Hat AN durch diese Lohnabr. Nachteile

Nachteile?

Hallo

ein bekannter von mir hat mir folgendes vorgelegt eine Lohnabrechnung.
Da steht oben unter Lohnarten

  • Festbezug netto 1361,34
    Stfr. Zuschläge pauschal 300Euro

„versteuert“ wird aber nur 1361,34

unter dem Punkt netto Bezüge/netto abzüge steht
Kost 77,25-
(obwohl keine Kost vereinbart wurde. Mein Kumpel arbeitet als Koch, auf der Lohnabrechnung stehen auch kein rest Urlaub oder Arbeitzszeit)

Betrag erhalten steht 1200.-

Meiner Meinung nach ist diese Berechnung ein Nachteil für meinen Freund. Denn die RentenV und die A-losen V sind doch dann nur von den 1300euro? Oder?

Wäre es nicht besser wenn er einen Brutto Lohn bekommen würde der so versteuert wird das 1200 raus kommen?

Mein Bekannter hat beim Einstellungsgespräch gemeint das er 1200 Netto will, darf dann der AG das berechnen wie er will?

Wie seht ihr das?

Des weiteren ist mir aufgefallen das der AG kosten mit in den Lohnzettel einrechnet so wie es ihm passt. Also z.B. schreibt er Vorschüsse in die Lohnabrechnungen und zieht diese dann vom Lohn ab, obwohl gar kein Vorschuss gelaufen ist. Das hat er zu Weihnachten gemacht, da stand auf der Lohnabrechnung Weinachtsgeld drauf, und dann hat er einen Vorschuss abgezogen der genau die Höhe des Weihnachtsgeldes hatte sodaß wieder 1200 netto raus kamen.

Wie seht ihr das? Wieso darf man denn Stfr. Zuschläge haben?

Der AG rückte nie eine Lohnabrechnung raus, sondern nur auf 30malige Nachfrage…

Gruss

daniel

Hallo Daniel,

  • Festbezug netto 1361,34
    Stfr. Zuschläge pauschal 300Euro

Kann man in Erfahrung bringen, wofür diese (ziemlich hohen) Zuschläge sind? Nacht-, Sonntagsarbeit vielleicht? In diesem Fall dürften sie nur dann „pauschal“ berechnet werden, wenn nach Maßgabe der tatsächlich geleisteten Nacht-, Sonntags-, Feiertagsarbeit (Nachtarbeit 25%, Sonntagsarbeit 50%, Feiertagsarbeit 150% des Grundlohns maximal steuerfrei) eine endgültige Abrechnung stattfindet. Gibt es Stundenzettel, Stempeluhr etc.? Wie wird die geleistete Arbeitszeit erfasst?

unter dem Punkt netto Bezüge/netto abzüge steht
Kost 77,25-
(obwohl keine Kost vereinbart wurde).

Sind geeignete Kontrollen vorhanden, die sicherstellen, dass der Koch nichts isst? Anderenfalls wird man um die Versteuerung des Sachbezuges wohl nicht herumkommen.

Meiner Meinung nach ist diese Berechnung ein Nachteil für
meinen Freund. Denn die RentenV und die A-losen V sind doch
dann nur von den 1300euro? Oder?

Ja. Steuerfreie Zuschläge sind in diesem Zusammenhang auch beitragsfrei zur KV und SV.

Wäre es nicht besser wenn er einen Brutto Lohn bekommen würde
der so versteuert wird das 1200 raus kommen?

Für den Arbeitnehmer: Ja, besser. Für den Arbeitgeber: Nein, schlechter.

Mein Bekannter hat beim Einstellungsgespräch gemeint das er
1200 Netto will, darf dann der AG das berechnen wie er will?

Was hat er denn für einen Arbeitsvertrag unterschrieben? Was steht da drin? Gibts nur die mündliche Vereinbarung?

Des weiteren ist mir aufgefallen das der AG kosten mit in den
Lohnzettel einrechnet so wie es ihm passt. Also z.B. schreibt
er Vorschüsse in die Lohnabrechnungen und zieht diese dann vom
Lohn ab, obwohl gar kein Vorschuss gelaufen ist. Das hat er zu
Weihnachten gemacht, da stand auf der Lohnabrechnung
Weinachtsgeld drauf, und dann hat er einen Vorschuss abgezogen
der genau die Höhe des Weihnachtsgeldes hatte sodaß wieder
1200 netto raus kamen.

Ohne hier von vornherein böses zu unterstellen: Das sieht so aus, als hätte jemand anderes den „Vorschuss“ bekommen. Wenn der Koch von seinem Arbeitgeber nichts mehr will und sowieso einen neuen Job hat, ließe sich dieser nie erhaltene, aber abgerechnete Vorschuss je nach Beweislage eventuell erklagen. Eventuell dabei dick unterstrichen, die Angaben auf einem Abrechnungszettel werden in diesem Zusammenhang maximal als Indiz gewertet, nicht unbedingt als feste Zusage des Arbeitgebers.

Der AG rückte nie eine Lohnabrechnung raus, sondern nur auf
30malige Nachfrage

Es ist in der Gastronomie leider normal, dass das, was durch die Bücher geht, eher frei im Raum schwebt und keine sehr enge Verbindung mit der Realität hat. Leider gibts da auch viele Arbeitsverträge per Handschlag, so dass das erste und wichtigste, nämlich ein ordentlicher Vertrag, in dem drinne steht, wer wem was schuldet, politisch nicht so leicht zu erhalten sein wird.

Schöne Grüße

MM