Moin!
Vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen?
Mein ehemaliger Arbeitgeber ist von einem Kunden verklagt worden. Dieser will Bargeld per Post an den Arbeitgeber geschickt haben, Arbeitgeber aber sagt: Umschlag war leer.
Es gab bereits einen ersten Prozesstermin, zu dem ich nicht als Zeuge geladen wurde. Dieser Prozess ist aber verschoben worden - ich wusste davon überhaupt nichts.
In der Zwischenzeit habe ich den Ex-Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht verklagt, weil er mir noch Geld schuldet.
Und plötzlich erhalte ich zum zweiten Verhandlungstermin auf Antrag des Angeklagten Ex-Arbeitgebers eine Zeugenladung, ich soll bezeugen, dass der Umschlag leer war (kann ich nicht, da ich mich zwar noch daran erinnere, dass zwei oder dreimal leere Umschläge ankamen, aber ich weiß nicht mehr, von welchen Kunden).
Das ganze macht mich etwas stutzig: Wenn ich als Zeuge so wertvoll für den Angeklagten bin, warum hat er mich nicht schon zum ersten Termin als Zeugen benannt? Warum erst zum zweiten Termin, nachdem ich den Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht verklagt habe?
Meine Befürchtung: Da auch ich in der Zeit für den Posteingang zuständig war, wird man versuchen, mir die Sache in die Schuhe zu schieben. Dazu kommt: Ich habe zwei alte Vorstrafen wg. Diebstahls (7 Jahre alt, sog. Jugendsünden). Seitdem bin ich ein „anständiger Bürger“ . Wenn mich der Anwalt nun fragt, ob ich vorbestraft bin, kann ich lügen (nicht gut wg. Falschaussage) oder schweigen (nicht gut, da ich nur schweigen darf, wenn ich mich mit einer Aussage selbst belasten könnte).
Alternative: Ich muss es irgendwie schaffen, nicht an der Verhandlung teilzunehmen. Krankschreiben alleine reicht nicht, da ich damit noch nicht prozessunfähig bin.
Einfach nicht erscheinen und behaupten, dass ich die Zeugenladung nicht erhalten habe (wurde mit normaler Post zugestellt)?
Behaupten, dass mein Mitbewohner, der den Briefkasten leert, es versäumt hat, mir die Ladung auszuhändigen?
Ich weiß. dass es möglicherweise zu einer Prozessverschiebung kommen könnte, falls auf meine Aussage sehr viel Wert gelegt wird.
Aber es könnte auch passieren, dass der Prozess zuende geht, ohne dass ich angehört werden muss. Diese Chance möchte ich nutzen, denn ich befürchte, dass man mir was anhängen will, mit dem ich nichts zu tun habe. (Dies wird mir übrigens von Ex-Kollegen bestätigt, der AG soll sinngemäß ausgesagt haben: „Wenn der mich vor den Kadi zerrt, dann mache ich das gleiche mit ihm“).
Was denkt Ihr?
PS: Bitte keine moralischen Vorhaltungen, ich weiß, dass ein solches Verhalten falsch ist, ich sehe im Augenblick keine andere Möglichkeit, als den Termin irgendwie zu umgehen.