Hallo Robert,
Die ziemlich steil aufgestiegene Software von Lexware hat Showbee schon genannt. Die Lexware-Produkte waren lange Zeit unangenehm „DOSsig“, der Hersteller hat das Ende des MS-DOS-supports genutzt, um die Kiste von Grund auf neu zu stricken.
Als Anforderung würde ich in etwa formulieren: Die Software muss im Erfassungsmodus zwei Eingabemasken bieten, eine „geführte“, der man auch folgen kann, ohne die Soll/Haben-Logik der Buchhalterey gewohnt zu sein, und eine eigentlich buchhalterische, mit der es möglich ist, nach etwas Erfahrung zügiger zu arbeiten und etwas komplexere Sachverhalte klar zu kriegen (Kostenrechnung …). Falls im kleineren Betrieb Bargeldbewegungen eine wichtige Rolle spielen, sollte sie - ggf. modular/optional - in der Erfassung eine „Kassenbuch“-Funktion vorsehen. Sie sollte grundsätzlich modular aufgebaut sein, mit Blick auf künftige Erweiterungen (Einzelplatz >> Netz, Erweiterung um Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung, Offene-Posten-Kontokorrent …). Sie sollte eine Import/Exportschnittstelle zum Datev-Standard und im ASCII-Format haben, um mit einer Steuerkanzlei zusammenarbeiten zu können. Sie sollte standardmäßig vorgegebene, aber auch frei definierbare Auswertungen (BWA und Kostenrechnung) vorsehen. Sie sollte brauchbare Verknüpfungen zu hinterlegten Hilfstexten haben (nicht sowas wie: „Dieser Vorgang ist unzulässig. Weitere Hilfen im Internet suchen? OK/Weiter“).
Lexware passt zu diesen Anforderungen, die Leute dort sind allerdings ziemlich vertriebsorientiert (Cool-line…). Zu dem beschriebenen Profil passt ferner sageKHK, auch Simba. Betreffend User-Schulungsseminare ist Simba annähernd auf Datev-Niveau. Es gibt sicherlich noch viele andere Anbieter - wenn ich sie nicht nenne, heißt das nicht, dass sie ungeeignet wären.
Vertriebstest: Wenn der erste Satz das modische „Wir haben für Sie“, gefolgt von einem Schwall, ist - Abwertung. Wenn am Anfang die Frage steht: „Was brauchen Sie?“ - Aufwertung. (Gilt bei preiswerten Anbietern ohne Vertriebskontakt beim User auch für den Aufbau der Hochglanzbroschürchen).
Wenn Du mit einer Steuerkanzlei zusammenarbeitest, kannst Du dort auch über eine zusätzliche Mandantenlizenz für das dort verwendete System sprechen.
Von der Preisgestaltung her sieht es bei den genannten Anbietern ziemlich ähnlich aus: Basislizenz pro Platz und in Abhängigkeit von der Anzahl der Buchungskreise (= „Mandanten“), zusätzliche Lizenzgebühr pro Modul. Also vor Preisvergleich den benötigten Umfang definieren.
FiBu-Software, die mit der einmal bezahlten Lizenz gratis-Updates und gratis-Hotline (keine lfd. Servicegebühr) zusichert, ist tendenziell unseriös. Die kannst Du im schlechtesten Fall schon bei der nächsten Änderung des Formulars für die USt-Voranmeldung in den gelben Sack tun.
Schöne Grüße
MM