Hallo allerseits! Ich habe mich vor einiger Zeit mit Lernmethoden auseinandergesetzt, weil mein bisheriges System ineffizient erschien (eigentlich hatte ich gar kein richtiges System, oft habe ich nur aus Lehrbüchern abgeschrieben und Fälle gelöst). Bei meiner Recherche bin ich auf das sogenannte „Mind Mapping“ gestoßen, für das ich jetzt keine Werbung machen will (ich habe nämlich das Gefühl, der Begründer der Methode hat nicht nur eine rein altruistische Agenda), sondern nur die Grundprinzipien der Methode darlegen will:
Man schreibt das Thema (Beispiel: Rechtfertigender Notstand, § 34 StGB) in die Mitte, davon abgehend viele bunte Äste, auf denen die wichtigsten Aspekte stehen, die mit dem Thema in Beziehung stehen (in Jura ist das insofern einfach, als man ja die Prüfungspunkte hat, hier beispielsweise „Gefahr“, „gegenwärtig“, „nicht anders abwendbar“). Zur Erläuterung schreibt man wieder abgehende Äste, die möglichst wenige Wörter enthalten.
Die angepriesenen Vorteile seien:
-Nur die wichtigsten Infos werden erfaßt, in Form von Schlüsselwörtern
- Entspräche der Funktionsweise des menschlichen Gehirns (assoziativ)
- Zeitsparend, weil „dissoziativer“ Fließtext vermieden werde
Ich habe es versucht und denke, der Wiedererkennungseffekt ist bei mir schon recht hoch, das liegt aber daran, dass ich in diesem Semester insgesamt recht diszipliniert wiederholt habe.
Eine (verwandte) Methode sind die sogenannten „Mnemonik-Systeme“, in denen man im Kopf sogenannte „Anker“ hat und Begriffe damit verbindet. Das läuft beispielsweise so, dass man sich ein „Zahl-Form-System“ ausdenkt, indem man jeder Zahl eine passende Form zuordnet (z.B. 1= Kerze, 2 = Schwan etc) und wenn man sich etwas merken will, kann man es beliebig abrufen, indem man es miteinander verknüpft. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Merkfähigkeit hoch ist, allerdings nur das im Kopf bleibt, was man auch wirklich „verankert“ hat (Gefahr der Inflexibilität). Ich frage mich, wie man dieses an für sich effektive System für das juristische Lernen brauchbar einsetzen kann.
Ich würde mich daher über Stellungnahmen, eigene Erfahrungsberichte und ggf. Vorschläge von Eurer Seite sehr freuen.
Schönen Gruß,
Stefan