Verleumdungsklage?

Hallo!
Gehen wir von einem Ehepaar aus, welche sich im Trennungsjahr befinden und die Scheidung ansteht. Die Frau zieht aus und hat einen neuen Freund. Der Sohn (erwachsen) hat ihr einen Brief geschrieben in welchem er ihr die Meinung gesagt hat und seinem Unmut Luft gemacht hat.
Als Reaktion bekommt der Sohn SMS von dem neuen Freund, in welchen der Vater - zu Unrecht - als Ursprung des Briefes vermutet wird und er wird zudem als Stasivater und Stasidad bezeichnet. Der Freund schreibt dem Sohn weiterhin, dass dieser ihn kennen lernen wird, wenn er noch einmal so frech sei und nennt ihn einen kleinen Pisser.

Jetzt die Frage: Könnten Vater und Sohn den Mann anzeigen wegen Verleumdung (Stasi in Verbindung mit Vater), Androhung von Gewalt (kennen lernen…) oder ähnlichem? Und würde die SMS als Beweismittel ausreichen (Absendernummer und Zeit ist ja zu erkennen)?

Mit freundlichen Grüßen
-Thunderbird-

Hallo

Das ist so wie geschildert schon strafbar, eine Verleumdung muss nicht schriftlich oder mündlich erfolgen, sondern kann (wie hier) prinzipiell auch telefonisch und als elektronische Textnachricht erfolgen.

Möglicherweise sollte der Sohn aber erst mal in sich gehen und sich fragen, weshalb eine so harsche Reaktion auf seinen Brief erfolgte. Wäre dieser vielleicht seinerseits eine Anzeige wert?

Oder lag die Reaktion des Freundes einfach daran, dass auch die Mutter erwachsen und ihrem (ebenfalls erwachsenen) Sohn keinerlei Rechenschaft über ihrer Partnerschaft, ihren Lebenswandel und ihr Liebesleben schuldig ist? Es steht einem Sohn, vor allem einem volljährigen, einfach nicht zu, sich in die Beziehung seiner Eltern oder eines Elternteils einzumischen, weder juristisch noch moralisch.

Gruß
smalbop

Das ist so wie geschildert schon strafbar, eine Verleumdung
muss nicht schriftlich oder mündlich erfolgen, sondern kann
(wie hier) prinzipiell auch telefonisch und als elektronische
Textnachricht erfolgen.

Für diese Information danke ich!

[…]Wäre dieser vielleicht seinerseits eine Anzeige wert?

Nein. Wir gehen davon aus der Sohn hatte hierbei nichts schlimmes hineingeschrieben, was eine Anzeige rechtfertigen würde. Er hat sich über die Vorgehensweise seiner Mutter aufgeregt, da sie ohne Vorankündigung und ohne anwesende Personen das Schlafzimmer aus dem Haus geholt hat obwohl sie laut Notarvertrag schon ausgezogen war und von seinen Privatsachen auch etwas genommen hatte. (bei einer Scheidung wird das Eigentum der Kinder nicht angetastet lt. Gesetz)

Oder lag die Reaktion des Freundes einfach daran, dass auch
die Mutter erwachsen und ihrem (ebenfalls erwachsenen) Sohn
keinerlei Rechenschaft über ihrer Partnerschaft, ihren
Lebenswandel und ihr Liebesleben schuldig ist? Es steht einem
Sohn, vor allem einem volljährigen, einfach nicht zu, sich in
die Beziehung seiner Eltern oder eines Elternteils
einzumischen, weder juristisch noch moralisch.

Es geht dem Sohn nicht darum wen sie liebt oder wen sie verlässt. Das kann und will man niemandem vorschreiben und auch niemandem zur Last legen. Hierbei wird einzig und allein die Vorgehensweise der Mutter angeprangert, aber das würde sicherlich zu weit gehen und off Topic werden, wenn man dies hier diskutieren würde.

Ich finde es gut, dass du auf den moralischen Aspekt zu sprechen kommst und auch darauf, dass jeder seine Liebe haben soll. Keine Einwände.

Achja: Die Mutter hatte zuvor schon einige male dem Sohn und dem Vater mit Anwalt, Anklagen usw gedroht. Das verhalten des Sohnes kann man also auch als Gegenreaktion verstehen. Ob und inwieweit dies angemessen ist, dass muss jeder für sich entscheiden.

Ich freue mich auch über weitere Kommentare zu diesem Thema :smile:

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