Hallo allerseits,
hoffe ich bin hier richtig. Ansonsten bitte ich um Verschiebung ins richtige Brett… und um eine kurze Info wohin?
Eine simple Frage: Warum zahle ich für Zigaretten (pro Schachtel) 4 € und für Zigarillos nur gut 1 €?? Bitte nicht sagen: Die Tabaksteuer! Das weiss ich. Aber welchen Hintergrund hat diese Versteuerung? Schädlich ist ja schließlich beides. Warum werden hier zwei Maß verschieden gemessen?
Schonmal Danke.
Gruß Martin
Servus,
Aber welchen Hintergrund hat diese Versteuerung?
Du suchst tatsächlich eine logische Struktur im Steuerwesen? - Nagut:
Sie hat einen historischen Hintergrund, wie alle Akzisen und Zölle. Tabak, Kaffee, Tee, Salz wurden schon lange besteuert, bevor man sich über Steuern als Marktlenkungsinstrument Gedanken machte. Alles, was man am Stadttor oder am Schlagbaum oder am Hafen kassieren kann, ist sehr viel einfacher zu kassieren als solche Dinge wie Ertragsteuern oder Umsatzsteuer.
Die Differenzierung zwischen verschiedenen Formen von Rauchtabak stammt in ihrer heutigen Form aus der Zeit, als industriell gefertigte Zigaretten Luxusgüter waren (im Vergleich zur klassischen Zigarette, aus Feinschnitt in Zeitungspapier gedreht, oder der Shagpfeife): Wer sich Zigaretten leisten kann, kann auch noch einen Schluck Steuern obendrauf bezahlen.
Ferner ist die Zigarre viel mehr als die Zigarette in einigen Gegenden Deutschlands (Oberrheingebiet, Eichsfeld, aber auch gegendweise Westfalen, wo eigentlich kein Tabak gebaut wird) ein wichtiger lokaler Wirtschaftsfaktor gewesen, den man sinnvollerweise durch Akzisen nur melken, aber nicht erwürgen sollte.
Und zuletzt hammer Pfeifentabak und Feinschnitt, der deswegen nicht dramatisch hoch besteuert werden kann, weil bei ihm Ausweichbewegungen („grow your own“) am leichtesten zu bewerkstelligen sind, so dass eine zu hohe Besteuerung leicht ins Leere gehen würde - alles auf die Verhältnisse bis ca. 1950 bezogen.
Schöne Grüße
MM
Soviel zum historischen Hintergrund.
Die Rechtsgrundlage findet sich wie folgt:
http://bundesrecht.juris.de/tabstg_1993/__4.html
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