Schmerzensgeld?

Von: , Frage gestellt am Di, 6. Nov 2001

Hallo ihr schlauen Köpfchen,

ich habe da mal eine Frage:
Meine Mutter ist vor 2 Tagen vom Auto angefahren worden.
Der Fahrer hat auch eindeutig schuld, denn das wurde von der Polizei bei dem Unfall aufgenommen.
Erst sah alles gar nicht so schlimm aus.
Dennoch wurde sie vom Unfallort mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht.
Sie hatte einige Prellungen, und Abschürfungen an den Beinen und den Armen davongetragen.
Sie hatte den Schuldigen dann angerufen, und die Beiden haben sich darauf geeinigt, das er für den entstandenen Schaden ( Jacke, Kette, Und Fahrrad mit Hilfsmotor ist dabei zu Bruch gegangen) aufkommen wollte. (ca. 600.00 DM)
Meine Mutter wollte im Gegenzug auf einer Anzeige verzichten.
So weit so gut:
Jetzt kommt es aber noch schlimmer:
Sie hatte seit dem starke Rückenschmerzen, und als sie dann heute nochmals ins Krankenhaus gefahren ist, stellte man einen kleinen Bruch an der Wirbelsäule fest.
Sie ist jetzt stationär aufgenommen worden.
Ich habe den Beschuldigten nochmals angerufen, und ihm mitgeteilt, das wir von einer Zahlung erstmal absehen wollen, da die Sachlage noch nicht entgültig fest steht.
Er sagte darauf nur noch: Von mir bekommt ihr eh nicht´s, und meint das der Fall für ihn gegessen sei.
Sofort haben wir dann doch noch die Strafanzeige nachgeholt.

Und jetzt zu meiner Frage:
Wie verhalten wir uns richtig?
Bekommt sie für diesen Unfall Schmerzensgeld, und wie hoch wird soetwas berechnet?
Was ist mit dem Schaden der Sachen die beschädigt wurden?

Ich würde mich wirklich sehr freuen wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte.
Bis dahin sage ich erstmal danke.
Sascha

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 56 Minuten 0 hilfreich
    Re: Schmerzensgeld?

    Hiho

    also erstmal, eine Anzeige wegen der Körperverletzung brauchst du eigentlich nicht nachträglich stellen ( siehe auch Thread weiter unten " Fahrlässige KV " ). Das läuft eigentlich alles automatisch. Auf JEDEN FALL würde ich die Unfallaufnehmende Polizeidienststelle ( müßte auf dem Unfallaktenzeichen stehen was deine Mutter bekommen haben müßte ) anrufen, und diese Rückenwirbelverletzung nachmelden !!!!!!!. Ansonsten tauchen nur die vor Ort bzw. vom Arzt im Khs. festgestellten Verletzungen auf. Da es sich bei der nachträglich festgestellten Rückenverletzung doch um eine erheblich schwerwiegendere handelt als die vor Ort festgestellte auf JEDEN FALL NACHMELDEN, und Rechtsanwalt einschalten.

    Das mit der Mündl. Vereinbarung der Schadensübernahme würde ich NIEMALS vor Ort annehmen, denn sonst kannst du ganz schnell auf den Hintern fallen.......wie es dir leider gerade von dem Unfallverursacher vorgemacht wird.

    Überlaß das mit dem Schmerzensgeld und der Sachschadenregulierung deinem REchtsanwalt !!!!!!!!!!!!!!!!


    MfG [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Lohnt es sich?

      @Mogli:
      Die Frage die sich mir stellt, ist:
      Lohnt es sich überhaupt einen Rechtsanwalt zu nehmen?
      Denn wenn für die ganze Angelegenheit nur ein "paar Mark" rüber kommen, kostet der Anwalt wahrscheinlich mehr als die Sache Wert ist.
      Sascha [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Lohnt es sich?

        Hiho

        also das mit dem RA würde ich auf jeden Fall machen, denn wenn deiner Mutter bleibende Schäden entstehen sieht es ja nicht so toll aus !!! und mit dem Rücken würde ich nicht spaßen. Ich persönlich habe eine Rechtschutzversicherung ( solltet ihr auch haben, frag mal deine Mutter ).

        Du schreibst ja auch das der Autofahrer definitiv Schuld hat. Ich kenne zwar den Unfallhergang nicht, denke aber wenn die Sachlage so klar ist, das deine Mutter keine TEILSCHULD trifft, dann solltest du dir auf jeden Fall einen RA nehmen, egal ob du eine RS Versicherung hast, diese RA Kosten trägt dann im Falle eines gewonnen Prozesses der Autofahrer.


        Bevor ich es vergesse, warte erstmal ab was die Polizei dazu sagt, bzw. ob sich die Versicherung des Autofahrers wegen der Schadensregulierung bei euch meldet.Ansonsten meldest du dich oder deine Mutter und hörst dir erstmal an was sie dir zu sagen haben.

        Denk dran es kann auch zu 2 Prozessen kommen.

        1. wegen dem Unfall, wenn der Verursacher alles abstreitet oder Unklarheiten vorhanden sind was den Unfallverlauf angeht ( evtl. Teilschuld deiner Mutter ?? )


        2. Das mit dem Schmerzensgeld mußt du zivilrechtlich einklagen, also dafür dann einen RA ( wobei ich mir auch einen für den 1. Fall nehmen würde ) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
    Re: Schmerzensgeld?

    Hallo ihr schlauen Köpfchen,
    Moin!

    Ich denke, ich brauche jetzt nicht im Detail auf Deine Fragen einzugehen.

    Ich kann Dir aber einen ganz dringenden guten Rat geben: Ab zu einem Rechtsanwalt! Am besten Gestern.

    Wegen der Kosten brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Auch dann nicht, wenn Du keine Rechtschutzversicherung hast.

    Da wie Du sagtest der Autofahrer Schuld hat, muß seine Versicherung auch Deinen Anwalt bezahlen. Solltest Du die Versicherung des Autofahrers nicht kennen, melde Dich einfach noch einmal bei mir. Soweit Du das Kennzeichen kennst, kannst Du die Versicherung über den Zentralruf der deutschen Autoversicherer rausfinden. Die Telefonnummer hab ich irgendwo, kann ich raussuchen.

    Ich würde Dir zunächst Dringend empfehlen, mit dem Autofahrer nicht mehr über den Fall zu reden. Dein Ansprechpartner ist die gegnerische Versicherung. Und zwar ausschließlich. Und die Verhandlungen mit der Versicherung solltest Du einem Rechtsanwalt überlassen. Auf gar keinen Fall solltest Du Dich darauf einlassen, mit der Versicherung selbst zu verhandeln. Dabei wird man eventuell schnell versuchen, Dich "billig" abzuspeisen.

    Ob es sich lohnt? Zunächst mal muß die Versicherung für den Dir (bzw. Deiner Mutter) zugefügten Schaden haften, also Schadenersatz leisten.

    Dazu gehört erstens der Materielle Schaden. Also alles, was beschädigt wurde. Zweitens ist der Rechtsanwalt zu bezahlen, da Dir das Recht auf einen Rechtsanwalt zur Wahrung Deiner Interessen zusteht. Und Drittens gibt es eventuelle Ansprüche auf Schmerzensgeld und natürlich auf eventuell entstandenen Verdienstausfall zu berücksichtigen. Ich will hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Im Einzelnen wird Euch das ein Rechtsanwalt erklären können.

    Der Anwalt wird auch alles weitere mit der Polizei klären, darum brauchst Du Dich auch nicht zu kümmern.

    Außer dem Gang zum Anwalt brauchst Du nichts weiter zu tun, alles weitere wird der für Euch erledigen. Ganz wichtig ist allerdings, das der Anwalt von Deiner Mutter als der Geschädigten beauftragt wird. Wenn Du Dich dann lieber selbst darum kümmern möchtest, um Deine Mutter zu entlasten, dann kann Deine Mutter dem Anwalt die NBefugnis erteilen, mit Dir alles weitere zu klären. Gegenüber der Versicherung wird der Anwalt aber als Vertreter Deiner Mutter auftreten.

    Wenn Du noch weitere offene Fragen dazu hast melde Dich einfach bei mir.

    Greetings and

    So long.

    Der Dicke MD.

  3. Antwort von nach 15 Stunden 1 hilfreich
    Re: Schmerzensgeld?

    Moien!

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß da durchaus ein Schmerzensgeld von 15.000 oder mehr drin ist. Hängt natürlich davon ab, was der Arzt in den Untersuchungsbericht schreibt, usw....bei mir schrieb er z. B. rein, daß ich nach dem Unfall 5% schwerbehindert sei, da ich keine schweren Sachen tragen können...völliger Blödsinn aber brachte mehr Geld ;o)))

    Du sagst der Autofahrer hatte eindeutig Schuld... das haben schon viele gedacht und am Ende doof aus der Wäsche geguckt. Die Begründung die Polizei habe es so aufgenommen ist auch irrelevant, denn das ist net entscheidend.
    Wie ist der Unfall denn abgelaufen??

    Ein Anwalt lohnt sich auf alle Fälle, denn selbst wenn deine Mutter eine Teilschuld abbekommt finanziert sich der Anwalt dadurch, daß er mit Sicherheit mehr Schmerzensgeld rausholt als du direkt von der Versicherung bekommen würdest!

    Bernd

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