'es ist vollbracht...'

Von: , Frage gestellt am Fr, 22. Aug 2003

hallo,
heute morgen haben sich die Regierungsparteien und die Opposition geeinigt, sich aus der Gesundheitsversorgung Schritt für Schritt heraus zu schleichen: z.B. wird Zahnersatz ab 1.1.2005 nicht mehr bezahlt.
In Zukunft werden wir wohl auch viele Pflichtversicherte mit vielen Zahnlücken sehen... so wie in südlichen Ländern auch.
Wann werden die GKV-Versicherten 18 % bezahlen und nur die Ehre dafür bekommen, den Kassen den Hintern gut zu wärmen?
Grüße
Raimund

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: 'es ist vollbracht...'

    Hallo Raimund,

    es wird aus dem System der GKV ausgegliedert. Gleichzeitig wird der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung aber obligatorisch. Von daher bleibt der Schutz der gleiche, nur dass man jetzt muss und der AG sich nicht mehr paritätisch beteiligt und gleichzeitig die Zahnärzte wieder etwas Geld verdienen.

    Gruß
    Marco

    • Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
      Re^2: 'es ist vollbracht...'

      hallo Marco,
      genau das sagte ich: der Staat schleicht sich aus der Verantwortung. Das hat schon Tradition: denke z.B. an die Riestermissgeburt.
      Grüße
      Raimund

      • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: 'es ist vollbracht...'

        Ich finde das alles gar nicht so schlecht! Es täte sehr gut, wenn jeder Bürger mehr Eigenverantwortung bekommt und nicht immer nur ein Briefchen ab "Papa Staat" schreibt, der dann alles für ihn regelt!

        Viele Grüße
        Flo

        • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: 'es ist vollbracht...'

          genau, das problem liegt darin, dass die leute nur leistungen wollen und bisher auch kriegen ohne an den kosten beteiligt zu werden. ist doch sch§$ssegal ob ich zu 3 verschieden Ärzten 5 mal die Woche gehe wenn dies meinen KK-Beitrag und sonstige Kosten in keinster Weise erhöht - von den KK-Beiträgen für alle mal abgesehen - ab so weit sieht eh kaum einer - ende des satzes ohne punkt und komme... [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
          Leider Einspruch

          Hallo, Ich finde das alles gar nicht so schlecht!
          Ich schon! Es täte sehr gut,
          wenn jeder Bürger mehr Eigenverantwortung bekommt und nicht
          immer nur ein Briefchen ab "Papa Staat" schreibt, der dann
          alles für ihn regelt!
          Leider liegst Du hier daneben. Es wird nur ein Teilbereich (der Zahnersatz) aus der einen Pflichtversicherung ausgegliedert und dafür eine neue eingeführt. Mit einem kleinen Unterschied: bisher hat der Arbeitgeber zugezahlt (die Hälfte, nämlich den Arbeitgeberanteil), jetzt zahlt man alles selber. Wo ist denn bitte da die Eigenverantwortung? Ich sehe nur, daß das eigene Portemonaie mehr Verantwortung erhält!

          Axel

          • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
            Re: Leider Einspruch

            Hallo Axel,

            klar, der Arbeitgeber wird nicht mehr daran beteiligt. Gleichzeitig wird so mein Arbeitsplatz aber auch sicherer und der allgemeine Beitragssatz wieder geringer.
            Ich habe damit also keine Probleme.

            Gruß
            Marco

            PS: wo es evtl. Probleme geben könnte, sind die Rentner

            • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
              Re^2: Leider Einspruch

              hallo Marco,
              ...auch sicherer und der allgemeine Beitragssatz wieder geringer.
              Genau das ist nicht der Fall. Der Beitrag bleibt gleich! Und nach einer relativen Schamstrecke werden auch die Beiträge weiter erhöht. Ich habe damit also keine Probleme.
              Ich selber auch nicht (bin privat versichert!).
              Doch sind hier noch weitere Probleme zu bewältigen: wenn der Versicherte nun privat versichert ist, dann wird der Zahnarzt natürlich Morgenluft wittern, der Zahnersatz wird teurer und die Behandlung? Wer zahlt die Beahndlung für ein Inlay? Oder anderer guten Leistungen, die die Privaten für selbstverständlich ansehen?
              M.M wird der Gesamtbeitrag für die Gesundheitsvorsorge um ca 50 -70 € steigen: gleicher GKV-Beitrag + Zahnersatz-Beitrag + AG-Anteil + Zusatzkosten (wenn nicht extre abgesichert) für Spezialbehandlung.
              Und wer hat uns das alles eingebrockt....?
              Ich sollte ja stille sein: ich verdiene daran. Doch ich finde es trotzdem eine Sauerei. Den Politikern kann das alles gleichgültig sein: sie sind ja fast alle privat versichert.
              Grüße
              Raimund

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^3: Leider Einspruch

              Hallo Raimund, Genau das ist nicht der Fall. Der Beitrag bleibt gleich! Und
              nach einer relativen Schamstrecke werden auch die Beiträge
              weiter erhöht.
              Gerechnet haben sie zunächst für das Jahr 2005 mit einem durchschnittlichen Beitragssatz von 12,15%. Das ist für mich nur unwesentlich weniger, als ich derzeit zahle, aber ich zahle jetzt auch schon 1,4% weniger, als der Durchschnitt. Von daher wäre selbst ein halten der Beiträge bei der derzeitigen Situation schon eine Erleichterung. Für alle! Wirtschaft und Private. Doch sind hier noch weitere Probleme zu bewältigen: wenn der
              Versicherte nun privat versichert ist, dann wird der Zahnarzt
              natürlich Morgenluft wittern, der Zahnersatz wird teurer und
              die Behandlung? Wer zahlt die Beahndlung für ein Inlay? Oder
              anderer guten Leistungen, die die Privaten für
              selbstverständlich ansehen?
              Der Zahnersatz wird genauso viel kosten, wie vorher. Nur die Behandlung wird künftig höher abgerechnet werden können. Das ist ein entscheidender Unterschied in meinen Augen, denn diese Erhöhung kann kalkuliert werden, weil sie bei den privaten eh schon seit Jahrzehnten so erstattet wird. Nur die Verdienstspanne des Arztes erweitert sich. Aber das erwähnte ich ja bereits. M.M wird der Gesamtbeitrag für die Gesundheitsvorsorge um ca
              50 -70 € steigen: gleicher GKV-Beitrag + Zahnersatz-Beitrag +
              AG-Anteil + Zusatzkosten (wenn nicht extre abgesichert) für
              Spezialbehandlung.
              Ich denke, max. 20 Euro kostet es im Monat. Du musst die Masse sehen. Bei ca. 60% Versicherungsdurchdringung in der PHV bekommst du die auch für max. 10 Euro im Monat. Und Schadenhöhe ist hier weit höher, als der normale Arztbesuch kostet. Und der Ersatz muss eben durch das Mittel ausgeglichen werden. Und wer hat uns das alles eingebrockt....?
              Die Politiker. Wer aber soll es sonst machen? Nur die können es machen. Klar... es ist sicherlich nicht immer angenehm und viele mögen stöhnen. Nur ist es aber auch so, wenn es nicht gemacht wird, funktioniert es bald gar nicht mehr. Und letztlich tritt nur das ein, was ich vor Jahren schonmal gesagt habe: Das Sozialsystem in Europa wird sich angleichen. Aber nicht die schlechteren an die besseren, sondern umgekehrt. Und nichts anderes passiert derzeit.

              Gruß
              Marco

            • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
              Re^4: Leider Einspruch

              hallo Marco, Das Sozialsystem in Europa wird sich angleichen.
              Aber nicht die schlechteren an die besseren, sondern
              umgekehrt. Und nichts anderes passiert derzeit.
              und genau das befürchte ich!
              Es wird sich aber nicht auszahlen: die Kosten werden gerade deswegen steigen.
              Grüße
              Raimund



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