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Re: Kinder-Unfallversicherung -ja oder nein ?
Derzeit diskutiere ich kontrovers mit
meinem Mann, ob eine Unfallversicherung
für unseren einjährigen Sohn sinnvoll
ist, und wenn ja, welche und in welcher
Höhe.
Da gibt es viele Gründe, die dafür und dagegen sprechen.
Grund dafür:
Ein Grund für eine private Unfallversicherung wäre z.B. die Tatsache, dass dein Sohn nicht arbeitet :-)... hättest du ohne mich wahrscheinlich nicht erkannt... aber zurück zum Ernst....
Dein Kind hat also keinen Schutz, auch wenn es nur ein Grundschutz wäre, durch eine gesetzliche Unfallversicherung ( Berufsgenossenschaft oder Gemeindeunfallversicherung), denn es hat ja keinen Weg zur Schule oder zur Arbeit. Somit ist dein Kind rund um die Uhr den Gefahren des täglichen Lebens ausgesetzt.
Was dagegen spricht?
Den Schutz gibt es nicht umsonst. Er kostet Geld bzw. Prämie.
Was spricht dafür?
Dein Kind hätte rund um die Uhr einen Schutz, der frei und individuell wählbar ist. In der Kombination und in der Höhe.
Was spricht dagegen?
Der Preis wird durch die Höhe bestimmt. Je mehr Leistung ( Schutz) also gewährt werden soll, desto mehr Prämie kostet das ganze.
Was spricht dafür?
Dein Kind erhält zumindest eine kleine Entschädigung für entgangene Freuden und es wird ein leichteres Leben ermöglicht, denn mit dem Geld können Dinge gemacht werden, für die sonst kein Geld da wäre, behindertengerechter Hausumbau etc.
Was spricht dagegen?
Es kostet immer noch Geld. :-)
Was spricht dafür?
Dein Kind wird möglicherweise nicht zum Sozialfall, was wiederum vom Schutz abhängt.
Was spricht dagegen?
Es kostet alles Geld.
Das sind jetzt sicherlich alles verkäuferische Argumente, aber letztendlich spricht doch auch kein wirklicher Grund gegen meine Argumente, oder?
Grundsätzlich würde ich eine Rente bei Invalidität empfehlen, da eine Einmalzahlung zwar schnell 200 TDM bringt, aber dein Kind muss noch statistisch gesehen mindestens 65 Jahre leben. Die Rente sichert ein bestimmtes monatliches Geld, wenn ein bestimmter Behinderungsgrad nicht unterschritten wird. Meist 50%.
Das ist der einzige Haken.
Kombinieren solltest du es mit einer Invaliditätsleistung, die einerseits gut die unteren 50 % abdeckt, die durch die Unfallrente nicht abgesichert wird und andererseits aber auch ein einmaliges Kapital sichert.
Ich würde hier also eine Unfallversicherung mit Progression und eine ohne kombinieren.
Progression bedeutet einfach soviel wie Mehr Leistung. Du zahlst eben einen gewissen Beitrag, aber normal würdest du eine geringere Leistung dafür bekommen, als durch diese Progression.....
Die Versicherung mit Progression kostet mehr und gibt eine hohe Einmalzahlung. Die ohne ist günstiger und deshalb kannst du damit den unteren Bereich preiswert absichern.
Das sollten die Grundbausteine sein.
Jetzt kannst du unter vielen Variationen wählen. Es gibt Todesfallsummen, hier sollten aber 10.000 DM reichen, Sofortleistungen, würde ich empfehlen, Tagegelder und Genesungsgelder, Kosmetische Operationen.
Nur worin du jetzt letztendlich den optimalen Schutz siehst, dass ist so individuell und kann durch Wort und Schrift nur sehr schwerlich erklärt und erläutert werden.
Sollte Krankheit (z.B. Leukämie)
mitversichert sein oder nicht ?
Fragen wir mal andersrum, warum sollte es nicht versichert sein?
Aber ich glaub hier liegt ein kleiner Irrtum deinerseits noch vor.
Ein Unfall ist gegeben, wenn ein plötzlich von außen kommendes, unvorhersehbares Ereignis eine (dauerhafte) Körperschädigung verursacht.
Leukämie kommt meines Wissens nach eher selten von außen.... und wenn, dann sind zumindest Strahlenereignisse nicht mitversichert.
Was du meinst, ist vielleicht eine Kombination aus Kranken- und Unfall sowie Lebensversicherung.
Wenn euer Kind durch irgendetwas min. 50 % behindert wird, gibt es eine monatliche Zahlung. Und da würde ich dringendst empfehlen, darauf zu achten, dass keine krankheiten ausgeschlossen sind.
Gibt nachher im Leistungsfall nur unnötig Zank und Streit.
Ich wäre froh, wenn mir jemand seine
Erfahrungen und/oder Tipps mitteilen
könnte.
Ich hoffe etwas geholfen zu haben....
Was vielleicht noch für die Unfallversicherung spricht, ist die Tatsache, dass euer Kind bestimmt einen normalen Erkundungsdrang haben wird.
Und bei diesen Touren möglicherweise auch von deinem SuperPutzi mit Alkohol und einigen anderen netten Zutaten, bspw. Säuren, probiert. Die Ätzungen, die dadurch autreten würden, wären bis zu einem bestimmten Alter mitversichert.
Aber ich will dir damit keine Angst machen, nur aufzeigen, dass es nicht immer das Auto sein muss. Oder der Sprung von der Treppe oder das Fahrrad, sondern eben schon das kleine Mittelchen im Haushalt.....
Und selbst, wenn ihr noch so vorsichtig seid, wer sagt denn, dass alle anderen es auch sind?
In diesem Sinne....
Marco
PS: Ich weiß auch, dass die Unfallversicherung das meiste Geld verdient, nur es ist auch Tatsache, dass jeder Geschäftsmann Geld verdienen will. Da bei einer Versicherung auch etwas mehr Kunden vorhanden sind, sind auch die Summen etwas größer. Aber letztendlich ist die Marge zwischen den Kostenaufwendungen und den Einnahmen prozentual gesehen nur unwesentlich größer, als beim Geschäftsmann.
Wenn noch weitere Fragen bestehen, so helfe ich gerne.