Hallo Michael,
hier ein paar Worte von einem Ex-Bußgeldstellenmitarbeiter.
Hallo, ich wende mich an die Verkehrsrechtexperten unter euch!
Also es hat gekracht! Außerorts an einer Verkehrampel. Ich
stand auf der Geradeausspur und wollte aber auf die
Linksabbiegespur. Von hinten kam ein LKW und ist an meiner
Seite vorbeigekratzt. Ich stand nicht auf seiner Linksspur
sondern wie gesagt auf „geradeaus“ und niemand interessiert,
daß ein LKW ja einen größeren Rangierbereich brauch also
größere Radien fährt. Der LKW Fahrer hatte einen Beifahrer
(=Zeuge) ich hab leider keine Zeugen 
Also haben die Beamten den Unfall mit zugeschrieben : Fehler
beim Fahrspurwechsel.
Die Beamten vor Ort gehen nach dem „ersten Eindruck“. Meist stimmt der, aber nicht immer.
Antworte unbedingt möglichst ausführlich (aber emotionsfrei) auf den Anhörungsbogen. Es scheint alles gegen dich zu sprechen, also musst du dich verteidigen, wie soll sonst der Mensch in der Bußgeldstelle sich ein Bild machen? Notfalls schalte einen Anwalt ein.
Frage 1:
Habe jetzt den Anhörungsbogen erhalten. Besteht über die
Anhörung überhaupt noch die Möglichkeit die Schuldfrage zu
kippen (Beamte+Fahrer+Beifahre gegen mich) ???
Nur eine Anhörung? Wurde kein Verwarnungsgeld angeboten???
M.W. ist ein „Fehler beim Fahrstreifenwechsel mit Sachbeschädigung“ mit DM 75,- Verwarnungsgeld bedroht.
Frage 2:
Was erwartet mich im (zu erwartenden) Bußgeldbescheid
(Punkte+Bußgeld)?
Im einfachsten Fall die o.g. DM 75,-, dafür keine Punkte (Bei einer „reinen Geldbuße“ (also ohne Gebühren und Auslagen) unter 80,- DM. ist das immer so). Teil’ uns doch mal die §§ mit, die auf dem Anhörungsbogen aufgeführt sind - das würde mir weiterhelfen.
Im ungünstigsten Fall sehe ich 150,- DM und drei Punkte.
Falls du damit nicht einverstanden bist, unbedingt sofort schriftlich oder „zur Niederschrift“ Einspruch einlegen. Dabei achte bitte auf die Frist von nur zwei Wochen.
Vor Gericht (da landet es dann) kommt es zu einem Urteil oder eine Verfahrenseinstellung.
Das Bußgeldverfahren musst du übrigens unabhängig vom privatrechtlichen Verfahren (wer trägt wessen Schaden) sehen. Das ist eine eigene Geschichte.
Danke, für eure Antworten + Hilfe,
Gerne.
Gruß
HaWeThie