Doppelte Haushaltsführung absetzbar?

Hallo,

mal angenommen, ein Paar lebt zusammen in einer Mietwohnung, in guter Lage zum Arbeitsplatz (8km). Nun hat es ein Eigenheim gefunden, das allerdings in größerer Entfernung (30km) ohne Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel liegt. Angenommen weiter: ein minderjähriger Sohn ginge ebenfalls am bisherigen Wohnort zur Schule. So beabsichtigen die beiden, zwar ihren Erstwohnsitz in das Eigenheim zu verlegen, aber auf eine Dauer von 3 Jahren die bisherige Mietwohnung wegen besserer Lage zu Arbeitsplatz und Schule zu behalten, und unter der Woche in der Mietwohnung, ansonsten aber im Eigenheim zu leben. Nach den drei Jahren wäre der Sohn aus der Schule, die Arbeitszeiten sehr wahrscheinlich günstiger, so dass dann erst der endgültig Umzug anstünde.
Wie sieht die Lage steuerlich aus, kann man in so einem fiktiven Fall von einer doppelten Haushaltsführung ausgehen?

vielen Dank,
Petra

Hallo Petra,

schön, wieder mal was zu hören!

Wie sieht die Lage steuerlich aus, kann man in so einem
fiktiven Fall von einer doppelten Haushaltsführung ausgehen?

Da kann man schon ohne in die Einzelheiten zu gehen klar Nein sagen: Grundvoraussetzung für den Ansatz als Werbungskosten ist, dass der günstiger zum Arbeitsplatz gelegene Haushalt aus beruflichem Anlass gegründet worden ist. Hier ists umgekehrt: Er ist aus dem nämlichen Anlass als zweiter Haushalt beibehalten worden.

So dass man die Aspekte Mischaufwand (Ausbildung des Juniors), Mittelpunkt der Lebensinteressen etc. gar nicht mehr im einzelnen filtern muss.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine Antwort!
Dann sieht´s wohl so aus, als ob man eher durchrechnen müsste, ob das Häuschen besser so lange vermietet werden sollte oder ob die Eigenheimzulage auch so ausreicht (kennst Du eigentlich das Pfrunger Ried und Illmensee? Tolle Gegend, aber leider momentan einfach noch zu weit weg). Achja, da fällt mir ein, man könnte es ja als Ferienhaus vermieten - Oder beißt sich das dann wieder mit der Eigenheimzulage?

Viele Grüße,

Petra

Hallo Petra,

hierzu:

Dann sieht´s wohl so aus, als ob man eher durchrechnen müsste,
ob das Häuschen besser so lange vermietet werden sollte oder
ob die Eigenheimzulage auch so ausreicht

noch die Anmerkung: Der Zeitraum, für den die Zulage bezahlt wird, läuft in jedem Fall ab Anschaffung. Heißt, jedes Jahr Fremdvermietung kostet ein Jahr EHZ. Wie die Preise an dem Standort ausschauen, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, Ivo (Finanzbrett) wird auf eine freundliche Elektropost schon etwas zu sagen haben. Übern Daumen: Wenn die Adresse vermietbar ist, dürfte das in jedem Fall eine interessante Alternative sein.

Achja, da fällt mir ein,
man könnte es ja als Ferienhaus vermieten - Oder beißt sich
das dann wieder mit der Eigenheimzulage?

Ja, das beißt sich: EHZ gibts bloß dann, wenn man den Wohnraum für eigene Zwecke nutzt.

Wie genau die von den Christdemokraten vor kurzem noch verbal bekämpfte und jetzt ganz oben auf der Agenda für die künftige Regierung Merkel stehende Abschaffung der EHZ aussehen wird, wissen die Götter. Bei den bisherigen Änderungen (7b - 10e - EHZ) war jeweils der Zeitpunkt der Anschaffung maßgeblich, auch wenn zu Beginn des Förderungszeitraumes fremd vermietet wurde. Aber ob das diesmal auch so sein wird?

Wenn Euch die Arbeit mit der kurzfristigen Vermieterei und dem Marketing nicht kränkt, scheint mir das ein gutes Konzept zu sein: Als wir 2003 in Saulgau eine FeWo gesucht haben, haben wir gesehen, dass das Saulgauer Thermalbad eine enorme Attraktivität entwickelt. Den Einfluss Höchsten - Illmensee und für PKW-Fäns Naturpark Donaudurchbruch gibts dann auch noch, so dass in dem ganzen Eck sowas wie See-Hinterland-Preise für „gediegene“, aber nicht grad schöne Ferienwohnungen aus den späten 1970er Jahren Marke „Oberländer Hausfrau“ bezahlt werden.

Wenn man dazu im schönsten Teil des Oberlandes (Ach, wer da mitreisen könnte! Ob das Paradies vielleicht doch nicht wie im Relibrett diskutiert am Oberen Euphrat gelegen hat, sondern irgendwo zwischen Judentenberg und Zogenweiler?) eine Alternative - viel Raum, wenig Häkeldeckchen, kein Hirsch am Bergsee, einfache Fahrradwerkstatt vorhanden - anbietet, stell ich mir das ziemlich spannend vor.

Und dann noch in Königseggwald das beste Bier Deutschlands gleich ums Eck… - aber das steht auf einem anderen Blatt.

Gutes Gelingen wünscht

MM