Was kann man machen, wenn man mit einer privaten Insolvenz ein Jobangebot aus Ausland hat. Darf man den Job annehmen?
Hallo,
warum sollte ein Insolvenzverfahren die Annahme einer Tätigkeit ausschließen ?
Grundsätzlich soll der Insolvenzschuldner doch eben alles unternehmen, um Insolvenzmasse zu bilden. Wenn er also im Ausland einer Tätigkeit nachgehen kann, in der er Einkommen erlangt, um so besser.
Was er nicht tun darf, ist diese Tätigkeit oder Einkommen im Ausland dem Insolvenzverwalter nicht mitzuteilen. Das kan Einfluß auf die Restschuldbefreiung haben.
Hi vielen dank für die antwort… nun noch folgende: darf man einen job im ausland annehmen, der aber in den karitativen berreich fällt, sprich wenig bezahlung? soll heißen kann man dazu gezwungen werden einen besser bezahlten job hier anzunehmen?
Nein, denn auch ein Insolvenzverfahren führt doch nicht die Sklaverei wieder ein !! Die wichtigste Obliegenheit des Schuldners besteht in der Ausübung bzw. Suche nach einer angemessenen Erwerbstätigkeit, denn er soll sich ja eben um die Bedürfnisse seiner Gläubiger auch kümmern. Es besteht eine Vermutung dafür, dass die vom Schuldner ausgeübte Tätigkeit angemessen ist, die Darlegungs-und Beweislast, dass der Schuldner in dem Zeitraum auch eine besser bezahlte Tätigkeit hätte ausüben können trifft den Gläubiger. Ein Fehler wäre es jedoch, wenn der Schuldner zumutbare Tätigkeiten ablehnt, da selbst Neben-und Aushilfstätigkeiten für zumutbar gehalten werden ( In der Regel korrespondiert dies auch mit den Vorstellungen des Arbeitsamtes als Leistungsvoraussetzungen ).
Soweit also die Tätigkeit im Ausland den Schuldner dazu befähigt, von seinem Einkommen zu leben oder aber wenigstens zum Familienunterhalt beizutragen, sehe ich meiner Meinung nach kein Problem darin.
Zu überlegen wäre der Fall, in dem der Schuldner tatsächlich besser bezahlte Angebote im Inland ablehnt und eine unterbezahlte Tätigkeit im Ausland aufnimmt oder seine Tätigkeit deshalb ins Ausland verlegt, da diese dort so versteuert wird, dass für die Gläubiger nichts überbliebt…
… und viele Grüße nach
Johannesburg !
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