Hallo,
ich habe bei Anfragen wie Deiner immer die Sorge daß da jemand glaubt daß es reicht einen „Großhandel“ zu haben, wo man „günstig“ kaufen kann und daß man dann mit tollem Gewinn verkaufen könnte, so nach dem Motto „für 1 EUR eingekauft, für 2 verkauft = 1 EUR Gewinn“.
Dir muß klar sein daß es so einfach nicht ist. Du mußt einkalkulieren daß Kunden Reklamationen bringen werden - manchmal weil etwas wirklich defekt ist, manchmal auch nicht. Kunden lassen sich beraten und kaufen dann doch im Internet… oder Kunden reklamieren Artikel bis 10, 15 EUR, wo es den Aufwand nicht lohnt es beim Distributor zu reklamieren weil die Zeit und das Porto Dich mehr kostet als auf deine eigene Rechnung Ersatz zu liefern und den Verlust auszubuchen.
Gerade im PC-Hardware-Bereich fallen Preise sehr schnell - wenn Du Ware nicht sofort verkaufst, sondern herumliegen hast, kannst Du sie nach 2 Wochen nur noch mit Verlust verkaufen weil die Preise immer fallen und jeder nur das Neueste haben will.
Außerdem mußt Du dir bei den Distributoren erstmal Bonität erarbeiten. Anfangs liefern die nur gegen dirkete Zahlung, dann ist das Zahlungsziel 1 Woche, später 2 und wenn es keinerlei Probleme gibt max. 3 Wochen. Dann darf aber nie etwas schief gehen - 1 Mal Unregelmäßigkeiten und Du bist raus und fängst bei 0 an.
Davon abgesehen wird man mit Hardware nie reich weil die Marge dort immer sehr gering ist. Wenn Du guten Gewinn machen willst mußt Du Ferraris oder Immobilien verkaufen - aber bei PC-Hardware verdienst Du immer sehr wenig und mußt Dich permanent gegen Billigkonkurrenz bei Ebay und generell dem Internet, sowie Angebote bei Aldi, Saturn und Media-Markt durchsetzen.
Ich arbeite selber in einem kleinen Unternehmen und wir werden langfristig aus dem Privatkunden-Geschäft aussteigen und uns nur auf Gewerbekunden konzentrieren weil der Aufwand, mit Privatkunden schwarze Zahlen zu erwirtschaften, in keinem Verhältnis zu der Mühe und Arbeit steht, die es macht. Unser Chef ist 11 Stunden am Tag in der Firma, samstags halbtags und sonntags ein paar Stündchen - und genehmigt sich ein Gehalt von 1500 EUR.
Ich kann Dir also generell nur abraten und wenn Du es doch machst, dann aber bitte nur mit wirklich fundierten kaufmännische Kenntnissen und guten Beratern (Industrie- und Handelskammer, Gründer- und Technologie-Zentren, etc.), weil schon generell, aber erst recht bei den geringen Margen in speziell diesem Bereich, bist Du innerhalb von 3 Wochen haushoch verschuldet und Deine Firma pleite wenn Du nicht weißt wie der Hase läuft.
Aus Deinem Geschreibsel lese ich heraus daß Du von Tuten und Blasen keine Ahnung hast, sonst würdest Du die großen Distributoren kennen. Ich weiß also nicht ob es deswegen überhaupt sinnvoll ist Dir hier Namen zu nennen, aber nun gut:
http://www.actebis.com/ec/landingpage.jsp
http://www.softcarrier.de/
http://www.ingrammicro.de/
http://www.bcom.de/home/index.php
http://www.tm-transmedia.de
http://www.lion-electronics.de/
Gruß,
MecFleih