Firmenwagen. Geld woher?

Hallo Jame~,

habe bis 2003 eine kleine Flotte mit 18 Wagen verwaltet. Dabei befand sich genau einer, der „Gehaltselement“ war, d.h. einem Angestellten zur Verfügung gestellt wurde, der fast immer am Sitz des Unternehmens beschäftigt war. Gleichzeitig gab es zwei Firmenwagen, die keinem Mitarbeiter persönlich zugeordnet waren, für Dienstreisen von Kollegen ohne „Dienstwagenanspruch“.

Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen wie die des privaten Autoverkehrs auch: Obwohl es sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich billiger wäre, den ICE zu nehmen, scheint es subjektiv günstiger, ein Auto zu haben, wenn man bloß den Sprit rechnet. Bei einer reinen Grenzkostenbetrachtung kurzer Fahrten ist dieses sogar objektiv richtig. Dazu kommt die immer noch zunehmende Anzahl von Betriebsstätten in infrastrukturlosen, aber billigen Wellblech-Gewerbegebieten mit niedrigem Hebesatz: Kunden sind dort, wo die eingesessenen bürgerlichen Mittelständler sitzen, in den Städten, nicht mehr ohne weiteres erreichbar. Sie haben ihre Büros irgendwo in die Autobahnbrezel reingeklemmt, wo bloß zwei Busse am Tag halten. Also muss man halt mit dem Auto hin, egal was es kostet. Dann zahlt die Firma, entweder in der Illusion, das wäre billiger für sie, oder weil es tatsächlich so ist.

Der ESt-Effekt, den Du als Wurzel allen Übels witterst, ist vergleichsweise harmlos und je nach Sachverhalt bei Pauschalversteuerung sogar tendenziell teurer, als wenn man dem Arbeitnehmer schlicht seine PKW-Kilometer abrechnenn würde.

Kurzer Sinn: Die Hauptsache an der Finanzierung von Dienstwagen zahlen die Unternehmen. Ob das sinnvoll ist, oder ob man sich auch eine Schweizer Lösung realistisch für D vorstellen könnte, sei dahin gestellt.

Schöne Grüße

MM

Hi Martin,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich meinte aber ganz speziell nicht den Firmenfuhrpark, sondern Auto A „gehört“ Mitarbeiter M ganz allein quasi als Privatwagen. Dienstreissen werden damit nicht unternommen.

Ich vermute, M erhält den Wagen als Bonus oder statt eines höheren Gehalts. Aber warum gibt dann Arbeitgeber AG seinem M das Geld nicht gleich direkt was weniger Aufwand bedeutet, sondern kümmert sich um Leasingverträge, wasweißich?

Irgendwo muss doch für beide Seiten der Vorteil liegen. Sonst wären sie ja schön blöd ihr Geld auf diese Art und Weise auszutauschen. Oder nicht?

Der ESt-Effekt, den Du als Wurzel allen Übels witterst,

*grins*
Ich habe nur versucht logisch nachzuvollziehen wo das Geld herkommt.

Viele Grüße,
J~

Hallo nochmal,

in der Tat kann es in diesem Fall eine (eher geringfügige) ESt-Ersparnis. Besonders gut funktioniert das bei Wagen, die im Vergleich zu ihrem Listenpreis viel & gute Leistung bringen, d.h. beim Skoda relativ besser als beim Volkswagen. In den Fällen, wo der Dienstwagen als „Gehaltselement“ etwa bei Stabsposten ohne viel Reisetätigkeit zur Verfügung gestellt wird, also tatsächlich eine Subventionierung des PKWs durch ESt. Wie groß der Unterschied ist, lässt sich bloß im Einzelfall berechnen.

Schöne Grüße

MM

Blick über den Tellerrand
Hallo Martin,

Kurzer Sinn: Die Hauptsache an der Finanzierung von
Dienstwagen zahlen die Unternehmen. Ob das sinnvoll ist, oder
ob man sich auch eine Schweizer Lösung realistisch für D
vorstellen könnte, sei dahin gestellt.

Was heisst in diesem Zusammenhang „Schweizer Lösung“?

Ciao maxet

Hallo Jame~,

eine Wagen bietet sich dann an, wenn man vor allem Sozialversicherungsbeiträge sparen will.

Du musst Dir einfach die Rechnung aufmachen:
Als Chef willst Du Deinem Mitarbeiter den Gegenwert von 5000 EUR pro Jahr (netto) zusätzlich geben. Gibst Du es ihm „bar“, dann brauchst Du ca. 12000 EUR, mit einem Fahrzeug als Ersatz brauchst Du deutlich weniger (ich schätze mal maximal 7000 EUR pro Jahr). Und wenn der AN auch noch dienstlich unterwegs ist…

Grüße
Jürgen

Hi,

eine Wagen bietet sich dann an, wenn man vor allem
Sozialversicherungsbeiträge sparen will.

aha. Sag’ ich ja, dass das Geld irgendwoher kommen muss.

Also sind solche Art Dienstwagen doch irgendwie durch (unterschiedliche) Solidargemeinschaften (also auch durch mich) subventioniert :frowning:

Viele Grüße,
J~

Hallo maxet,

Was heisst in diesem Zusammenhang „Schweizer Lösung“?

Die besteht darin, ein wie in D subventioniertes, aber im Gegensatz zu hier funktionierendes System öffentlicher Verkehrsmittel einzurichten: So dass die Vorteile des PKW-Fahrens, die in D bestehen, bzw. das „Darauf-Angewiesen-Sein“ wegfallen. Sobald der Aspekt der Askese wegfällt, sind die Bahnen voll und können auf diese Weise (auch ökonomisch) eine Effizienz entwickeln, von der wir in D bloß träumen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

Was heisst in diesem Zusammenhang „Schweizer Lösung“?

Die besteht darin, ein wie in D subventioniertes, aber im
Gegensatz zu hier funktionierendes System öffentlicher
Verkehrsmittel einzurichten:

ach so, ich dachte schon, die haben eine andere steuerl. Lsg. für Dienstwagen.

sind die Bahnen voll und können auf diese Weise (auch
ökonomisch) eine Effizienz entwickeln, von der wir
in D bloß träumen.

Die Schweiz ist diesbezüglich wahrlich ein Vorbild.

Ciao maxet.

Hi,

eine Wagen bietet sich dann an, wenn man vor allem
Sozialversicherungsbeiträge sparen will.

aha. Sag’ ich ja, dass das Geld irgendwoher kommen muss.

Also sind solche Art Dienstwagen doch irgendwie durch
(unterschiedliche) Solidargemeinschaften (also auch durch
mich) subventioniert :frowning:

Hallo,

wie schnell man dich mit ein paar - nicht durch Fakten hinterlegten - Vermutungen zufrieden ist, solange sie einem nur in den Kram passen :wink:.

Ich hab weder Zeit noch Lust, Dir das ganze Vorzurechnen, aber so einfach ist das alles nicht. Beim Unternehmen bleibt hier schon einiges an Belastung übrig.
Wäre es so, wie Du Dir das vorstellst, dann hätte wohl jeder einen Dienstwagen, ob er diesen beruflich überhaupt benötigt oder nicht.

Schau Dir mal an wer bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen einen Dienstwagen hat, hier wird nämlich wirklich noch gerechnet und nicht Arbeitnehmern ab einer bestimmten Hierachiestufe alles hinterhergeworfen.

Grüße
Chris

Hi,

wie schnell man dich mit ein paar - nicht durch Fakten
hinterlegten - Vermutungen zufrieden ist, solange sie einem
nur in den Kram passen :wink:.

hä? Du hast schon den ganzen Threat gelesen, oder?

Ich hab weder Zeit noch Lust, Dir das ganze Vorzurechnen, aber
so einfach ist das alles nicht. Beim Unternehmen bleibt hier
schon einiges an Belastung übrig.

Ich habe nicht gesagt, dass die Solidargemeinschaft den Wagen _bezahlt_ sondern _subventioniert_.

Wäre es so, wie Du Dir das vorstellst, dann hätte wohl jeder
einen Dienstwagen, ob er diesen beruflich überhaupt benötigt
oder nicht.

Nicht jeder bekommt von seinem Chef ein paar Hunderter extra. Weder in Form von Bargeld, _noch_ in Form eines Dienstwagens.

hier wird nämlich wirklich noch
gerechnet

Genau weil ich davon ausging, dass solche Leute rechnen können fragte ich mich nach dem Vorteil für beide Seiten.

J~