Hallo Timsy,
- Warum bemerkt/ reklamiert das die Schule erst nach einer
Woche?
Sie haben dir jetzt (wahrscheinlich am Freitag abgeschickt), die offizielle Mitteilung zukommenlassen. Es müssen einige formale Kriterien erfüllt sein (z.B. wie schon jemand erwähnt hat, muss eine Gesamtkonferenz über einen Schulausschluss entscheiden, zu einer Gesamtkonferenz muss formal richtig geladen werden, dann muss das Ergebnis noch von jemandem getippt, von jemand anderem unterschrieben, und schließlich frankiert und zur Post gebracht werden. Eine Woche finde ich nun nicht so schrecklich lang (allerdings gebe ich dir recht ,dass die Kommunikation in der Zeit zwischen dem Vorfall und dem Brief nicht richtig gelaufen ist).
Der Junge bleibt dabei: er hat die nicht abgeschlossene (!)
Toilette „bestimmungsgemäß“ benutzt.
Hier wird wohl Aussage gegen Aussage stehen und die vorgegangenen Verfehlungen werden durchaus bei seiner (Nicht)Glaubwürdigkeit zu Buche schlagen. Das mag im vorliegenden Fall nícht fair oder gerecht sein, aber nachvollziehbar.
Deine Annahme ist falsch. Dem Jungen ist völlig klar, dass er
Mist gebaut hat.
Bist du sicher?
Ja - natürlich! Er hat Erfahrung im „Mist bauen“ 
Und damit, dass er rausgehauen wird und sich nichts gefallen lassen muss?
Das ist ein Unterstellung und sachlich falsch.
Bitte lies richtig. Ich habe nichts unterstellt, ich habe nachgefragt. Eine Frage, die mehr aufgrund dessen WIE du schreibst (weitaus mehr als WAS du schreibst) sich fast von selbst stellt, jedenfalls bei mir.
Er wird nicht
„rausgehauen“, sondern sitzt alle Strafen (auch die
ungerechten, s.o.) schön brav alleine ab.
Das klingt eben genau wieder nicht nach Einsicht, sondern nach „naja, wenn die meinen, aber recht haben sie nicht“. Und genau diese Haltung spricht aus allem ,was du schreibst.
Und dann wunderst du dich, dass man von deiner Darstellung nicht überzeugt ist.
Schule hat besonders in unserem Falle auch den Nebennutzen
dass die Kinder lernen, auch mal ungerecht behandelt zu werden
ohne auszuflippen – wie im richtigen Leben.
S.o. --> der Junge lernt nicht, dass er Mist gebaut hat, sondern bekommt (von dir?) vermittelt, dass man manchmal Mist ertragen muss.
Das ist genau das, was ich auch in den anderen Posts von dir gelesen habe.
Aber hier wurde und wird sein Verhalten benutzt, um seine
Leistungen zu schmälern und seine Ausbildung zu behinden –
also nix mit „Lehrauftrag“: der Ausschluss aus dem M- Zug über
die Schiene „schlechtes Betragen“ vor Jahren geht mir und
vielen anderen (auch hier) deutlich zu weit. Da fühle ich mich
nicht mehr als „Partner“, das ist Machtmissbrauch.
Vielleicht - bitte, ich will die Schule nicht unbedingt entschuldigen, nur versuchen eine andere mögliche Sichtweise darzustellen - war es der Versuch, dem Jungen durch einen Schuss vor den Bug klarzumachen, dass er sein Verhalten ändern muss. Hat wohl nicht funktioniert, sonst würdest du nicht von seinen Fehltaten schreiben.
Ich hab schon mehrfach geschrieben, dass ich eher für zu harte
als zu lasche „Maßnahmen“ bin. Aber die Spielregeln sollten
vorher (!) bekannt und kalkulierbar sein und nicht manipuliert
werden.
Ja. Aber das kann ich von hier nicht beurteilen.
Wer 3 mal falsch parkt weiß zwar meist, dass er „böse“ war-
rechnet aber nicht mit ner Gefängnisstrafe. Wenn er dann im
Knast sitzt, dann darf man sich nicht wundern, wenn er
rebelliert.
Auch hier: die Schule sieht das eventuell anders. Auch bin ich fast sicher, dass zwischen Schule und Junge wesentlich mehr Kommunikation abgelaufen ist, als das, was du über den Jungen gehört hast. Da wird sehr oft von seiten der Jugend (und ich spreche hier als Mutter, nicht als Angestellte im Schulbetrieb) einfach nicht hingehört.
Gerade weil es immer eine zweite (und 3. und 4. und 5.) Chance gibt, wundert sich der betroffene Jugendliche, wenn es plötzlich diese Chancen nicht mehr gibt.
Andersrum: wahrscheinlich gibt es die Regel, um bei deinem Beispiel zu bleiben, nach 1. Parkvergehen Verweis, nach 2. Gefängnis. Weil man nicht unmenschlich sein will, drückt man bei 2 ein Auge zu und dann wundert sich der Falschparker, dass bei 3. plötzlich das passiert, was bereits bei 2 hätte passieren sollen.
„Aber Lehrertoilette benutzen“ ist kein Grund von der Schule verwiesen zu werden.
Finde ich auch. Details dazu oben.
Lehrertoilette zu versauen schon.
Gehen wir mal nicht von einem absichtlichen „Racheakt“ der Schulleitung und/oder des Hausmeister aus, sondern davon, dass vielleicht die Toilette schon vor dem Jungen von jemand anderem versaut worden ist - wie soll die Schulleitung reagieren, wenn sie denken, sie haben den Übeltäter, der zwar leugnet, aber eben nicht als kooperativer, verständiger Schüler bekannt ist?
Aber die Reaktionen der Schule sind unangemessen und
verstoßen gegen die Spielregeln der Schule (!!)
Wie gesagt, das mit den Spielregeln kann ich nicht beurteilen.
Deshalb vermutet man eben mehr dahinter, wenn man deine Postings liest.
Warum vermutest du eigentlich nie, dass (auch) die
Schulleitung Dreck am Stecken hat, sondern nur wir?
Weil du (nicht die Schulleitung) hier in einem Ton schreibst, der immer nur gerade soviel „Einsicht“ zeigt, wie du noch zeigen kannst, ohne deine Position zu verlieren. Weil dein Ton vermuten lässt, dass du nur darauf wartest, dass dir jemand halbwegs recht gibt. Und weil es nichts bringt, dich einfach nur zu bestätigen.
Und DASS der „alte“ bei der „neuen“ unaufgefordert angerufen
hat steht fest.
Nicht, so wie du es dargestellt hast und nicht so wie ich trans-schulische Kommunikation kenne.
Aber ich hab dem Jungen auch erklärt, dass wir offen und
voreingenommen in dieses Gespräch gehen, weil ich davon
ausgehe, dass die „neue“ sich eine eigene Meineung bilden
will.
Du meinst sicher „unvoreingenommen“. Da könnte man dir jetzt aber einen Freud draus drehen.
Gruß
Elke