Hallo,
da noch niemand geantwortet hat, hier mal mein Senf zum Thema (bin kein großer Versicherungsfachmann sondern Jurist, bin aber in Teilbereichen auch MLP-Kunde):
Zunächst einmal kann man von einem MLP-Berater nicht unbedingt auf einen anderen schließen. D.h. meine Erfahrungen müssen sich nicht unbedingt auf deinen Berater übertragen lassen. Mir ist aber so ergangen, dass mit meinem Berater sehr gut auskomme, er mir häufiger Dinge anbietet, die ich dann aber nicht unbedingt annehme und Skepsis gegenüber bestimmten Dingen walten lasse ohne dass man sich gegenseitig böse wird.
Grundsätzlich sind die MLP-Mitarbeiter ziemlich gut geschult und wissen nicht nur zu verkaufen, sondern betreuen einen rund um, nehmen einem viel Arbeit ab und man kann ein recht gutes Gefühl haben, zwar vielleicht nicht in allen Bereichen "die" günstiges Versicherung/Vorsorge/... zu haben, aber auf jeden Fall eine günstige und qualitativ gute (wobei auch MLP natürlich bestimmte nachteilige Entwicklungen bei einigen Gesellschaften nicht Jahre voraussehen kann, sich aber bei Problemen wirklich sehr bemüht zu helfen).
Man muss also ein wenig zwischen eigenem Aufwand und Kosten abwägen. Habe ich die Zeit mich wirklich intensiv um jedem Kleinkram zu kümmern, finde ich sicher in dem ein oder anderen Bereich eine billigere und vielleicht auch noch bessere Versicherung, kann ich mit Prämiennachteilen von einigen zig Euro im Jahr leben, gewinne dafür aber auch diverse Stunden Arbeits- oder Freizeit (die sicher mehr wert sind) kann eine Betreuung durch MLP Sinn machen.
Dabei muss man ganz deutlich sagen, dass MLP nicht mit irgendwelchen Drückerbuden vergleichbar ist. Natürlich wollen auch die MLP-Vertreter leben und brauchen hierfür ihre Provisionen. Darüber sollte man sich keine Illusionen machen. Aber schließlich müssen wir alle von irgendetwas leben, und die Arbeit die sich die Leute in der Betreuung machen, ist ja auch nicht deren Privatvergnügen. Doch zeigt schon alleine die Zielgruppe, dass man hier ganz anders, also viel professioneller und seriöser arbeiten muss, weil man eben nicht versucht trauernde Witwen mal eben schnell am Gartenzaun über den Tisch zu ziehen (siehe Zeus unten), sondern sich nahezu ausschließlich in einem akademischen Umfeld von Ärzten, Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern, ... bewegt, also Leute die man einerseits vielleicht doch nicht so leicht über den Tisch ziehen kann, und die andererseits teilweise selbst tief in der Materie drin stecken und insbesondere auch ganz schön unangenehme Gegner sein können, wenn sie das Gefühl haben, man hätte sie über den Löffel balbiert.
Ich bin jedenfalls bislang mit MLP ganz gut gefahren. Die von MLP vermittelte PKV ist immer noch sehr gut und günstig (und war während des Referendariats der absolute Neidfaktor). Haftpflicht, Rechtsschutz, Hausrat sind auch OK, bis auf die Tatsache dass da noch ein Gerling-Vertrag mit bei ist, den ich mal kündigen muss, weil Gerling inzwischen aufgrund knapper Kassen sowas von schlimm geworden ist, dass man da besser weggeht. Berufshaftpflicht habe ich zwischenzeitlich von MLP wg. Gerling weggenommen und an einen Spezialisten übergeben, Altersvorsorge, BU sind bewusst mit etwas Risiko eingekauft und auch OK. Echter Schwachpunkt ist nur die damals angedachte Hausfinanzierung über abzutretende fondgebundene KLV, die ich mal zu Hochzeiten der Börse angefangen habe. Die entsprechende Versicherung lassen wir jetzt einfach ganz normal weiterlaufen, und werden sie dann vielleicht mal im Rahmen einer Anschlussfinanzierung nutzen, ansonsten gibt es eben Geld für den Ruhestand.
Aufpassen muss man aber auf jeden Fall bei allem was in Richtung LV geht. Da bekommen die Berater immer leuchtende Augen und vor zwei Jahren hat mal ein größerer Test von Finanzdienstleistern den MLPlern zwar grundsätzlich ordentliche Arbeit bescheinigt, aber klar die Zahl von bis zu sieben! LV pro Kunde gerügt.
Ansonsten ist MLP aber gerade für den Berufseinsteiger keine schlechte Wahl, weil man zwar Diplome und Staatsexamina hat, aber leider nichts von so praktischen Dingen wie Versicherungen versteht und dann nach so einer MLP-Beratung endlich weiß, wie die Sache läuft, und dass man sie nicht selbst machen muss.
Unabhängige Versicherungsmakler und Finanzberater können ggf. eine bessere Alternative sein, aber hier "den" richtig guten zu finden ist natürlich schwer, weil es eben keine objektiven Nachweise ihrer Qualifikation gibt.
Gruß vom Wiz
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