Hallo Inder
konnte ja nicht ahnen, was ich hier für ne diskussion
losgetreten habe...
Du hast den Nerv getroffen! Das ist das gleiche, als wenn hier verlangt wird, dass alle Angestellten ihrem Chef 10 % vom Gehalt abgeben, damit er Werbung machen kann.
Was meinst Du, käme da ein Aufschrei!
Also:
ich informiere mich grundsätzlich erstmal selbst, egal ob ich
nen staubsauger kaufe oder ne versicherung abschließe...der
aufwand des versicherungsfuzzis war, das er mir einen vertrag
zugeschickt hat und wir ca. 10 min. telefoniert haben - wenn
ich bei ihm jetzt abschließe und er einigermaßen bei sinnen
ist, wird wohl für mich was rausspringen....
Nein, auch Du verwechselst Produkt mit Einkommen. Du kannst selbstverständlich mit der DeBeKa verhandeln, dass sie Dir die KV zu einem niedrigeren Beitrag abgeben (bei gleicher leistung). ob die das machen?
Würdest Du auch zum Sachbearbeiter der Versicherung gehen und sagen: ich möchte 10 % Deines Einkommens?
Auch beim Handwerker verhandelst Du nicht über sein Einkommen, sondern über den Produktpreis.
Zu dem thema vermittlungsprovisionen sehe ich die sache so:
ich habe mehrere befreundete handwerker und beruflich mit
vielen menschen kontakt, die auch div. mietobjekte etc.
besitzen...von meinen handwerkern bekomme ich ca. 3% vom
umsatz als vermittlungsprovision....und zwar, weil ich
riskiere, dass meine mandanten nicht mit der arbeit dieser
handwerker zufrieden sind und die sache dann auf mich
zurückfällt und die jungs sich so die werbung sparen - das
angebot kam im übrigen von den handwerkern und nicht von
mir....
Wenn der Versicherungsvertreter, der Dir was abgegeben hat, einigermassen schlau ist, dann lässt er Dich dafür unterschrteiben, dass Du die provision zurückzahlen musst, wennder Vertrag vorzeitig in Storno geht. außerdem, dass Du verpflichtet bist, diesen Betrag zu versteuern und drittens wird er sich eine Quittung geben lassen, die er von der Steuer absetzt. Ergebnis: Du hast die steuerprüfung im Haus und hast Du das nicht versteuert, bekommst Du einen prozess wergen Steuerhinterziehnung: vorbestraft.
macht das der Verteter nicht, dann steht er mit einem Bein im Gefängnis.
Das mist das gleiche wie Schwarzgeld, Schwarzarbeit....
ferner kommt es m.e. immer auf den aufwand an, den der
provisionszahler selber hatte um den entsprechenden
vermittelten umsatz zu realisieren...ich schick ja auch
niemanden zu meinem frisör und will dann das nächste mal
kostenlos die haare geschnitten haben....
...aber gerade im versicherungswesen oder bei der vermittlung
von fonds, steuerspargeschichten, etc. steht doch die
provision oft in keinem verhältnis zu der erbrachten leistung
- und da teilen die meisten die ich kenne gerne, wenn ohne
werbung der umsatz erzielt wird....
Du musst mal die Gesamtleistung des Versicherungsverteters anehen. Du gehst abends um späzrestens 17 Uhr nach hause. Da geht das Hauptgeschäft der Vertreter los. Du arbeitest 36 oder 37 Stunden in der Woche, ein Vertreter kommt locker auf 78 bis 80 Stunden in der Woche. Dafüre verdient er mtl. evtl. (auch das ist nicht sicher: würde bei Dir bedeuten: einen Monat 3000 Euro, den andern 1000, dann 4000, dann 200...) 4000 euro (der Durchschnitt liegt wesentlich darunter). Rechne mal seinen Stundenlohn aus! Das sind nach meiner Rechnung 12 Euro in der Stunde.
meine Kunden z.B. wissen, dass sie um 22 Uhr immer noch anrufen können.
Nebenbei: ich bin jetzt seit 1978 in dem Geschäft tätig. Ich habe bisher nur 4 solche Forderungen erlebt. Bezahlt habe ich keinem! Nur einer hat es mir übel genommen
auf den einen kann ich verzichten.
Grüße
Raimund