltest Du nicht wegen der Halsschmerzen sondern um
      das Fieber zu senken (mit Kirschsaft geht es am besten,
      außerdem z. B. mit Paracetamol, das es rezeptfrei in jeder
      Apotheke gibt). Und mit dem Schlafen stimmt auch etwas nicht:
      gerade bei Fieber schläft man nämlich üblicherweise wie ein
      Stein. Mit Meditonsin wollte Dich der Arzt sicherlich auch
      nicht vergiften (geht mit dem homöopatischen Zeug auch gar
      nicht). als ich am
      darauffolgendem tag noch immer fieber über 39 grad hatte, bin
      ich zu einem hals- nasen- ohrenarzt gegangen, weil ich schon
      "wusste", dass da was nicht stimmen konnte! er schaute mir nur
      kurz in den rachen und stellte sofort eine "schwere, eitrige
      angina" fest! er gab mir die richtigen arzneimittel und keine
      15 stunden danach ging es mir schon richtig gut.
      Glückwunsch bzw. die Infektion war gerade wieder am Abklingen. dank der schweren fehldiagnose des 1. arztes habe ich fünf
      tage lang schlimme schmerzen erleiden müssen und meine frage
      lautet daher:
      kann ich schmerzensgeld von diesem arzt fordern?
      und wenn ja, dann wie und würde sich das überhaupt lohnen?
      Mein lieber Eddie, eine schwere Fehldiagnose ist dann
      der Fall, wenn ein Arzt Dich anstatt wegen Krebs wegen
      nervösen Magen behandelt, beim Ultraschall eine
      Nabelschnurumwicklung nicht erkennt oder ähnlich dramatische
      Fehler.

      Die 'entsetzlichen' Schmerzen, die Du fünf Tage lang
      klar kann man die schmerzen nicht mit verbrennungen und dergleichen vergleichen...aber das waren schon HEFTIGE schmerzen auch wenn man sich das jetzt nicht so einfach vorstellen kann! 'erdulden' mußtest (die freie Arztwahl ist gesetzlich geregelt
      und den Besuch in der Notaufnahme wird Dir niemand
      verweigern), sind dagegen Kinkerlätzchen.

      So long

      Tessa

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^2: Hypochonder?

        Hallo Eddie,

        auf den Schadenersatzquatsch wegen 5-Tage-Halsschmerzen will ich jetzt gar nicht mehr eingehen. klar kann man die schmerzen nicht mit verbrennungen und
        dergleichen vergleichen...aber das waren schon HEFTIGE
        schmerzen auch wenn man sich das jetzt nicht so einfach
        vorstellen kann!
        Es ist mir durchaus bekannt, wie heftig die Halsschmerzen bei einer Angina sein können. Schließlich habe ich die Geschichte zwei Mal selbst durchgemacht, wobei es mich einmal beinahe das Leben gekostet hätte (nein, nicht die Schmerzen hätten mich beinahe umgebracht: ich bin mit über 41 Grad Fieber eine Treppe heruntergesegelt, weil ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte und wachte erst einige Stunden später wieder auf). Bevor Anfragen dazu kommen: Filmmaterial über diesen Vorfall existiert nicht (lohnt auch nicht, ist schon 19 Jahre her)!

        Laß Dir das nächste Mal von Deiner Mama in den Hals gucken. Die ist meistens im Bilde.

        So long

        Tessa

  3. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Fehldiagnose

    Hi Eddie,

    eine Angina/Grippe dauert, wenn sie nicht bösartig ist, mit Behandlung ca. 7 Tage und ohne Behandlung ca. eine Woche.

    Bye
    Rolf

    • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
      Re^2: Fehldiagnose

      Hi Rolf, eine Angina/Grippe dauert, wenn sie nicht bösartig ist, mit
      Behandlung ca. 7 Tage und ohne Behandlung ca. eine Woche.
      Richtig! Die einzige Ausnahme bildet die echte Grippe (Influenza), die durchaus tödlich verlaufen kann. Gripe ist allerdings eine Virus-Erkrankung.

      Oops, stelle gerade fest, daß wir im Brett 'Recht' sind!

      So long

      Tessa

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