hallo liebe Händler.
Ich bin Kaufmann aus Überzeugung und hoffe, dass sich hier vielleicht noch der eine oder andrige herumtreibt, kann aber auch gut sein dass ich einer aussterbenden Rassese angehöre.
Ich hätte gerne mal Meinungen zum Gesamtthema, auch wenn ich weiter ausholen muss:
Es bereitet mir Magenschmerzen, wenn Damen im Modebrett sich darüber äußern, das Schmuck nur zum „Materialwert“ verkauft wird, welchen Sie auch noch einschätzen können. Es macht mir Sorge, wenn Menschen Produkte aus China importieren wollen, die nicht den leisesten Hauch von Recht/Transport/Steuern/Zoll usw haben. Tausende von Menschen machen sich „Selbständig“ und verkaufen Artikel in Ebay, weil Sie so Bauernschlau sind zu meinen, wenn ich für 1€ einkaufe und für 2€ verkaufe, habe ich 1€ Gewinn gemacht und bin ein Held. Menschen denken, dass eine Tütensuppe mit 1,8 Gramm Fleischprodukt eine günstige Mahlzeit darstellen. Eine Lederjacke aus der Basar in der Türkei wird als Preis - Wert empfunden.
Die Sorge bereiten mir nicht diese einzelnen Menschen, denen ich in Ihrer jeweiligen Situation evtl. noch Verständnis entgegenbringe, sondern die Konsequenz:
Eine Horde werbungsgesteuerter Lemminge, die sich im Diskounter bedienen, die nicht eine Sekunde darüber nachdenken, warum ihr Arbeitssplatz mit ihrem Kaufverhalten zu tun hat; das völlige verschwinden von Fachgeschäften für eine „durchschnittliche“ Käuferschicht usw.
Auch ein vernünftiger Qualitätssbegriff scheint mir nicht im Ansatz existent zu sein. Produkte, die über einige Jahre hinweg in gleichbleibender Qualität ihren Dienst verrichten findet man kaum noch. Entweder billig kaufen und schnell wegwerfen, oder Luxussegment.
Gut ist diese Entwicklung nur für Diskounterketten, Coca Cola, Kraft General Foods, Chinesen, Gammelfleisch- Lieferanten und Media Markt. Soviel zum Gejammer.
Jetzt eine Frage: Wäre es nicht wünschenswert und realistisch machbar, bereits in der Schule mal den Komplex Konsum zu lehren? Wie errechnet sich der Wert einer Sache? Wie werden Löhne kalkuliert? Und zwar nicht in der Theorie, sondern praxisnah?
Somit ließen sich ja auch diverse Ringschlüsse ziehen: Jemand der einen Ausbildungsplatz sucht muss einen Qualitätsanspruch erfüllen, da er ansonsten ein unkalkulierbares Risiko darstellt.
Aber wie soll ein verbeamteter Lehrer so eine Botschaft glaubhaft rüberbringen?
1000 Fragen, Irgendwie läuft was grundlegendes falsch und irgendwie komme ich immer auf den Begriff „Wert“ raus.
Könnt ihr mir Folgen, gibt es hierzu Lösungsansätze, Literaturempfehlungen, oder einfach nur Meinungen? Irgendwie fehlt glaube ich die Lobby…
Verzweifeltee Grüße
Zaph