guten abend
mir kommt gerade in den sinn die folgende frage:
warum wird in Deutschland die Steuer unmittelbar monat für monat bezahlt - und in USA (hörte ich) bezahlt man die gesamtsteuer am JAHRESende.
wie hat sich das entwickelt, worin ist das begründet?
dankeschoen.
Der Unternehmer zahlt seine Einkommenssteuer doch auch in Deutschland erst hinterher - nicht mal am Jahresende sondern oftmals noch etliche Zeit später.
Dem Arbeitnehmer kann man aber nicht zutrauen, soviel Geschick im Umgang mit Geld zu haben, dass er monatlich genug zurücklegt, um die Steuern für ein Jahr zu zahlen. Der hätte womöglich am jahresende gar nichts mehr übrig, um steuern zu zahlen.
So, denke ich mir, denkt der Gesetzgeber.
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Der hätte
womöglich am jahresende gar nichts mehr übrig, um steuern zu
zahlen.
+++ ein interessanter ansatz: zeigt es doch WIE exorbitant HOCH die Steuern sind und man GANZ GANZ schnell sieht, das man diese auch rechtzeitig eintreiben zu versteht.
nachtrag:
immerhin haben wir nahezu 90% steuerlast auf das entgelt, was gegen arbeit gegeben wird.
nachtrag:
immerhin haben wir nahezu 90% steuerlast auf das entgelt, was
gegen arbeit gegeben wird.
Wer hat das denn ermittelt?
Hallo Dirk,
Lohnsteuereinbehalt durch den Arbeitgeber gibt es in Deutschland seit dem Einkommensteuergesetz vom 10.08.1925. Das erste Reichseinkommensteuergesetz von 1920 sieht zwar bereits eine Unterscheidung zwischen Lohnsteuer und veranlagter Einkommensteuer vor, aber mit einem System von Steuermarken, die auf die Lohnsteuerkarte geklebt wurden.
Zwischen 1920 und 1925 liegt die erste Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit, das Konzept vom monatlichen Einbehalt kann unter dem Eindruck der Inflation stehen.
Wann zwischen den Steinschen Reformen in Preussen (erstes Einkommensteuersystem in Deutschland) und heute die vierteljährliche Zahlungsweise für die veranlagte Einkommensteuer eingeführt wurde, hab ich auf die Schnelle nicht gefunden. Ähnliche Vorauszahlungssysteme per Quartal gibt es übrigens bei fast allen unserer Nachbarn, da ist Deutschland nicht allein. Nur der Einbehalt durch den Arbeitgeber ist ein eher seltenes Instrument.
Schöne Grüße
MM
Wann zwischen den Steinschen Reformen in Preussen (erstes
Einkommensteuersystem in Deutschland) und heute die
vierteljährliche Zahlungsweise für die veranlagte
Einkommensteuer eingeführt wurde, hab ich auf die Schnelle
nicht gefunden. Ähnliche Vorauszahlungssysteme per Quartal
gibt es übrigens bei fast allen unserer Nachbarn, da ist
Deutschland nicht allein. Nur der Einbehalt durch den
Arbeitgeber ist ein eher seltenes Instrument.
Wie läuft der bei und übliche Einbehalt durch den Arbeitgeber denn bei unseren Nachbarstaaten? Auch per vierteljährliche Vorauszahlung?
Hallo MtH,
Wie läuft der bei und übliche Einbehalt durch den Arbeitgeber
denn bei unseren Nachbarstaaten? Auch per vierteljährliche
Vorauszahlung?
im Fall Österreich bin ich mir nicht sicher, bei allen anderen Nachbarn gibt es keinen Lohnsteuereinbehalt, sondern die Einkommensbesteuerung der Arbeitnehmer ist deren Sache.
Schöne Grüße
MM
Hallo Dirk,
- 16 % auf Produkteinkäufe
- 7 % aufs Essen
- 45% - 60% auf Löhne
- 16% auf Versicherungen
davon die Summe…
und wie alt ist der Kapitän??
Mich hat mein Käsehändler noch nie nach dem Bruttogehalt gefragt, damit er die USt richtig berechnen kann. Aber er gibt immer drei Prozent Rabatt auf die Quersumme des Kalenderdatums.
Schöne Grüße
MM
lass mich bitte noch eins drauf setzen:
es gab ein deutsches land, in dem ein Unternehmer (privatunternehmer) nicht gern gesehen wurde. man nannte es volkswirtschaft.
damals waren die Abgaben, die der Unternehmer zu zahlen hatte 90% von den Einnahmen.
da erscheinen die jetzigen abzüge fast an jene heranzukommen.
gruss dirk
Hallo nochmal,
damals waren die Abgaben, die der Unternehmer zu zahlen hatte
90% von den Einnahmen.
Unter diesen Umständen müsste sich niemand um die Besteuerung seines Gewinnes Gedanken machen. Branchen mit über neunzig Prozent Umsatzrendite darf man, glaube ich, ziemlich suchen…
Vorschlag: Entweder wir rechnen hier oder wir lassen es sein.
Schöne Grüße
MM
Ja, mehr als 44 komma nochwas Prozent Lohnabzug geht auch bei Alleinstehenden nicht. Der hat dann aber auch nur einen Bruttoarbeitslohn von ca. 1 Mio. Euro. Und was ist das dann für ein armes Schwein. Es bleiben ihm nach Abzug der Steuern nur ca. 560.000.- Euro jährlich, also etwa 46.500.- Euro monatlich.
Meine Meinung, ich würde gern 45 Prozent Lohnsteuer abführen.
Außerdem hast Du übrigens noch vergessen den Prozentsatz der Mineralölsteuer (falls Du über ein Auto verfügst), den Prozentsatz der Tabaksteuer (falls Du Raucher bist), den den Prozentsatz der Grundsteuer (falls Du Hauseigentümer bist) und und und…zu Deiner Addition hinzuzurechnen. Wenn Du wirklich alle Steuern berücksichtigt, kommst Du nach Deiner Berechnung bestimmt locker auf eine Steuerbelastung von 200%.
Aber Dirk, Du bist doch ein freier Mensch. Warum wanderst Du dann nicht aus, wenn Du die horrenden Steuern in Deutschland nicht zahlen willst? *maldummfrag*.