Nach vielen eindeutigen Anzeichen ist das Ereartete eingetreten.
Heute, am 15. ist das Gehalt nicht wie vereinbart auf dem Konto - bei beiden in der Werkstatt beschäftigten Arbeitnehmern.
Außerdem sind dort heute drei weitere Empörte aufgetaucht, die einen Termin beim Chef hatten, der aber wohlweißlich nicht da war. Zwei der Arbeitnehmer haben angeblich seit Oktober keine Lohnzahlungen erhalten (was haben die bloß bisher gemacht - oder nicht gemacht?), einer fordert 3-Wochen-Gehalt aus Probezeit nach. Desweiteren wurde bekannt, dass die jetzige Firma auf den Namen der Frau des Chefs läuft, er selber nur Angestellter ist und (wahrscheinlich im lezten Jahr) mit einer ähnlichen Firma pleite gemacht hat.
Schei…!!!
Soweit so schlecht. Was wäre die perfekte Vorgehensweise abgesehen von neuer Job-Suche? Wie kann man Geld noch erhalten/retten? Übers Arbeitsgericht? Was ist mit Insolvenz? Bzw. was bedeutet das?
Hi,
zunächst einmal nicht den Kopf verlieren. Das hilft nicht weiter.
Ich empfehle, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Er kann sich zu der Sache erklären und vor allen Dingen verbindlich sagen, wann das Geld gezahlt wird. Macht soviel Druck, dass er euch eine Sicherheit gibt, vielleicht einen Wechsel unterschreibt. Die Frist bis zur Lohnzahlung sollte sehr kurz sein. Wenn dann immer noch keine Zahlung erfolgt ist, solltet ihr überlegen, ob ihr die Arbeit ruhen lasst, bis das Geld geflossen ist. Wenn das auch noch dauert, könnt ihr Meldung machen: Krankenkassen, Arbeitsamt, Finanzamt, Gewerkschaft, Staatsanwaltschaft, Insolvenzgericht.
Wenn euer Chef zahlungsunfähig ist, Insolvenzantrag stellen und sofort zum Arbeitsamt gehen, dort gibt es Insolvenzgeld.
Aber langsam und eine Chance (nur eine kleine) gewähren, vielleicht hat er nur einen momentanen Engpass und alles renkt sich wieder ein.
Gruß,
Francesco
Bitte dabei jedoch beachten, daß das Arbeitsamt lediglich für 3 Monate Insolvenzgeld bezahlt! Der rest des ausstehenden Geldes kann lediglich zur Tabelle angemeldet werden und wird (je nach noch vorhandenem Kapital) nur anteilig bezahlt (wenn überhaupt). Also zwar ruhig aber bestimmt angehen. Das beste in so einem Fall ist immer, daß man die Zusage des Chefs, Geld auszuzahlen (mit Zeitpunkt), schriftlich bekommt. Dann kann man ihm zur Not auch so nochmal an den Karren fahren.
Situation hat sich weiterentwickelt: Arbeitgeber kann oder will keinen festen Termin nennen, wann das Gehalt eintrifft. Zeichen von mangelnder Seriosität & Liquidität häufen sich.
Schriftliche Fristsetzugn zur Zahlung ist geschehen. Was wäre der nächste taktische beste Schritt, wenn dieser Termin verstreicht? Gehalt einfordern über das Arbeitsgericht? (Wie machen?) Gibt es eine Möglichkeit zur Kündigung (ohne Probleme mit dem Arbeitsamt zu bekommen?) Der Mann hat kein Geld, Gehälter zu zahlen, plant aber einen „Familienurlaub“ mit dubiosen Geschäften in Kanada. Was wenn der sich absetzt?