Neue Arbeit - und Pech

Das habe ich für meinen Mann erstellt, als ob er es geschrieben hätte:

Am 15. Februar 2001 hatte ich nach 3 jähriger Krankheits- und Arbeitslosigkeit eine neue Arbeitsstelle angetreten. Meine Arbeit war sehr vielseitig und ich fühlte mich auch dort sehr wohl, nette Arbeitskollegen entschädigten mich für andauernde unpünktliche Gehaltszahlungen.
Im Juli beantragte die Fa. ein Insolvenzverfahren, und das Gehalt kam immer noch später.
Urlaubsgelder wurden gestrichen, Überstunden nicht bezahlt usw…
Ich beschloss, mir eine neue Arbeit zu suchen, da ich auf pünktliche Zahlungen angewiesen bin und fand auch einen neuen Arbeitgeber, der mir einen Arbeitsvertrag ab 1.10.2001 anbot, was ich auch angenommen habe.

Durch ungewohnte neue Tätigkeit und eine falsche Bewegung war ich dann gleich einmal 2 Tage zu Hause, was mir im Grunde erstens peinlich war und keinen so guten Einstieg verhieß.
Mein neuer Arbeitgeber versetzte mich dann auch sogleich mit lapidaren Anschuldigungen seitens der Mitarbeiter (sei arrogant und besserwisserisch - Urteil nach 2 Tagen Mitarbeit)
In eine andere Firma, für die mein neuer Chef Prüfarbeiten an Maschinen erledigt.
Gegen dieses wäre ja nichts einzuwenden, wenn es nicht km-lange Wege wären und die Maschinen nach Auftrag nicht die meiste Zeit gesucht werden müssten.

Diese Wege, da sehr ungewohnt, haben mich nochmals 1 Woche fehlen lassen, sodass ich nun von meinem neuen Chef folgendes Angebot bekam:
Künftig soll ich für ihn als selbständiger und freier Mitarbeiter tätig werden??? Er zahlt dann eben die Zeit, die ich anwesend bin und sonst nicht…
Er hätte mir auch einen Steuerberater, der sich hier auskennen würde. Der Satz sei DM…
Zuzüglich MwSt. und mehr würde momentan nicht bezahlt werden. Die Rechnungsstellung meinerseits würde an ihn gehen.
Mein Arbeitsplatz würde sich durch die neue Konstellation nicht ändern, nur die Bezahlung.
Auch einen Vertrag gäbe es, doch wie dieser aussehen würde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Was nun. Ich befinde mich noch in der Probezeit und kann jederzeit mit 4 Wochen gekündigt werden. Ultimatum ist Ende November 2001.
Was tun???

Moien!

Der Chef will halt keinen Mitarbeiter einstellen, der dauernd krank ist, was ja auch verständlich ist, da Dein Männe gesundheitlich labil scheint. Immerhin ist er mit ihm zufrieden, da er ihm diese Möglichkeit anbietet.

Inwiefern dies allerdings sinnvoll ist hängt davon ab, wie das Honorar ist bei welcher Tätigkeit. Von daher wäre es schon wichtig zu wissen, wieviel er bekommen würde.
Zweitens wäre noch wichtig zu wissen, warum dein Männe immer krank ist und wie die „Prognosen“ für die Zukunft sind!

So wie der erste Eindruck ist sollte dein Männe die Finger von lassen, denn die Selbstständigkeit birgt reichlich Risiken und vorallem sollte man dafür eine gute Konstitution aufweisen.

Bernd
P.S.: Sollte die Krankheit chronisch sein solltet ihr euch mal beim Arbeitsamt informieren inwiefern dein Männe und/oder der Arbeitgeber Anrecht auf staatliche Unterstützung haben…

Diese Wege, da sehr ungewohnt, haben mich nochmals 1 Woche fehlen lassen…

Hallo Marlies,

der oben zitierte Satz Deines Postings macht mich stutzig. Kann es sein, daß es Probleme mit regelmäßigem und pünktlichem Arbeitsbeginn- und Ablauf gab? Deutlicher: Hatte Dein Mann Probleme damit? Wenn die Schwelle zur Fehlzeit, auch krankheitsbedingt, zu niedrig liegt oder sich Unpünktlichkeiten häufen, akzeptiert das kein Betrieb. Das sollte Dein Mann selbstkritisch hinterfragen. Das Gleiche gilt für das kollegiale Verhältnis. Auch dabei klangen Unstimmigkeiten durch. Das alles ist aus der Ferne für mich nicht zu beurteilen.

Dagegen ist das Ansinnen des Chefs, gegen Rechnung zu bezahlen, ein typischer Fall der Scheinselbständigkeit. Dein Mann ist für seine soziale Absicherung alleine zuständig, ferner für Umsatz- und Einkommensteuer, er ist aber nicht tatsächlich selbständig und frei in seinen Entscheidungen hinsichtlich Arbeitszeit und Preisgestaltung und arbeitet nur für einen Auftraggeber. Das kann zur teuren Falle für den jetzigen Chef werden, aber auch Deinem Mann kann ich davon nur abraten. Entweder angestellt oder selbständig. Der Zwitter Scheinselbständigkeit verknüpft für ihn ausschließlich die Nachteile von Angestelltenjob und selbständiger Tätigkeit.

Dein Mann sollte sich also auf solches Angebot unter keinen Umständen einlassen. Im übrigen zahlt ein (Schein-)Selbständiger keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Damit steht er sehr schnell ohne Einkommen als Sozialhilfeempfänger da.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Diese Wege, da sehr ungewohnt, haben mich nochmals 1 Woche
fehlen lassen, sodass ich nun von meinem neuen Chef folgendes
Angebot bekam:
Künftig soll ich für ihn als selbständiger und freier
Mitarbeiter tätig werden??? Er zahlt dann eben die Zeit, die
ich anwesend bin und sonst nicht…

Dies ist ein verstoß gegen das Sozialgesetzbuch IV, denn Du wärst ein astreiner Scheinselbstständiger. Alle eingesparten Sozialabgaben müssen später nachgezahlt werden.

Er hätte mir auch einen Steuerberater, der sich hier auskennen
würde. Der Satz sei DM…

Diesen Steuerberater sollte der Arbeitgeber wechseln, der hat nun gar keine Ahnung.

Zuzüglich MwSt. und mehr würde momentan nicht bezahlt werden.
Die Rechnungsstellung meinerseits würde an ihn gehen.
Mein Arbeitsplatz würde sich durch die neue Konstellation
nicht ändern, nur die Bezahlung.

Die arbeitsrechtlichen Bedingungen ändern sich. Ein Scheinselbstständiger hat keine Arbeitnehmerrechte.

Auch einen Vertrag gäbe es, doch wie dieser aussehen würde,
entzieht sich meiner Kenntnis.
Was nun. Ich befinde mich noch in der Probezeit und kann
jederzeit mit 4 Wochen gekündigt werden. Ultimatum ist Ende
November 2001.
Was tun???

Ich habe durchaus Verständnis, dass Du Angst hast die Arbeitsstelle zu verlieren. Dennoch solltest du Dir es genau überlegen ob Du ein Scheinselbstständiger werden willst. Als Information darüber empfehle ich Dir die Broschüre vom Bundesarbeitministerium das im PDF Format heruntergeladen werden kann. http://www.bma.de/download/broschueren/a217.pdf

Grüße
Michael

Hallo Marlies,

Diese Wege, da sehr ungewohnt, haben mich nochmals 1 Woche
fehlen lassen,

was wohl heissen soll, hatte keine Lust oder verstehe ich es falsch ?

Angebot bekam:
Künftig soll ich für ihn als selbständiger und freier
Mitarbeiter tätig werden??? Er zahlt dann eben die Zeit, die
ich anwesend bin und sonst nicht…
Er hätte mir auch einen Steuerberater, der sich hier auskennen
würde. Der Satz sei DM…

wohl um die 30 Dm oder noch weniger ?

Zuzüglich MwSt. und mehr würde momentan nicht bezahlt werden.
Die Rechnungsstellung meinerseits würde an ihn gehen.
Mein Arbeitsplatz würde sich durch die neue Konstellation
nicht ändern, nur die Bezahlung.

Es geht hier wohl eher um einen klassischen Fall, dass ein Arbeitgeber unter Ausnutzung der Marktlage eine Einstellung vornimmt, den erstbesten Vorgang nimmt, um einen Arbeitnehmer zu einem Lohnverzicht mit illegalen Methoden zu treiben. Und ob eine zugesagte Zahlung überhaupt erfolgt, darf bezweifelt werden. Du hast zwar nichts über den Vetrag dargestellt, aber kann es sein, dass der Arbeitgeber nicht nur die Zahlung von der Anwesenheit abhängig macht, sondern auch von einer qualifizierten Leistung der Arbeit. Wenn er dies will, kann er jede Zahlung verweigern mit dem Hinweis, die Arbeiten wären nicht korrekt ausgeführt worden.

Empfehlung. Vorgang mit dem Berater des Arbeitsamtes besprechen, ggfls. Behördenleiter einschalten.

Auch einen Vertrag gäbe es, doch wie dieser aussehen würde,
entzieht sich meiner Kenntnis.

Weshalb hat Dein Mann den Vertrag nicht und kann ihn nicht oder kann ihn nicht prüfen lassen.

Was nun. Ich befinde mich noch in der Probezeit und kann
jederzeit mit 4 Wochen gekündigt werden. Ultimatum ist Ende
November 2001.
Was tun???

Wie hingewiesen, Arbeitsamt informieren,ggfls. Arbeitsplatz mit Zustimmung des AA wechseln. Unter solchen Umständen ist eine Fortsetzung eines Beschäftigungsverhältnisses nicht angeraten, ein Arbeitnehmer ist auch nicht verpflichtet rechtswidirrge Verträge und illegale Absprachen einzugehen.

Grüsse Günter

Selbstständig oder auch Schein.-S. heißt geldmäßig folgendes:

das Geld, welches aufs Konto kommt ist nicht wie beim Arbeitnehmer das Geld das er ausgeben kann, sondern eigentlich das brutto.
Du mußt dich noch (privat) Krankenversichern, für evtl Arbeitslosigkeit sorgen und deine Rente sichern. Ausserdem, wie von einem Vorschreiber schon erwähnt, auch noch versteuern.

Kein Verdienst wenn du krank bist oder im Urlaub oder mal eine Flaute da ist - also nur das was du arbeitest verdienst du auch. Weiterhin sind Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht festgesetzt.
Oder evtl Nacht- bzw Wochenend-/Sonntagsarbeit werden nicht zuusätzlich mit Zulagen bedacht.
Dienstkleidung wird nicht gestellt, Fahrzeug wahrscheinlich auch nicht.