Re^2: Aktienfond langfristig
Hallo Rainer,
zum Ersten wäre mal zu klären, ob eine reine Anlage in Aktien die richtige "Asset Allocation" für Dich ist.
Es gibt verschiedenste Modelle und Ideen. Für eine mußt Du Dich entscheiden und dann hoffen, dass es eine gute ist. Wissen kann das niemand, nur aufgrund der Vergangenheitsdaten annehmen.
Laut Portfoliotheorie ist eine Mischung aus verschiedenen unterschiedlichen Anlageklassen (z.B. Aktien / Renten / Immobilien) "effizienter" als eine reine Aktienanlage. Das bedeutet: Gleiche Rendite bei weniger Risiko (Geringere Schwankungen) oder mehr Rendite bei gleichem Risiko. Wie gesagt, Theorie.
Wenn Du also Deine für Dich (zu Deiner Risikoneigung und dem Anlageziel) passende Allokation gefunden hast, kommt der Sparplan ins Spiel.
Durch den Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average) macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, in etwas anderes als Aktienfonds zu sparen. Einen entsprechenden Zeithorizont vorausgesetzt.
Wenn Du so etwas z.B. 1997 begonnen hast, dann dürfte dieses Depot derzeit satt im Plus liegen. Jetzt würde ich mir schon mal Gedanken machen, den angesparten Betrag in die eigenlich zu mir passende Allocation zu überführen, um das Risiko bei sinkenden Kursen zu begrenzen. Der Sparplan kann ruhig weiter laufen.
Die Kunst liegt dann im Umgang mit der Allocation. Mit zunehmendem Lebensalter bzw. je näher man am Ende des Anlagezeitraumes ist, umso mehr Risiko sollte abgebaut werden, um nicht den beschriebenen "2000-2003-Effekt" zu erleiden.
Genauso wichtig ist es aber auch, während der Laufzeit nach Verlustphasen wieder in die Aktien zu investieren. Z.B. indem einmal jährlich die gewünschte Basisallocation wieder hergestellt wird. Sonst bist Du beim nächsten Aufschwung an den Börsen nicht mit dabei.
Logischerweise sollte nach starken Jahren der überschüssige Aktienanteil in die konservatien Anlagen umgeschichtet werden, um das Risiko im gewünschten Maß zu halten.
Viele Grüße
Schorsch