Hallo Elena,
Mein Bruder hat
seinen Hauptwohnsitz in Bevern/ Holzminden. sein Privatleben
ist genau aufgeteilt, ein We Freunde und Familie das andere
Freundin.
Der Steuerbescheid wurde vom FA Holzminden ans FA Hanau
geleitet.
Ok. Also Existenz eines „eigenen Hausstandes“ in Bevern/HM durch das FA nicht akzeptiert. Dieses ist vom Bundesfinanzhof am 5.10.1994 (BstBl 1995 II S 180) für Arbeitnehmer, die im Haushalt ihrer Eltern eingegliedert sind, selbst bei Kostenbeteiligung, so entschieden worden. Diesen Punkt könnte man also bloß angehen, indem man zuerst durch alle Instanzen klagt und dann das Verfassungsgericht anruft - etwa mit der Argumentation, daß Ehepaare in derlei Situationen hie und da auch nicht mehr miteinander zu tun haben.
kann er wenigstens auch jetzt im 3. jahr die heimfahrten
geltend machen?
Als Heimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung: Nein, weil diese nicht besteht. Als Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte möglicherweise ja, weil eine Wohnung nicht so eng definiert ist wie ein (abgeschlossener) Haushalt. Die Schiene dafür bietet § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 7 EStG:
„Hat ein Arbeitgeber mehrere Wohnungen, so sind die Wege von einer Wohnung, die nicht der Arbeitsstätte am nächsten liegt, nur zu berücksichtigen, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird.“
Nun spricht einiges dafür, daß dieser Mittelpunkt der Lebensinteressen in Bevern/HM liegt - nämlich die provisorische Unterbringung in Hanau, die Fahrten an jedem Wochenende, der wohl in Bevern/HM noch vorhandene Freundeskreis, Mutters Waschmaschine etc. Aber es spricht auch einiges dagegen, nämlich die genauso regelmäßigen Fahrten nach Oldenburg.
Wenn auch viele Leute „wegen der Steuer“ heiraten: Dieses wäre wohl der erste Fall, daß einer „wegen der Steuer“ mit seiner Freundin Schluß macht. Und das scheint mir der einzige Weg zu sein, den Mittelpunkt der Lebensinteressen wieder ins Elternhaus zu verlegen…
Kann man nicht das ganze räumlich etwas mehr zusammenfassen? Es muß ja nicht grade das unsägliche Hanau sein.
Schöne Grüße
MM