Kind krank: Arbeitgeber verlangt Anwesenheit

Von: , Frage gestellt am Do, 18. Nov 1999

Ich bin Mutter eines Kleinkindes und arbeite verkürzt (30h) als Angestellte.
Mein Kind war diese Jahr häufig krank und ich habe alle bezahlten "Kind-Krank-Tage" ausgeschöpft (22 Tage).
Nun hat mich mein Arbeitgeber gebeten, mein krankes Kind nicht selbst zu betreuen, sondern eine andere Lösung zu finden.
Da ich keine Verwandten in der Nähe habe, bedeutet das eine fremde Person wie Tagesmutter o.ä. Ich bin aber der Meinung, als Mutter gehöre ich ans Bett meines kranken Kindes.
Meine Frage: Kann der Arbeitgeber mich zwingen, eine andere Betreuung zu finden? Welche Konsequenz kann meine Weigerung haben?

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

Annett

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Kind krank: Arbeitgeber verlangt Anwesenheit

    Hallo Annett,
    rechtlich fundiert ist meine Antwort vielleicht nicht, aber da ich in in einer ähnlichen Situation bin wie Du (alleinerziehend mit Kleinkind) will ich trotzdem antworten. Bisher hatte ich das Glück, dass ich die "Kind-Krank-Tage" noch nicht in Anspruch nehmen musste. Aber ich denke mal, dass es schon eine recht großzügige gesetzliche Regelung ist, dass man so viele Tage im Jahr bezahlten "Sonderurlaub" bekommen kann, wenn das Kind krank ist. Wenn die Tage allerdings nicht ausreichen, bleibt einem - meiner Meinung nach - nichts anderes übrig, als um unbezahlten Urlaub zu bitten, und wenn dieser nicht gewährt wird - tja, dann muss man wohl arbeiten, denke ich. Natürlich verstehe ich Dein Problem. Aber was erwartest Du? Wenn Du trotzdem zu Hause bleibst, wirst Du wohl mit einer Kündigung rechnen müssen.
    Ich wünsche Dir, dass es Deinem Kind bald wieder besser geht und es nicht mehr so oft krank ist!
    Alles Gute,
    Delia [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Kind krank: Arbeitgeber verlangt Anwesenheit

    Bei Bekannten von uns die ein ähnliches Problem hatten funktionierte das so :

    Mutter in Krankenhaus - 2 Kinder 2+5 Jahre

    Im diesem Fall hat der Vater unbezahlen Urlaub genommen ,und die Krankenkasse erstattet den Verdienstausfall (ich glaube aber nicht in voller Höhe ?),da die Krankenkasse ansonsten ja auch die Kosten für eine Betreuungsperson übernehmen würde.
    Bei kleinen Kinder ist es jedoch notwendig,daß die Betreuung durch die Eltern erfolgt.
    Ich glaube bei kranken Kindern müßte es genauso sein.
    Frage doch mal Deine Krankenkasse !

    Im übrigen ist ein Arbeitgeber der 22 "Kind-Krank-Tage" bezahlt meiner Meinung nach schon äußerst großzügig,vielleicht könnte er auf diese Weise auch etwas entlastet werden.!

    Gruß

    Heiner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Kind krank: Arbeitgeber verlangt Anwesenheit

    da gibt es, aus Arbeitgebersicht ein Problem. Es ist nunmal Dein Job zu arbeiten und nicht das Kind zu betreuen. Wenn es hart auf hart geht, dann bekommst du die fristgerechte Kündigung, denn du erfüllst nicht die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag. Zwingen in diesem Sinn wird dich dein Chef also nicht, sondern nur rausschmeißen. Dann mußt du einen neuen Job suchen, was in dieser Zeit nicht gerade vorteilhaft ist, denn auch andere Arbeitgeber wissen, daß Mütter mit kleinen Kindern, insb. Alleinerziehende, ein Problem für den Arbeitsablauf darstellen. Darüber solltest auch nachdenken. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: Kind krank: Arbeitgeber verlangt Anwesenheit

    § 45 SGB V gibt einen Anspruch auf Krankengeld, so daß bezahlte Freistellung seitens des Arbeitgebers nicht nötig ist. Eine unbezahlte Freistellung kann er nicht verwehren, wenn niemand anders sich um das kranke Kind kümmern könnte.

  5. Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
    Re: Kind krank: Arbeitgeber verlangt Anwesenheit

    Ich bin Mutter eines Kleinkindes und
    arbeite verkürzt (30h) als Angestellte.
    Mein Kind war diese Jahr häufig krank und
    ich habe alle bezahlten "Kind-Krank-Tage"
    ausgeschöpft (22 Tage).
    Nun hat mich mein Arbeitgeber gebeten,
    mein krankes Kind nicht selbst zu
    betreuen, sondern eine andere Lösung zu
    finden.
    Da ich keine Verwandten in der Nähe habe,
    bedeutet das eine fremde Person wie
    Tagesmutter o.ä. Ich bin aber der
    Meinung, als Mutter gehöre ich ans Bett
    meines kranken Kindes.
    Meine Frage: Kann der Arbeitgeber mich
    zwingen, eine andere Betreuung zu finden?
    Welche Konsequenz kann meine Weigerung
    haben?

    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

    Annett
    Bei allem Verständnis für alleinerziehende Mütter, muß man sich nicht wundern, wenn bei Bewerbungen die Mütter benachteiligt werden.

    Ich finde die Bitte eine andere Lösung zu finden entgegenkommend. Ich wäre als Arbeitgeber immer bereit eine Lösung zu suchen, wenn man mich nicht vor vollendete Tatsachen stellen würde.

    - wichtige Termine - morgens der gelbe Schein, keine Ersatzkraft verfügbar usw.

    Die soziale Ader nützt wenig, wenn die Firma pleite geht.

    Konsequenz - dein Chef wird sich die Mühe machen eine Ersatzkraft einzuarbeiten und wird sicherlich keine ähnlich situierte AK nehmen und hat dann keinen Grund mehr das Risiko deines permanent möglichen Ausfalls zu tragen - und Du mußt dir einen anderen Job suchen.

    Andreas

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