Importgeschäfte

Von: , Frage gestellt am Fr, 3. Mai 2002

Ich möchte ausländische Produzenten von Fertigwaren (non-food)
und Abnehmer in Deutschland (und evtl. anderen europäischen Ländern) zusammenbringen und für diese Vermittlungsdienstleistung eine Provision/ein Honorar in Rechnung stellen.
(Habe bereits sehr konkrete Vorstellungen.)
Kann jemand mit einem Provisions-Mustervertrag dienen ?
Wie kann sichergestellt werden, daß man bei weiteren
Geschäftsbeziehungen zwischen den vermittelten Partnern
nicht "aussen vor" gelassen wird?

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: Importgeschäfte

    Der einzig sichere Weg ist:

    Ware selbst importieren.
    Absenderkennzeichen entfernen oder Ware umpacken (kannst du im Lagerhaus der Spedition machen)
    Mit Neuberechnung incl. deiner Provision weiterversenden.

    oder etwas komplizierter

    Im Ausland mit dem Lieferanten vereinbaren, daß deine Adresse als Absender auf Rechnung und Lieferscheinen und Frachtbriefen erscheint. Provision zahlt der Lieferant. evtl. wird ein erhöhter VK ab Werk berechnet der die Provision enthält, die du vom Kunden wolltest.

    Achtung auf jedenfall wäre es sicherer mit dem Lieferanten einen Kundenschutz zu vereinbaren. D.h. Kunden die du nachweislich bringst bekommen Ware nur mit Provision an dich. Im ausland natürlich schwer nachzuprüfen!

    gruss
    winkel [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 15 Stunden 1 hilfreich
    Re: Importgeschäfte

    Wie kann sichergestellt werden, daß man bei weiteren
    Geschäftsbeziehungen zwischen den vermittelten Partnern
    nicht "aussen vor" gelassen wird?
    Guten Morgen,

    jedes Geschäft, das von Dauer sein soll und aus dem sich nicht über kurz oder lang einer der Beteiligten herauszuwinden versucht, muß auf gegenseitigem Nutzen beruhen. Es funktioniert jedenfalls nicht oder nur unter besonderen Voraussetzungen, nach einmaliger Vermittlung fortan ohne weiteres Zutun Provisionen zu kassieren. Solche Geschäfte würden dauernde Kontrolle erfordern, die i. d. R. nicht leistbar ist. Ferner verträgt kaum ein Geschäft einen dazwischen geschalteten Kostgänger, der ohne erkennbare Leistung nur kassiert.

    Auch den hier schon erteilten Rat, den Warenursprung zu verschleiern, halte ich für praxisfremd und ich kann Dir Dutzende von Konstallationen nennen, wo Du solches Tun verfluchen wirst, z. B. bei Qualitätsmängeln, Änderungswünschen, Lieferverzug, Gewährleistungsansprüchen, zahlungsunfähiger Kunde...

    Die einzig brauchbare Möglichkeit, als Vermittler dauerhaft an einer Lieferanten-Kundenbeziehung zu partizipieren, ist ein Vertrag mit dem Lieferanten, der Dir Gebietsschutz zusichert. Dann kommt wieder der gegenseitige Nutzen ins Spiel. Der Gebietsschutz verlangt von Dir, daß Du das Gebiet tatsächlich bearbeitest und so Deinerseits dauerhaft das Geschäft des Lieferanten förderst. Dafür bist Du der dauernd präsente Ansprechpartner vor Ort für die Kunden. Jetzt hat der Lieferant ein grundsätzliches Interesse an Dir und wird auch nicht vertragsbrüchig, weil Dich ein einzelner Kunde ausbooten will, in der Hoffnung, billiger kaufen zu können.

    Ich kann Dir aus langjähriger Vertriebspraxis sagen, daß es keine andere tragfähige Vorgehensweise als die beschriebene mit dem gegenseitigen Nutzen gibt. Andere Modelle aus Provisionen ohne Gegenleistung, möglicherweise noch Provisionen von Untervertretern, stammen aus der Zeit der Staubsaugervertreter, Varianten finden sich noch in schneeballartig aufgebauten Systemen. Von Bestand sind solche Konstruktionen grundsätzlich nicht. Vertrieb, der auf Kontrolle, Mißtrauen und Verschleierung basiert, ist kurzlebiger Mist und entspringt dem Traum von Leuten, die Geld fürs Nichtstun erwarten.

    Es gilt für jedes Geschäft: Dem Kunden muß ich den Nutzen des Produkts vermitteln. Nicht den Preis oder sonstwas, was angebliche Vertriebsprofis so alles im Ärmel haben. Dasselbe gilt auch für die Verbindung von Vertreter und Lieferant: Gegenseitiger Nutzen ist das Bindeglied. Sobald man den nicht mehr bringt, ist man raus aus dem Geschäft und das ist auch gut so.

    Gruß
    Wolfgang

  3. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Importgeschäfte

    Zuerst würde ich mal prüfen, wen Dein Lieferant z.B. hier schon beliefert, wer sein größter Abnehmer ist (Importeure aus USA kriegen aufgrund der Mengen die besten Konditionen) und dann würde ich mir ein eigenes Markenzeichen (Logo) und/oder eigenes Design der ganzen Schiene zulegen (same shit in a different housing).

    Das Finanzproblem löst Du dann via Akkreditiv im back-to-back-Verfahren (Banker fragen).

    Bei allen anderen Lösungen wirst Du über kurz oder lang (eher kurz) beschissen, vergiß das.

    Gruß R.

    p.s.: Merke: Das Wertvollste sind immer Deine Kunden. Also mußt Du sie schützen wie eine Jungfrau vor 100 nackten Hengsten.

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