Soldaten sind Mö. -Urteil?

Hallo,
gleich einmal vorne weg: Ich möchte auf keinen Fall hier eine ewige Diskussion zu irgendwelchen moralischen oder sozialpolitischen Grundlagen anzetteln, mich interessiert nur die Rechtslage.
Ich hatte die Diskussionen zu den „Soldaten sind potentielle Mörder“-Aussagen zwar vor einiger Zeit verfolgt, die genaue Rechtslage ist mir aber noch immer nicht ganz klar.

Wie sind die Unterschiede wenn man mit diesem Zitat a) einen Soldaten persönlich b) die Bundeswehr oder c) alle Soldaten im Allgemeinen anspricht?
Wird ein Unterschied gemacht, wenn man das Wort „potentiell“ weglässt?
Wie steht es mit ähnlichen allemeinen Aussagen wie „Autofahrer sind potentielle Mörder“, was noch sehr allgemein ist oder etwa „Bäcker sind potentielle Mörder“, was genauso wie Soldaten einen Berufszweig angreift?
Der Bäckerinnung würde das sicherlich auch nicht gefallen, die Aussage ist zwar an den Haaren herbeigezogen aber dennoch genausowenig falsch.
Menschen sind potentielle Mörder, aber eben nur potentiell.

Wenn jemand sich bis hierher durch meinen Fragenwust durchgelesen hat, dann wäre ich ihm für eine Antwort sehr dankbar.

Wie steht es mit ähnlichen allemeinen Aussagen wie „Autofahrer
sind potentielle Mörder“, was noch sehr allgemein ist oder
etwa „Bäcker sind potentielle Mörder“, was genauso wie
Soldaten einen Berufszweig angreift?
Der Bäckerinnung würde das sicherlich auch nicht gefallen, die
Aussage ist zwar an den Haaren herbeigezogen aber dennoch
genausowenig falsch.

Hallo,

da fehlt jetzt bloß noch „alle Männer sind potentielle Vergewaltiger“.

Das Töten von Menschen gehört beim Soldaten zum Handwerk. Dabei kann man nur durch spitzfindige Unterscheidung den Mordvorwurf abwenden, indem man die staatlich sanktionierte Tötung eben nicht als Mord bezeichnet. Das Kennzeichnende eines Mordes im Unterschied zum Totschlag, nämlich eigennützig und/oder aus niederen Beweggründen, ist oft genug beim soldatischen Tun erfüllt. Hält man dem Soldaten zugute -in den meisten Fällen wohl zu Recht - er mordet auf Geheiß und auf Befehl, so bleibt es trotzdem Mord.

Die Diskussion ist sattsam bekannt. Es folgen dann Argumentationen mit Notwehr, Nothilfe, Prävention und mehr. Dabei haben wir uns daran gewöhnt, daß der Täter, der den Tod Unbeteiligter billigend in Kauf nimmt, für sein Tun zur Rechenschaft gezogen wird. Beim Militär bekommt das Kind einen anderen Namen, heißt Kollateralschaden und ist vom Tisch.

Deine Aussage mit den Bäckern ist nur abwegig. Das Umbringen von Menschen gehört nicht zum Bäckerhandwerk. Beim Soldaten im Einsatz ist es aber normaler Berufsalltag, oft genug einziger Einsatzzweck. Siehst Du den Unterschied wirklich nicht?

Die Diskussion ist ideologisch geprägt, polarisiert, aber löst nichts. Wenn man feststellt, daß das Töten von Menschen und die Vernichtung von Natur und von menschlichen Existenzgrundlagen zum soldatischen Handwerk gehört, reicht es zur Verdeutlichung des Sachverhalts.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,
genau so eine hitzige Diskussion wollte ich eben nicht beginnen.
Wir sind uns sicherlich einig, dass Krieg so ziemlich das Schlimmste ist das passieren kann. Die Soldaten der anderen Seite sind genauso Menschen. Sie, die Zivilbevölkerung, die Natur. Alles leidet unter den Konsequenzen.

Natürlich sehe ich den Unterschied zwischen einem Soldaten und einem Bäcker. Aus diesem Grunde habe ich den Bäcker auch als Gegenbeispiel gewählt. Es geht mir aber noch immer um die rechtlichen Grundlagen, wo genau die Grenze gezogen wird oder ob man mit einem Zusatz wie „potentiell“ jede Aussage verallgemeinern kann.
Die „Soldaten sind potentielle Mörder“-Aussage ist eben nur das Paradebeispiel.
Dein Beispiel „alle Männer sind potentielle Vergewaltiger“ fällt in die gleiche Kategorie.
„Bauarbeiter sind potentielle Naturzerstörer“ passt vielleicht eher, wenn man die allgemeine Verstädterung, Versiegelung des Bodens und das Abholzen von Wäldern betrachtet. Es ist Bestandteil ihres Berufes, um einen anderen Zweck zu erfüllen.
Ich möchte nicht polemisch wirken, dieses sind alles nur Beispiele zu meiner Kernfrage bezüglich der Rechtsgrundlagen und -auslegungen.
Ich sehe sehr wohl den Unterschied zwischen Bäckern, Männern, Bauarbeitern und eben Soldaten. Deine Argumentation habe ich aufmerksam gelesen und ich stimme Dir auch weitgehend zu. Nicht in allen Punkten, aber wie gesagt soll dieses nicht zu einer Grundsatzdiskussion führen, derer schon genug geführt wurden ohne, wie Du schon sagtest, eine Lösung zu finden.

Gruß