Für meine Firma muß ich u.a. den Einkauf aus den USA bzw. GB organisieren. D.h. von der Vertragserstellung bis zur Eingangskontrolle.
Meine Frage: Ist es bei der Vertragserstellung zwingend die Incoterms anzuwenden, oder kann ich im Vertrag dies explizit ausschließen und den Lieferanten dazu anhalten, uns die Ware frei Verwendungsstelle zu liefern ( so er das auch mitmacht ) ?
Da ich neu in dieser Materie bin , bitte ich um verständnisvolle Unterstützung, besten Dank !
moin,
das kannst du machen, wie du willst. du kannst auch vereinbaren, dass die waren bei lieferung blau angestrichen sind, oder beim abladen ne kapelle der werksfeuerwehr spielt…
die incoterms dienen dazu, gaengige + erprobte lieferbedingungen unmissverstaendlich zu fassen.
aber selbstverstaendlich bleibt raum fuer extrawuensche.
das thema „frei verwendungsstelle“ beschaeftigt unsere firma auch heftigst, und das geschrei ist gross, wenn ein 14 tonnen schwerer nmr zwar im richtigen raum der radiologie steht, jedoch aus welchen gruenden auch immer „falschrum“ , weil ein techniker sich geirrt hat…
dann kann das umdregen eines solchen teiles durchaus nochmal ne fette summe kosten.
gruss
khs
Hi!
Frei Verwendungstelle ist doch auch ein Incoterm, oder?
Grübel
Grüße Dusan
moin,
ich weiss es nicht! in der praxis hat es sich z.b. bei baustofftransporten durchgesetzt, dass „frei verwendungsstelle“ unmissverstaendlich ist, mir ist aber keine grenzueberschreitende internationale griffige drei-buchstabenkombination bekannt.
in unserem bereich handelt es sich um logistik von technischen geraeten, und da gibt es international abenteuerlichste definitionen/wuensche der empfaenger, wie z.b. „preinstalled“
oder „sited“…
gruss
kuddel
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Hallo dusan,
das mag zwar was ähnliches sein wie DDP, aber ist nicht das selbe.
http://www.iccwbo.org/incoterms/preambles.asp
Gruß Ivo
moin,
DDP hat in der praxis als hauptbedeutung, dass die z.t. horrenden einfuhrabgaben des ziellandes vom absender uebernommen werden. das ist dann auch der finanziell wichtigste klotz -die lieferung „frei verwendungsstelle“ wird dann mal " so mitgemacht"…
weiterhin kenne ich aus der praxis, dass bei hochwertigen DDP-exporten auf dieses art die „gefaelligkeiten“ erledigt werden.
beispiel:
du exportierst eine anlage fuer 1 mio nach suedamerika. in deiner kalkulation waren einfuhrabgaben in hoehe von 50% - also 500.000 drin - diese abgabenhoehe hat dein serioeser logistikpartner gemaesz offiziellen vorschriften des ziellandes ermittelt.
wenn die ware au dem weg ist, wird dein kunde sagen: hey, ueberlass mir die abfertigung + zustellung - mein agent macht das schon, und er wird dir die rechnung ueber 500.000 schicken…
dir ist es recht, den du befuerchtest sowieso „hindernisse“ …
dass die zwei dann an den offiziellen behoerden vorbei einen „smartdeal“ mit einem geschmierten zoellner machen, interessiert dich eigentlich nicht, denn es schadet dir ja auch nicht…
fazit:
DDP ist da sinnvoll, wo es „flexible“ importmoeglichkeiten gibt,
ODER
wo es schlichweg (noch) keinen offiziellen importeur gibt…
gruss
kuddel