Hallo,
ein Schweizer Unternehmen bestellt Ware bei einer deutschen Firma (via Onlineshop). So weit, so gut. Die Lieferung geht jedoch nicht in die Schweiz, sondern an eine Unternehmens-Tochter des Schweizer Bestellers mit Sitz in Deutschland. Die Ware selbst verläßt also nicht deutsche Grenzen. Wie verhält es sich in diesem Fall mit der Mehrwertsteuer? Wird der Endpreis mit oder ohne MWST in Rechnung gestellt?
Vielen Dank für einen Hinweis.
Übliches Prüfungsschema aus den Steuerprüfung
Prüfung des § 1 Abs. 1 Nr. 1 Umsatzsteuergestz
- Lieferung (+),
- die ein Unternehmer (+) nehm ich jetzt wegen online-Shop mal an
- im Rahmen des Unternehmens (+)
- gegen Entgelt (+)
- im Inland ausführt.
Zur Inlandsbestimmung hat der Gesetzgeber dann jede Menge Paragrafen in das Umsatzsteuergesetz eingefügt. Hier ist aber wohl § 3 Abs. 6 einschlägig, wonach der Ort nach dem Beginn der Lieferung (hier also Deutschland) bestimmt wird. Demnach wäre der Umsatz steuerbar und Mangels Steuerbefreiung auch Steuerpflichtig.
ERGO: der Vorgang erfolgt mit Umsatzsteuer
AUSNAHME: § 3c gilt für Versandhandelsumsätze unter ganz bestimmten Bedingungen. Da ist was von Lieferschwellen und bestimmten Personenkreisen zu finden. Dazu empfiehlt sich dann aber wahrscheinlich doch eher ein Kurzbesuch beim ortsansässigen Steuerberater.
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Vielen Dank für die Ausführungen! Mir wurde inzwischen von anderer Seite bestätigt, daß MWST in solchen Fällen in der Tat anfällt. Sitz und Herkunft des Auftraggebers und Bestellers ist demnach unmaßgeblich.
Ausnahmen halte ich auch für denkbar, z.B. bei einer Versendung innerhalb deutscher Staatsgrenzen, aber in exterritoriales Gebiet (Botschaft).
Gruß
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