Drucken Zinsen nicht Geld??

Von: , Frage gestellt am Di, 12. Mai 2009

Hallo!

Es ist ja bekanntermaßen illegal Geld (zum Beispiel in Form von Banknoten) zu drucken; also könnte man auch sagen, es ist illegal Geld aus dem Nichts zu erschaffen.

Folgendes Gedankenexperiment: Wenn ich es schaffe jedem Menschen 1 Euro zu leihen und dafür als Gegenleistung nach einem Jahr 1 Euro und 1 Cent zurückverlange, habe ich dann nicht auch Geld aus dem Nichts geschaffen.

Irgendwie sehe ich da jetzt keinen wirklichen Unterschied und damit keinen Grund warum das eine illegal ist und das andere nicht..

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 10 Minuten 0 hilfreich
    Re: Drucken Zinsen nicht Geld??

    Hallo!

    Es ist ja bekanntermaßen illegal Geld (zum Beispiel in Form
    von Banknoten) zu drucken; also könnte man auch sagen, es ist
    illegal Geld aus dem Nichts zu erschaffen.

    Folgendes Gedankenexperiment: Wenn ich es schaffe jedem
    Menschen 1 Euro zu leihen und dafür als Gegenleistung nach
    einem Jahr 1 Euro und 1 Cent zurückverlange, habe ich dann
    nicht auch Geld aus dem Nichts geschaffen.
    Ich finde das ist ein sehr interesanter Gedankengang, hat aber nicht viel mit der Realität zu tun. Du erschaffst, wenn du jemanden Geld leihst nicht Geld aus dem nichts. Irgendjemand anders muss dafür schliesslich auch bezahlen. Die Summer des Geldes im Umlauf bleibt somit gleich und aus dem nichts schaffst du das Geld schliesslich auch nicht. Das Verleihen als Geld könnte man als Dienstleistung bezeichnen. Für diese Dienstleistung erhältst du natürlich eine Gegenleistung.
    Irgendwie sehe ich da jetzt keinen wirklichen Unterschied und
    damit keinen Grund warum das eine illegal ist und das andere
    nicht..
    Der Unterschied besteht darin, dass man für Dienstleitstungen und "Geldverleih"-Geschäfte genauso bezahlen muss, wie wenn du zum Haare schneiden gehst. Nach deiner Argumentation würde der Frisör auch Geld aus dem nichts schaffen ;-)

  2. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Drucken Zinsen nicht Geld??

    ich überlege gerade laut: geht man von einer festen Gelmenge in einem geschlossen System aus, sagen wir mal 1.000 EUR. Es leben 10 Menschen im System, jeder hat 100 EUR. Wenn Jeder das Geld als Tauschmittel für Waren (nach dem Prinzip Ware gegen Geld) nutzt, bleibt die Geldmenge gleich.

    Kauft nun Person A von Person B Waren für 200 EUR, weil sie einen Laden eröffnen möchte und leiht sich von C 100 EUR. Dafür werden 10 % Zinsen pro Jahr fällig. A muss an C jedes Jahr 10 EUR bezahlen.

    Nach einem Jahr hat A (wenn nichts verkauft wurde) 110 EUR Schulden bei B. (A hat -110, B hat 300 C hat 110. Alle anderen haben ausgeglichen gewirtschaftet und immer noch je 100 EUR). Das System hat immer noch 1000 EUR.

    • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Drucken Zinsen nicht Geld??

      Hallo,

      da ist ein Denkfehler. Wenn ich mir Geld leihe und es mit Zinsen zurückzahle, das Einkommen sich aber nicht ändert, dann muss ich diese Zinsen irgendwo einsparen. Z. B. nicht auswärts Essen gehen, kein Kino usw.

      D. h., meine verfügbare Geldmenge bleibt gleich, der Ausgabenzwecke ändert sich aber.

      Gruss

      Andreas

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Drucken Zinsen nicht Geld??

        da ist ein Denkfehler. Wenn ich mir Geld leihe und es mit
        Zinsen zurückzahle, das Einkommen sich aber nicht ändert, dann
        muss ich diese Zinsen irgendwo einsparen. Z. B. nicht auswärts
        Essen gehen, kein Kino usw.

        D. h., meine verfügbare Geldmenge bleibt gleich, der
        Ausgabenzwecke ändert sich aber.
        Vielleicht sind die Modellannahmen, die hier diskutiert werden einfach zu restriktiv bzw. zu weit von der Realität weg.
        Früher hat man sich mal Geld geliehen um irgendwelche Investitionen zu tätigen. Der Geldleiher war dabei jedoch in der Regel Mitinvestor. Es wurde also nicht einfach Geld verliehen, um dafür Geld zu erhalten, es hatte mehr den Charakter einer Beteiligung. Früher war es hier in unseren Breitengraden und ist es in weiten Teilen der Welt bis heute sehr verpönt, nur fürs Geldverleihen Geld zu nehmen. Die Mitglieder einer bestimmten religiösen Weltanschauung hatten damit allerdings nie ein Problem. Aus diesem Grund sitzen haben sie heute einen maßgeblichen Einfluß im Finanzsektor und sind bei den Mitgliedern anderer Anschauungen nicht ganz so gut gelitten.

        Aber zurück zum Thema. Wenn das Verleihen also die Beteiligung an einer Unternehmung im weitesten Sinne ist, dann entsteht dadurch ja ein gewisser Mehrwert. Am Ende ist also nicht nur mehr Geld vorhanden, sondern auch mehr Werte. Wäre die Geldmenge strikt festgeschrieben, müßten die Preise sinken. Das will man aber aus diversen Gründen nicht.

        Gruß

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