Taubstumme machen Lärm (Wohnrecht)

Hallo Rechtsexperten,

ich wohne mit meiner Frau (beide Studenten) in einer staatlich geförderten Wohnung mit WBS. Im Erdgeschoss wohnt seit 5 Jahren eine türkische taubstumme Familie, sehr unsozial vom Verhalten (auch analphabeten).

Diese Familie verständigt sich mit starken Ruflauten ständig im Hausflur. Auch zwischen 13-15 Uhr und Sonntags. Die Geschreie sind täglich zu hören. Es ist eine starke Lärmbelästigung und vor allem eine geistige Belastung für uns und andere Nachbarn.

Welche Schritte können wir unternehmen, um diese Familie aus der Wohngemeinde auszuschließen?

Ist Auszug unsere einzige Chance? Wie können wir uns rechtlich dagegen wehren? Welcher Weg für eine Beschwerde wäre die effektivste?

Vielen Dank,
Marcel

Hallo Marcel,

vielleicht kannst Du erst mal mit der Familie Kontakt aufnehmen (auch ruhig schriftlich).

Wenn das nicht hilft, kannst Du Dich an Deinen Vermieter wenden. Das gilt meiner Meinung nach dann, wenn auf Ruhezeiten (vor allem im Hausflur) nicht geachtet wird, die sicherlich im Mietvertrag geregelt sind. Du kannst den Leuten natürlich nicht verbieten, sich auf ihre Weise zu verständigen. Es ist aber nicht behindertenfeindlich, auch eine gewisse Rücksichtnahme von Behinderten zu fordern. Schwierig ist es vielleicht dann , wennn sich in der Familie mehrere kleine Kinder befinden. Da ist die Rechtsprechung eher großzügig.

Wenn der Vermieter nicht für eine Besserung sorgen kann und die Situation sehr unangenehm ist, kannst Du dem Vermieter eine Mietminderung androhen (mit Fristsetzung). Hier ist es günstiger, éinen Rechtsanwalt zu konsultieren, der auf Mietrecht spezialisiert ist. Eine gute Adresse ist auch der Mieterverein.
Schau auch mal unter http://www.mieterbund.de nach!

Viele Grüße!

Harald
http://www.clickfish.com/alltagsrecht

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Hallo Harald,

vielen Dank für die Antwort. Das hilft mir schon weiter. Ich werde auch den Mietbund aufsuchen.

Viele Grüße,

Marcel

Hallo Marcel,
bevor Du weitere Schritte überlegst, solltest Du vielleicht mal die Konsequenzen für die Familie abchecken, die gerade wegen ihrer Behinderungen und wohl auch wegen des Status als Ausländer Schwierigkeiten haben könnten, eine neue Wohnung zu finden. Auch ist es nicht gerade fair, sie als unsozial abzustempeln, weil sie nicht lesen oder schreiben können. Der informelle Weg wäre zunächst erstmal angebrachter, als gleich die Haudrauf-Methode zu wählen.
Gruß, Birthe

Welche Schritte können wir unternehmen, um diese Familie aus
der Wohngemeinde auszuschließen?

Ist Auszug unsere einzige Chance? Wie können wir uns rechtlich
dagegen wehren? Welcher Weg für eine Beschwerde wäre die
effektivste?

Ich plädiere für folgendes:

Genauso, wie nicht Behinderte sich selten über die Welt der Behinderten Gedanken machen ist es vermutlich auch umgekehrt. Evtl. denkt die Familie gar nicht daran, dass das Rufen jemanden stören könnte. Bitte sprecht zuerst mit Ihnen. Ok… sprechen ist evtl. schwierig, aber vielleicht gelingt es mit einem Gebärdendolmetscher oder so in der Art. Wenn das zu nichts führt, bleiben ja immernoch alle anderen beschriebenen rechtlichen Schritte.

Ciao
Kaj

Hallo Marcel,

es freut mich, dass ich Dir weitergeholfen habe. Wünsche Dir viel Erfolg!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir mitteilst, was der Mieterverein gesagt hat.

Harald

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Nur zur Info:
An alle,

zum Nachdenken und überlegen und diskutieren:

1.: Meine Schwiegermutter, deren Mann sowie die älteste Schwester meiner Frau können auch nicht lesen und schreiben. Es gibt auch heute noch Länder, wo dies „üblich“ ist.

2.: Wer sich beim sprechen nicht hört, schreit automatisch. Taubstumme können nicht anders.

3.: Die Mentalität von Ausländern ist eben nicht wie die unsere. Ich spreche aus Erfahrung und habe in meinem ersten Marokkourlaub bei meinen Schwiegerleuten sehr viel dazugelernt.

Meine persönliche Meinung: Diesen Behinderten die Wohnung zu nehmen halte Ich für unsozial, ich würde mal mit den Leuten Kontakt aufnehmen und mit Ihnen (versuchen zu) sprechen. Es mag der „unbequemere“ Weg sein.

gruß

dennis

2.: Wer sich beim sprechen nicht hört, schreit automatisch.
Taubstumme können nicht anders.

na, na… was soll das… natürlich können sie anders…
Das lernen sie in der Schule… „stumm“ zu sprechen… genauso wie sie normalerweise auch sprechen lernen.
Anhand der Kehlkopfvibrationen können Gehörlose lernen Laute zu unterdrücken bzw. die richtige Aussprache der Wörter zu verwenden.
Ausserdem sind sie nicht taubstumm (wie könnten sie dann schreien, wenn sie stumm wären?) sondern gehörlos.

Zauberm@us (zwischenGehörlosenaufgewachsen)

Dann ist es eben Mentalitätssache…
Hallo Zaubermaus,

dann haben Sie es nie gelernt sich etwas zurückzuhalten, wenn es nach 2200Uhr ist…

na, na… was soll das… natürlich können sie anders…
Das lernen sie in der Schule… „stumm“ zu sprechen… genauso
wie sie normalerweise auch sprechen lernen.
Anhand der Kehlkopfvibrationen können Gehörlose lernen Laute
zu unterdrücken bzw. die richtige Aussprache der Wörter zu
verwenden.
Ausserdem sind sie nicht taubstumm (wie könnten sie dann
schreien, wenn sie stumm wären?) sondern gehörlos.

Zauberm@us (zwischenGehörlosenaufgewachsen)