Lebensmittel-Skandal (?)

Vor ein paar Tagen wunderte ich mich schon, warum es bei meinem Aldi-Laden um die Ecke plötzlich überhaupt keinen Honig mehr gibt …

Nun habe ich gerade folgende Nachricht gelesen: http://www.uni-giessen.de/nutrilive/news_messagedeta…

Haben deutsche Firmen wirklich sowas nötig?

Viele Grüße —> Mayo

Haben deutsche Firmen wirklich sowas nötig?

Hallo!

wer 500 g Honig für 2 Euro oder noch billiger anbietet, kann nur fragwürdigen Mist verkaufen. Wenn man den Aufwand eines Imkers für jedes einzelne Bienenvolk sieht, macht der Mensch die Sache entweder als Hobby oder der Honig muß das Doppelte oder noch weit mehr kosten. Im übrigen sieht reiner Bienenhonig auch nicht wie Langnese-Sabsche aus und hat auch nicht dessen bei jeder Temperatur und Lagerzeit gleichbleibende Konsistenz. Bienen produzieren nun mal nicht abfüllmaschinengerecht.

Einer meiner diversen Ex-Schwiegerväter (*g*) war Imker, bei dem hab’ ich das Handwerk gelernt und mich schon immer über Preis und Konsistenz von Langnese-„Honig“ gewundert.

Andererseits kann man auch bei richtig teurem deutschen Honig nicht unbedingt von Giftfreiheit ausgehen. Je nachdem, was Landwirte und Obstbauern versprühen, mit wieviel Sachverstand und Rücksprache mit den Imkern der Gegend sie das machen, können Spuren von Pflanzenschutzmitteln auch im hiesigen Honig nachweisbar sein.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

das Problem wird sich irgendwann erledigt haben. Gerade heute hat China die Produktion des umstrittenen Antibiotikums Chloramphenicol verboten.

Gruß
Christian

Haben deutsche Firmen wirklich sowas nötig?

Hallo!

wer 500 g Honig für 2 Euro oder noch billiger anbietet, kann
nur fragwürdigen Mist verkaufen.

Einspruch: Es ist schon einige Zeit her, wo ich bei einem Honigabfüller gearbeitet habe. Deshalb kenne ich mich etwas mit dem Thema aus. Der mex. Honig (Yucatan) gehört m.E. zu den besten Honigen überhaupt. Das Aroma ist unvergleichlich (siehe das Aroma der Lebkuchen). Was man nicht unbedingt von einem chin. Buchweizenhonig behaupten kann (betriebsinterner, auf bayerisch, Spitzname: Schweins-Odl).

Wenn man den Aufwand eines

Imkers für jedes einzelne Bienenvolk sieht, macht der Mensch
die Sache entweder als Hobby oder der Honig muß das Doppelte
oder noch weit mehr kosten.

Das ist richtig, doch die Lohnkosten in China, Argentinien oder Mexiko sind nunmal deutlich billiger als bei uns. Deshalb ist der deutsche Honig auch so teuer.

Im übrigen sieht reiner

Bienenhonig auch nicht wie Langnese-Sabsche aus und hat auch
nicht dessen bei jeder Temperatur und Lagerzeit
gleichbleibende Konsistenz.

Langnesehonig, aber auch all die anderen Hersteller, machen eine geheimnisumwitterte Mischung aus den verschiedenen Honigen, die übrigens ALLE den strengen deutschen Lebensmittelbestimmungen entsprechen müssen! Dabei werden die Blütenhonige so zusammengemischt, daß sie problemlos durch die Abfüllmaschine laufen und lange Zeit nicht kandieren. Auch der cremige Honig (überwiegend kanadischer Kleehonig und mit Anteilen von Rapshonig, der sehr schnell kandiert) wird im Rahmen der Vorschriften leicht (!) erwärmt und abgefüllt. die Kunst ist es, so kleine Kristalle herzustellen, daß man sich an den „Körnern“ nicht die Zähne ausbeißt.

Bienen produzieren nun mal nicht

abfüllmaschinengerecht.

auch deutscher Honig wird nur sehr geringfügig erwärmt, damit er abgefüllt werden kann! Ein Grad zuviel, schon ist der Honig nach unseren Gesetzen verdorben. Die Amis sehen das etwas anders. Die erhitzen den Honig so stark, daß daraus nur noch eine honigfarbene Pampe wird, deren Einfuhr bei uns verboten ist.

Einer meiner diversen Ex-Schwiegerväter (*g*) war Imker, bei
dem hab’ ich das Handwerk gelernt und mich schon immer über
Preis und Konsistenz von Langnese-„Honig“ gewundert.

Andererseits kann man auch bei richtig teurem deutschen Honig
nicht unbedingt von Giftfreiheit ausgehen. Je nachdem, was
Landwirte und Obstbauern versprühen, mit wieviel Sachverstand
und Rücksprache mit den Imkern der Gegend sie das machen,
können Spuren von Pflanzenschutzmitteln auch im hiesigen Honig
nachweisbar sein.

Stimmt, der Biene kann kein Mensch vorschreiben, ein fast zu tot gespritzes Rapsfeld abzuernten. Solche Idioten können die ganze Arbeit eines Jahres vernichten, denn auch deutscher Honig wird regelmäßig überprüft, soweit er in den Handel kommt.

Noch eine kurze Anmerkung zu der Lebensmittelüberwachung. Nicht nur einmal gab es Stress, weil der Abfüller ein Faß zuviel von griech. Pinienhonig dazugemischt hat. Der Honig schmeckt und riecht dann „Benzin“. Die Abfüllung war nur wenige Tage draußen, dann stand schon die Lebensmittelüberwachung auf der Matte.

Es gibt sogar Honige, die sollte niemand schlabbern! Honig aus Rhododenrenblüten ist tödlich giftig; wer hätte das gewußt, daß es auch gefährlichen Honig gibt?

Gruß
Wolfgang