Auf ALLES 20% Steuer

Hallo,

mal eine ganz naive Idee:
Wie wäre es, wenn von ALLEN Einkommen (vom Gehalt eines Angestellten bis zum Gewinn einer AG) einfach 20% (oder 10% oder 30% oder …) Steuern abgeführt werden müssten?
Keine Ausnahmen, keine Sonderregeln, kein garnichts.

Als mögliche Erweiterung: Abschaffung von Mehrwertsteuer, Tabaksteuer usw.

Was würde da passieren? (Abgesehen von vielen arbeitslosen Finanzbeamten)

mfg
Martin

Hi,

Keiner würde mehr 100 km vom Wohnort entfernt Arbeit annehmen, weil er sichs nicht leisten kann, die Fahrtkosten ohne Steuererleichterung zu bezahlen.
2.
Bei Kleinverdienern würde das Existenzminimum besteuert, das schafft zusätzliche Arbeit für Sozialamtsmitarbeiter
3.
der Staat könnte gewünschte Investitionen nicht mehr bevorteilen (z.B. Sanierung von Wohnraum)
4.
es müssten etwas mehr als 40% sein, sonst ist der Staat schlicht Pleite
(erinnere dich an den Wahlkampf, da war einer der CDU-Punkte die Senkung der Staatsquote auf 40% - wenn Du alles gleich besteuerst ist diese Quote genau der Satz, der erhoben werden müsste, damit der Staat die gleichen Einnahmen hat wie bisher)
5.
spätestens nach Punkt 4 sollte kar sein, das die Idee nicht wirklich hilfreich sein dürfte…

Gruß,
Micha

Hallo Jaku,

so dumm ist die Idee gar nich! 40 % Staatsquote bedeutet ja nicht Steuereinnahmen in höhe von 40 % des BIP. Dies heißt ALLE Einnahmen des Staates als von Hundert Satz des Bruttoinlandsproduktes. Das Steueraufkommen macht heute rund 23 von Hundert des BIP aus, noch einmal 23 von Hundert sind Sozialversicherungseinnahmen. Insofern wären 20 % nicht viel weniger als die heutigen 23%.

Wenn man den Gedanken weiterspinnt würde eine Senkung der Steuersätze auf dieser breiten Front die Arbeitslosigkeit mit Sicherheit senken. Dies hätte wiederum zur Folge, dass die Wertschöpfung steigen würde und damit das BIP. Die Sozialversicherungen hätten weniger Ausgaben und mehr Einnahmen, also könnten die Sätze sinken. Die Kommunen müssten weniger für Sozialhilfe bezahlen und könnte mehr in Bildung, Innere Sicherheit et cetera investieren. Insofern wäre es eine durchaus positive Spirale :smile:

Allerdings ist eine Abschaffung aller indirekten Steuern utopisch, da selbst bei einem 20 % Steuersystem immer Freibeträge anfallen würden und insofern nie 20 % Steuerquote zu erreichen werden. Also braucht man schon noch die Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer etc.

Grüße

Bernd

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi,

kurzer hinweis auf meinen erst gestern erstellten beitrag zur zukunft von steuern und sv-system. habe mir allerdings die nennung von konkreten st.saetzen und tarifen gekniffen, da diese von zu vielen faktoren abhängen um sie zu ermitteln.

im grunde gebe ich dir natuerlich recht:

DAS DEUTSCHE STEUER-SOZIALKASSEN-SYSTEM MUSS EINFACHER WERDEN!!!

gruss vom

showbee

p.s. nur schade das nicht alle wähler so gedacht haben :wink:

Hallo,

hier einige Gedankengänge meinerseits :smile:

zu 1.
Ich unterstelle einmal, das man bis jetzt nur dann eine Arbeit, die mehr als 100 km
entfernt ist, angenommen hat, wenn es sich finanziell „rentiert“.
Angenommen man zahlt dann statt vorher 40% nur noch 20% Steuern, sind die Fahrtkosten
wohl wieder bezahlbar.
Evtl. ist man dadurch sogar in der Lage, statt mit einem alten Benzinfresser in die
Arbeit zu fahren, sich ein neues sparsames Auto kaufen zu können…

zu 2.
Ja das stimmt wohl.

zu 3.
Es ist doch komisch wenn man erst z.B. 40% Steuern zahlen muss um dann anschließend
durch irgendwelche staatlichen Förderprogramme zu „sinnvollen“ Ausgaben gelenkt zu werden.
Erst hin, dann wieder zurück, und das dann alles mit mindestens n+1 Formularen und
Behördengängen.

zu 4.
40% ist meiner Meinung nach zu viel. Denn wenn man grundsätzlich fast die Hälfte des
Einkommens an den Staat abführen muss, ist das, wie man ja momentan beim Blick auf den
Lohnzettel sieht, äußerst demotivierend.
Denn solange z.B. Politiker in ihre Büros italienische Designer-Liegen bekommen, ist
man sich unter Umständen nicht absolut sicher ob die Steuergelder stets sinnvoll und
klug eingesetzt werden.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

das wäre im Verhältnis den weniger verdienenden Tsuerpflichtigen gegenüber noch sehr viel ungerechter als das jetzige System. So einfach geht es nicht. Ein flat-tax-modell bräuchte schon auch noch mehrere Stufen, damit die Reichen in absoluten Steuerbelastungen mehr herangezogen werden als die nicht so Begüterten. Im Prinzip ist das die richtige Richtung. Es gibt ja auch entsprechende Vorschläge von Experten (Barais, Kirchhoff).

Als mögliche Erweiterung: Abschaffung von Mehrwertsteuer,
Tabaksteuer usw.

Das ist leider richtiges Wunschtraumdenken und wohl auch falsch. Verkehrs- und Verbrauchsteuern treffen alle gleichermaßen. Man kann sich Ihnen auch durch Steuergestaltungsmaßnahmen kaum entziehen. Die Unterschiede wären außerdem länderübergreifend nicht mehr zu überbrücken. Man kann dann schon eher darüber nachdenken, die Umsatzsteuer richtig knackig auszugestalten und dafür die Einkommensteuer mit all den vielen Sonderregelungen wie außergewöhnliche Belastungen, etc. richtig abzuspecken. Warum 7 Einkunftsarten? Eine reicht doch aus. Es würden 6 Paragrafen mit unendlich vielen Nebengesetzen und - Richtlinien wegfallen.

Was würde da passieren? (Abgesehen von vielen arbeitslosen
Finanzbeamten)

Jede Menge arbeitslose Steuerberater und deren Mitarbeiter. Zu einfach darf es irgendwie auch nicht werden (grins).

Gruß
Wolfgang

Hallo,

hier einige Gedankengänge meinerseits :smile:

zu 1.
Ich unterstelle einmal, das man bis jetzt nur dann eine
Arbeit, die mehr als 100 km
entfernt ist, angenommen hat, wenn es sich finanziell
„rentiert“.

hm, ohne ins unsereinem gern zugeschriebene jammern verfallen zu wollen, aber: aus dem Osten kommst Du nicht, stimmts? Aus Thüringen z.B. fahren täglich Massen von Leuten nach Bayern - auch zu Jobs, die sich nicht „rentieren“ in dem von Dir gemeinten Sinne. Sonst hätten sie gar keinen Job.
Ein Beispiel, was da abgeht, ist Quelle. Die karren die Leute in firmeneigenen Bussen 150km nach Nürnberg, die Päckchen packen - reich wird davon niemand (außer Quelle). Zugegeben hinkt hier das Beispiel, weil in diesen seltenen Fall wohl der Arbeitgeber die Fahrtkosten trägt (wobei ich das nicht genau weiss).

Angenommen man zahlt dann statt vorher 40% nur noch 20%

kaum ein Normalverdiener bezahlt soviel. Du darfst den Spitzen- und den Durchschnittssteuersatz nicht durcheinanderbringen.
Bei 2500 EUR brutto bezahlt man derzeit beistpielsweise durchschnittlich weniger als 20% Einkommenssteuern. Der Spitzensteuersatz, also der Satz für die letzen 100 EUR liegt aber weit über 30%.

zu 2.
Ja das stimmt wohl.

gut :wink:

zu 3.
Es ist doch komisch wenn man erst z.B. 40% Steuern zahlen muss
um dann anschließend
durch irgendwelche staatlichen Förderprogramme zu „sinnvollen“
Ausgaben gelenkt zu werden.

nicht komisch, sondern der Unterschied zwischen einem unsozialen und einem sozialen System - wobei man natürlich immer streiten kann wieviel „sozial“ sinnvoll sit, insofern betrachte diese Aussage in dieser Hinsicht mal als wertungsfreie Darstellung meinerseits.

Erst hin, dann wieder zurück, und das dann alles mit
mindestens n+1 Formularen und
Behördengängen.

da hast freilich Du recht *sachich,derimöffentlichenDienstarbeitet* :wink:)

zu 4.
40% ist meiner Meinung nach zu viel.

logisch, aber man muss ja mal ein wenig provozieren, oder? *ggg*

Denn solange z.B. Politiker in ihre Büros italienische
Designer-Liegen bekommen, ist
man sich unter Umständen nicht absolut sicher ob die
Steuergelder stets sinnvoll und
klug eingesetzt werden.

/ironie an/willst Du damit andeuten, sie hätten das nicht verdient. Immer dieser Sozialneid in Deutschland!
/ironie aus/

Gruß,
Micha

zu 1.

hm, ohne ins unsereinem gern zugeschriebene jammern verfallen
zu wollen, aber: aus dem Osten kommst Du nicht, stimmts? Aus
Thüringen z.B. fahren täglich Massen von Leuten nach Bayern -
auch zu Jobs, die sich nicht „rentieren“ in dem von Dir
gemeinten Sinne. Sonst hätten sie gar keinen Job.
Ein Beispiel, was da abgeht, ist Quelle. Die karren die Leute
in firmeneigenen Bussen 150km nach Nürnberg, die Päckchen
packen - reich wird davon niemand (außer Quelle). Zugegeben
hinkt hier das Beispiel, weil in diesen seltenen Fall wohl der
Arbeitgeber die Fahrtkosten trägt (wobei ich das nicht genau
weiss).

Stimmt, bin nicht aus dem Osten. Hier in meinem Gebiet fahren z.B. viele viele Menschen ca. 100km zu BMW, weil sich arbeiten dort eben rentiert.

kaum ein Normalverdiener bezahlt soviel. Du darfst den
Spitzen- und den Durchschnittssteuersatz nicht
durcheinanderbringen.

Oh da hab ich wieder was dazugelernt *nick*

mfg
martin :wink: