Hallo zusammen!
Gehen wir von folgender Vorgeschichte aus:
Jemand hat vor gut eineinhalb Jahren seinen Führerschein wegen eines geringeren Alkoholverstoßes (0,9 Promille) verloren. Ihm werden allerdings Ausfallerscheinungen angedichtet, so dass er den Lappen 8 Monate los wird. Da er den Führerschein allerdings von Berufswegen benötigte und er seinen Job nicht verlieren will, hält er in der Firma dicht und fährt ohne Führerschein weiter. Natürlich wird er prompt wieder erwischt. Vorläufiges Ende vom Lied: FS zusätzlich 12 Monate weg, dadurch Job weg, Auto Weg, Wohnung weg und insgesamt gut 3000 EUR Strafe (1200 EUR wegen des Alkoholdeliktes und 1200 EUR wegen Fahren ohne Führerschein). Die erste Strafe bezahlt er sofort komplett und für die zweite vereinbart er eine Ratenzahlung zu 30 EUR mtl. (Hat ja nun keinen Job mehr).
Jetzt gehts los:
Die 30 EUR bezahlt er brav bis eines Monats das Geld ein wenig knapp wird und der Dauerauftrag nicht ausgeführt werden kann. Er bekommt natürlich umgehend Post von der Staatsanwaltschaft. Daraufhin ruft er dort an und das Geld wird nachgezahlt. In diesem Gespräch wird ihm allerdings auch mitgeteilt, dass er nun auf neue Post zu warten hätte, da durch die Unterbrechung der Zahlung irgendetwas bei denen im Hause neu angelegt werden müsse (neues Kassenzeichen oder so etc.). „Könnte etwas Dauern“ wird ihm auch noch mit auf den Weg gegeben.
Somit macht er sich auch keine großen Gedanken, dass seit dem Telefonat mittlerweile schon zwei Monate ins Land gegangen sind.
Und jetzt wirds lustig:
Morgens 6:30 Uhr. Der Wecker schellt und er schaut in seiner frisch bezogenen Wohnung in die Augen seiner neuen Freundin und hat vor zu seiner neuen Arbeitsstelle zu gehen (Fahren darf er noch nicht). Alles ist schön. Um 6:40 Uhr allerdings schellt es an der Tür. Wer kann das um diese Zeit sein? Natürlich: Die Polizei. Und warum? Weil er seit zwei Monaten seine Raten nicht bezahlt hat. Klar. Und in der Hand halten sie was? Richtig. Einen Haftbefehl. So musste er also, anstatt zu seiner neuen Arbeitsstelle zu gehen, mit auf die Wache. Auf die Frage warum er im Vorfeld keine Benachrichtigung bekommen habe, wird ihm geantwortet: „Die haben Sie sicher bekommen.“ Ja nee, is klar. Gar nichts hat er bekommen. Aus dem Augenwinkel sieht er, dass auf dem Haftbefehl seine alte Adresse steht, diese durchgestrichen wurde und seine neue handschriftlich daneben geschrieben worden war. Toll! Er verbringt also ganze vier Stunden in einer richtigen, echten Gefängniszelle, denn: wenn er nicht sofort bzw. bis 11:00 Uhr die noch offenen 1080 EUR inkl. 93,50 EUR Mahn- Verzugs- oder was auch immer- Gebühr zahlt, wird er 36 Tage in Ersatzhaft gesteckt. Der Hammer! Er nötigt also seine liebe Frau Großmutter aus dem Bett und netterweise (wie Großmütter so sind) zahlt sie das Geld für ihn ein. Knapp elf Uhr: Er ist wieder auf freiem Fuß und um eine Erfahrung reicher.
„Gut“, denkt er sich „besser Schulden bei meiner Oma, als bei den…(en)“.
Ein paar Tage später erfährt er, dass die Polizei schon bei ihm war, ihn aber nicht angetroffen hat. Statt seiner haben sich die Beamten dann seinen !neuen! Nachbarn zugewendet. !!Zwei mal!!
Jetzt kommen wir zu meinen Fragen:
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Wie kann es sein, dass er im Vorfeld keine Benachrichtigung über eine drohende Haft bekommen hat (auch nicht an die alte Adresse)?
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Wie kann es sein, dass die Polizei schon zwei mal an seine (aktuelle) Tür geklopft hat und trotzdem die alte Adresse auf dem Haftbefehl steht?
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Darf die Polizei bei einer solchen „Lappalie“ (es geht schließlich nur um zwei Monatsraten á 30 EUR) fast alle seine Nachbarn (immerhin 12 Parteien) belästigen, denen sagen, dass sie die Polizei informieren sollen, wenn sie ihn sehen etc.? Bzw. welche Vorraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Polizei dieses Recht hat?
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Lohnt es sich, dagegen vorzugehen? Denn auf sich sitzen lassen will er das eigentlich nicht.
Denn immerhin ist er vor kurzem erst dort eingezogen und hat aufgrund dieser Vorgehensweise der Polizei schon einen richtig schönen Ruf im Haus.
Danke schonmal für Eure Ideen, Anregungen und Hinweise.
Viele Grüße
Der Domi