Wenn jemand bei einem 400-Euro-Job laut monatlicher Arbeitszeit eigentlich mehr verdienen müsste, wird er dann so besteuert, als wäre der Verdienst regulär nach Tarif?
Z.B. Verdienst: 400 Euro
Verdienst nach Tarif: 510 Euro
Oder andersrum: Arbeitszeit 60 Stunden monatlich. Bis zur 400 Euro-Grenze dürfte die Arbeitszeit aber höchstens 48 Stunden sein.
wird er dann so
besteuert, als wäre der Verdienst regulär nach Tarif?
für die Besteuerung ist der Tarif gleichgültig. Da geht ab 401 Euro die Besteuerung nach individuellem Steuersatz los. Beispiel: Wenn außer dem Job sonst keine Einkünfte vorliegen, ist die ESt darauf Null.
Oder andersrum: Arbeitszeit 60 Stunden monatlich. Bis zur 400
Euro-Grenze dürfte die Arbeitszeit aber höchstens 48 Stunden
sein.
Zwischen 400 und 800 Euro werden die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung gleitend von ca. 4% bis ca. 21% aufgebaut, damit beim Netto überhaupt ein Unterschied zu sehen ist. Die Arbeitgeberanteile gleiten nicht, die sind ab dem 401ten Euro voll da.
Heißt das, daß der Arbeitgeber sich nicht an die bestehenden Tarife halten muß?
Oder andersrum, heißt das, daß es im Ermessen des Arbeitnehmers liegt, sich darauf einzulassen? Immerhin würde er ca. 12 Stunden unentgeldlich arbeiten.
Heißt das, daß der Arbeitgeber sich nicht an die bestehenden
Tarife halten muß?
Das kommt drauf an:
Sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den jeweiligen Tarifparteien (Gewerkschaft, AG-Verband) organisiert?
Welcher Branche (z.B. Bauhauptgewerbe) gehört der Betrieb an?
Was steht im Dienstvertrag betreffend eventuelle Anlehnung an einen bestehenden Tarif?
Notfalls: Wie ist die betriebliche Übung?
Oder andersrum, heißt das, daß es im Ermessen des
Arbeitnehmers liegt, sich darauf einzulassen?
In ziemlich vielen Fällen: Ja. Mit den Details zu den genannten Rückfragen darf ich Dir das Brett „Arbeitsrecht“ empfehlen, da hats ein paar Spezialisten, die dort immer und hier nicht immer mitlesen. Der steuerliche Aspekt ist ja eindeutig.