3000 Euro mündelsicher

Hallo,

ich soll für einen Betreuten 3000 Euro mündelsicher (!) anlegen. Ein normales Sparbuch bringt da ja nichts ? Wer weiss eine bessere sprich zinsgünstigere Anlageform ?

Gruss

Andreas

Guten Tag Andreas,
einfach zu handhabende und mündelsichere Anlagemöglichkeiten sind
zum Beispiel: Festgeldkonto, Sparbrief oder Bausparvertrag in der Variante Hochzinstarif für Leute, die ihr Bauspardarlehen nicht in Anspruch nehmen wollen.

Schönen Gruß

Günther

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Lieber Günther,

das sehe ich auch so. Also sind wir schon zwei mit der gleichen Meinung. Schön. Aber wird sind ja keine Rechtspfleger. Der sieht das nämlich anders, zumindest was Bausparen anbetrifft.

Der ist stur, stur, stur und behauptet steif und fest, Bausparen ist nicht mündelsicher. Ende der Diskussion.

Natürlich gibt es andere Anlagemöglichkeiten, ich muss mich nicht auf Bausapren versteifen. Aber bei einem anderen Rechtspfleger war es vor wenigen Jahren ohne weiteres möglich, Gelder zu 4 % Zinsen bei einem großen deutschen Bausparer anzulegen. Das war das beste Angebot weit und breit.

Wer macht diesen dickschädligen Rechtspfleger haftbar, nur weil er auf seiner Meinung beharrt ? Es geht ja nicht um große Summen, aber die Entscheidungen sollen doch zum Wohle des Betroffenen ausfallen.

Gruss

Andreas

Hallo Andreas,

ich sträube mich nicht, dazuzulernen. Wenn ein bestimmter Rechtspfleger das Bausparen nicht als mündelsicher ansieht, so heißt das für mich, dass ein bestimmter Rechtspfleger das Bausparen eben nicht als mündelsicher ansieht. Nicht mehr und nicht weniger.

Freilich ist es unverhältnismäßig bis albern, deswegen nun eine
Feststellungsklage zum Beweis des Gegenteils anzustrengen.
Die Alternative heißt schlicht: Es gibt noch Sparbriefe.
Übrigens auch von namhaften Bausparkassen. Mit einer Verzinsung, die
über der Bausparverzinsung liegt.

Schönen Gruß
Günther

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Lieber Günther,

das sehe ich auch so. Also sind wir schon zwei mit der
gleichen Meinung. Schön. Aber wird sind ja keine
Rechtspfleger. Der sieht das nämlich anders, zumindest was
Bausparen anbetrifft.

Könnte daran liegen, dass das Bausparen das einzig legale Schneeballsystem ist.

Der ist stur, stur, stur und behauptet steif und fest,
Bausparen ist nicht mündelsicher. Ende der Diskussion.

Da sind wir ja schon zwei auf der Schiene. Ich nutze jede Gelegenheit, um von Bausparen abzuraten. Ich kennen keinen wirklich sinnvollen Fall, wo Bausparen der beste (oder auch nur ein guter) Weg zur Lösung des Problems war!

Frank Wilke

Hallo Herr Wilke,

sprechen Sie doch mit nur einem von Millionen zufriedenen Bausparern
in Deutschland. Sei es, dass ein Teil der Immobilienfinanzierung über ein Bauspardarlehen abgewickelt wurde oder wird, sei es, dass der
Vertrag nur zum Ansparen einer Geldsumme ohne Finanzierungsabsicht verwendet wird, sei es, dass Wohnungsbauprämie bzw. Arbeitnehmersparzulage mitangesammelt werden oder sei es, dass irgendein Unbedarfter einfach nur eine mündelsichere und bequeme
Sammelstelle für seine sog. Vermögenswirksamen Leistungen braucht.
Überall stoßen Sie auf einen Bausparvertrag.

Fehler im Zusammenhang mit Bausparen können nur dann entstehen, wenn
eine Bausparsumme zu hoch gewählt wird oder aus Nachlässigkeit die
WOP bzw. ANSZ nicht beantragt werden, weil der Bausparvertreter
sich nicht um den Kunden kümmert und der es allein nicht gebacken
bekommt.

Ansonsten kann ich nicht sehen, weswegen die Kategorie „Schneeballsystem“ in besonderer Weise für das Bausparen zutreffen sollte.
Überall in der Finanz- bzw. Versicherungsbranche verdienen Vorgesetzte
daran mit, wenn Mitarbeiter irgendwelche Verträge vermitteln, ohne dafür direkt den Finger krumm machen zu müssen. Besonders ausgeprägt
ist das bei den sog. Strukturvertrieben, wo das Anwerben neuer
Mitarbeiter zu den Arbeitspflichten gehört.
Vielleicht verwechseln Sie auch ein Schneeballsystem, bei dem nur heiße Luft umgewälzt wird (z.B. sog. Kettenbriefaktionen) mit dem,
was seit Jahrzehnten in der Finanz- und Versicherungsbranche Usus ist?

Da bekanntlich die Abschlussprovisionen beim Bausparen im Vergleich zum Bereich PKV oder LV oder Finanzanlage nachgerade harmlos sind,
kann ich nicht verstehen, warum Sie gerade die Bausparkassen
besonders kritisieren. Vielleicht erfahren wir ja noch mehr von Ihnen?

Gruß
Günther

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Da sind wir ja schon zwei auf der Schiene. Ich nutze jede
Gelegenheit, um von Bausparen abzuraten. Ich kennen keinen
wirklich sinnvollen Fall, wo Bausparen der beste (oder auch
nur ein guter) Weg zur Lösung des Problems war!
Frank Wilke

Hallo Herr Wilke,

sprechen Sie doch mit nur einem von Millionen zufriedenen
Bausparern
in Deutschland.

Das ist es ja gerade - egal wo man geht und steht: Bausparen wo man hinsieht. Das muss ja gut sein… dachte ich früher auch.

Sei es, dass ein Teil der
Immobilienfinanzierung über ein Bauspardarlehen abgewickelt
wurde oder wird,

An dieser Stelle bitte ich Sie, die Vorteile des Bausparens zu erörtern, dann kommen wir glaub ich schneller zusammen.

sei es, dass der
Vertrag nur zum Ansparen einer Geldsumme ohne
Finanzierungsabsicht verwendet wird,

Schönes Beispiel: Aktuell von der Postbank/BHW. 1% Zins in der Ansparphase. Verzichtet man nach 7 Jahren auf das Bauspardarlehen, rückwirkend bis zu 4% (Sternchen, Fussnote, Hinweise, etc.).
Fazit:
Man bindet sich 7 Jahre lange unflexibel an eine Geldanlage, um nach 7 Jahren einen Zins von 4% zu erreichen. Da ist sogar Prämiensparne besser! Oder Immobilienfonds!

sei es, dass
Wohnungsbauprämie bzw. Arbeitnehmersparzulage mitangesammelt
werden

Aber es hat sich schon herumgesprochen, dass die ANSZ für Bausparen nur HALB SO HOCH ist wie für Fondssparen???

oder sei es, dass irgendein Unbedarfter einfach nur
eine mündelsichere und bequeme
Sammelstelle für seine sog. Vermögenswirksamen Leistungen
braucht.

s.o. - entweder Fondssparen, oder mit den VL lieber gleich eine Direktversicherung bestücken. Dort ist die Nachsteuer-Rendite weit höher!
Wohnungsbauprämie als Schmerzensgeld, okay - aber da die Große Koalition bereits über die Abschaffung nachdenkt, gebe ich dieser nicht mehr lange.

Überall stoßen Sie auf einen Bausparvertrag.

Das ist ja so schade daran!

Ansonsten kann ich nicht sehen, weswegen die Kategorie
„Schneeballsystem“ in besonderer Weise für das Bausparen
zutreffen sollte.

Schneeball ist bewusst etwas übertrieben, aber ich kenne kein anderes Produkt, in dass andere einzahlen müssen, damit ich mein Geld rausbekomme, d.h. mein Vertrag „zuteilungsreif“ wird.
Bin ich der letzte, der einen Bausparvertrag abschließt, werde ich voraussichtlich eher spät bis nie an mein Geld kommen.
Nicht umsonst ist eine große deutsche Bausparkasse nach dem Mauerfall in Bussen "rüber"gefahren, um noch frisches Blut für Ihre Bauspar-Püppchen zu bekommen.

Vielleicht verwechseln Sie auch ein Schneeballsystem, bei dem
nur heiße Luft umgewälzt wird (z.B. sog. Kettenbriefaktionen)
mit dem, was seit Jahrzehnten in der Finanz- und Versicherungsbranche
Usus ist?

Bitte schauen Sie doch mal über den Tellerrand. Alle wirklich guten Finanzierungssysteme und Geldanlagen sind Export-Schlager in alle Länder. In welchen Ländern finden Sie denn noch Bausparen? Müssten viele sein, wenn’s so gut ist. Ich bin auf die Aufzählung gespannt!

Da bekanntlich die Abschlussprovisionen beim Bausparen im
Vergleich zum Bereich PKV oder LV oder Finanzanlage nachgerade
harmlos sind,
kann ich nicht verstehen, warum Sie gerade die Bausparkassen
besonders kritisieren. Vielleicht erfahren wir ja noch mehr
von Ihnen?

Gerne mehr …
in diversen anderen Stellen hier habe ich bereits die (m.E.) Nachteile des Bausparens auseinander"gedröselt". Mein Leitsatz dazu:
„Lieber Geld renditeträchtig anlegen, dann kann mir der Darlehenszinsin 10/15/20 Jahren (fast) egal sein.“

Es gibt das Bausparen. Hier lege ich Geld zu einem kargen Zinssatz an, um später ein Darlehen mit einem tollen Darlehenszins zu bekommen.
Und es gibt Möglichkeit 2: Das Geld von Beginn an mit einem ordentlichen Zins anlegen und dabei soviel Mehrwert erwirtschaften, dass ich deutlich weniger Geld aufnehmen muss!
In einer Beispielrechnung an anderer Stelle (sollte über die Archivsuche zu finden sein) kam bereits heraus, dass ich bei den aktuellen Vertragskonstellationen das Geld zu einem mittelmäßigen Festgeldsatz anlegen kann und damit nach 10 (oder 15) Jahren soviel „mehr“ habe, dass ich für das deutlich kleinere verbleibende Restdarlehen sogar 10% zahlen kann und trotzdem besser fahre.

Vielleicht erfahre ich ja von Ihnen die wirklich guten Seiten, die mir bisher verborgen geblieben sind?

Frank Wilke

Hallo Herr Wilke,

über die Vorteile des Bausparens will ich mich nun aber nicht weiter
verbreiten. Die sind - in Grenzen - sicher gegeben, aber das führt uns doch jetzt ganz weit weg von der Frage wie 3000 Euro mündelsicher angelegt werden können.
Ihre Einschätzung bezüglich der WOP als Schmerzensgeld teile ich nicht. Wir sprechen über maximal 90 Euro jährlich für Verheiratete.
Gemessen an durchschnittlichen Sparleistungen, wie Sie von Bausparern in Deutschland erbracht werden, ist das eine erhebliche „Ersatzverzinsung“ von eben 8,8 % bezogen auf 1024 Euro Sparleistung. Wer hält da mit?

A` propos Verzinsung: Warum sind denn 4 % bei festen 7 Jahren
schlecht ?
Abgesehen davon, dass die 4 % mit aktuellen Tarifen nicht mehr zu bekommen sind, bewegt sich das ganze doch auf dem Niveau von Sparbriefen bei gleicher Laufzeit. Ich kann daran nichts Schlechtes erkennen. Zumal wir ja über mündelsichere Anlagen sprechen.

Und in dem Zusammenhang - Sie nehmen mir das bitte nicht übel -
halte ich es nicht für sachgerecht, wenn Sie einen Vergleich mit Fondsprodukten bzw. einer Direktversicherung aufstellen.
Im einen Fall prallen völlig unterschiedliche Welten aufeinander:
Hier die Welt der biederen Sicherheitssparer, dort die Welt der
Glücksspieler. Auch eine DV ist eine völlig andere Kategorie.
In der Regel legt man sich über Jahrzehnte dabei fest, wohingegen
der Bausparer sich sagt: „Na gut, sieben Jahre muss ich durchhalten, dafür gibts dann die höheren Zinsen und die WOP oben drauf.“

Auch mit Ihrer Darstellung bezüglich des „mein Geld rausbekommen“ gehe ich nicht einig. Es handelt sich um einen Anspruch auf ein Bauspardarlehen, den sich der Kunde durch seine eigene Sparleistung
gegenüber der Bauspargemeinschaft „erdackeln“ muss.
Mitnichten ist es „sein“ Geld, das er herausbekommt. Die Gemeinschaft
gewährt ihm einen zinsgünstigen Kredit, wenn er zuvor über Jahre hinweg bewiesen hat, dass er zu sparen in der Lage ist.

Eine der guten Seiten des Bausparens - nach der Sie sich erkundigen -
besteht darin, dass der Kunde im Kleinen daran gewöhnt wird, Geld zu
sparen. Beweist er, dass er das beherrscht, so weiss er auch, was
ungefähr auf ihn zurollt, wenn er irgendwann eine Immobilienfinanzierung im deutlich sechsstelligen Bereich angeht.
Aber all das sollte eigentlich gar nicht unser Thema sein.
Es ging um die mündelsichere Anlage eines kleineren Betrages, ohne
dass der zeitliche Anlagehorizont genannt wurde. Ich bleibe bei meiner
Einschätzung, dass ein kleiner Bausparvertrag in der Hochzinsvariante
mit derzeit maximal ca. 3,5 % Verzinsung plus WOP eine empfehlenswerte
Anlage ist.

Gruß
Günther

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Herr Wilke,
[…]
A` propos Verzinsung: Warum sind denn 4 % bei festen 7 Jahren
schlecht ?

Sie sind nicht schlecht, aber eben nicht gut. Wer sich auf so lange Zeit festlegt, darf eigentlich höheres erwarten. Und: Wer vorzeitig aussteigt, hat mit 1% nicht mal einen Inflationsausgleich. DAS finde ich eigentlich viel trauriger.

Abgesehen davon, dass die 4 % mit aktuellen Tarifen nicht mehr
zu bekommen sind,

Das war ein Beispiel eines aktuellen BHW-Tarifs. Wenn das nicht geht, wenden Sie sich bitte an die BHW wegen irreführender Werbung.

bewegt sich das ganze doch auf dem Niveau
von Sparbriefen bei gleicher Laufzeit.

Aber diese Sparbriefe werfen eben in den ersten 6 Jahren nicht nur 1% ab.

Und in dem Zusammenhang - Sie nehmen mir das bitte nicht übel

halte ich es nicht für sachgerecht, wenn Sie einen Vergleich
mit Fondsprodukten bzw. einer Direktversicherung aufstellen.
Im einen Fall prallen völlig unterschiedliche Welten
aufeinander:
Hier die Welt der biederen Sicherheitssparer, dort die Welt
der
Glücksspieler.

Jedem seine Sichtweise. Aber „Fondssparer“ als Glücksspieler zu bezeichnen, finde ich wiederum unpassend. Sorry!

Auch eine DV ist eine völlig andere Kategorie.
In der Regel legt man sich über Jahrzehnte dabei fest,

Dafür habe ich natürlich auch völlig andere Nachsteuerrenditen!

Auch mit Ihrer Darstellung bezüglich des „mein Geld
rausbekommen“ gehe ich nicht einig. Es handelt sich um einen
Anspruch auf ein Bauspardarlehen, den sich der Kunde durch
seine eigene Sparleistung
gegenüber der Bauspargemeinschaft „erdackeln“ muss.
Mitnichten ist es „sein“ Geld, das er herausbekommt. Die
Gemeinschaft
gewährt ihm einen zinsgünstigen Kredit, wenn er zuvor über
Jahre hinweg bewiesen hat, dass er zu sparen in der Lage ist.

Genau das meinte ich ja: Fehlt die Gemeinschaft, die weiterspart (also diejenigen nach mir), so kann ich nach dieser Erklärung keinen Kredit bekommen. Das ist meiner bescheidenen Meinung nach einer der Knackpunkte des Bausparens - Generationenverträge sind schon mehrfach gescheitert.

Dankbar wäre ich noch für einen Hinweise, in welche anderen Länder diese tolle Sparanlage und Finanzierungsform exportiert wurde.

Vielen Dank für Ihre Ausführungen

Frank Wilke

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Hallo Gemeinde,

also von der Diskussion über das Thema bausparen bin ich ja hochgradig begeistert! Bitte macht weiter Freunde! :smile:

Aber vor lauter baugespare sollten wir unseren lieben Fonds nicht vergessen, denn auch hier gibt es so einige, die als mündelsicher anerkannt sind.

Die aktuelle Liste findet sich auf der Website des BVI:
http://www.bvi.de/de/basiswissen/anlegen_mit_fonds/m…

Aber bitte fragt mich nicht, nach welchen Kriterien die Gerichte hier im Einzelfall wohl entschieden haben…???
Also im Interesse des Betreuten den einzelnen Fonds lieber nochmal hinterfragen.

Gruß Schorsch (für den Bausparer auch kein Kompliment ist…)