Preispolitik: warum ist nicht alles viel billiger?

hallo allerseits

je älter ich werde, desto knapper wird bei mir das geld :frowning:. eigentlich sollte es ja umgekehrt sein, nicht wahr?

und weil das geld immer knapper wird, mach ich mir auch immer mehr gedanken über preise und vergleiche sie natürlich auch.

normalerweise telefoniere ich immer mit so einer dial-up vorwahl ins ausland. und gestern hab ich dann mal nachgeschaut, was das eigentlich mit meinem telefonanbieter kosten würde. und dann hab ich mich gefragt, wie es möglich ist, dass der dial-up service den anruf zu einem zehntel des preises eines anderen providers anbieten kann?

mir ist klar, dass viele beiträge hier auf w-w-w in eine ähnliche richtung gehen. ich möchte aber nicht auf ein bestimmtes produkt abziehlen. auf wikipedia habe ich mir dann diesen artikel genauer durchgelesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Preispolitik#Weitere_Ge…

danach wusste ich, dass es also viele möglichkeiten gibt, preise festzulegen, und viele einflussfaktoren, die die preise bestimmen.

mein fazit war dann aber doch, dass der anbieter den preis seines produktes eigentlich frei wählen kann. natürlich wird er kaum etwas verkaufen, wenn er seinen produktpreis wesentlich höher ansetzt als vergleichbare produkte.

aber, und nun komme ich zu meiner eigentlichen frage, wer sagt uns denn, dass das vergleichbare produkt, welches wesentlich günstiger im preis ist, nicht auch schon eine riesige gewinnspanne „drauf“ hat? und dann frage ich mich, warum geht niemand hin und bricht diese preise, soll heissen unterbietet sie um ein vielfaches?

natürlich gibt es die discounter. aber hier sind doch die preise zwar günstiger, aber doch nicht weltbewegend. da kostet mal die schokocreme 80 cent weniger als sonst wo. und wenn es mal deutlich günstiger wird, dann sieht’s qualitativ auch schon ganz anders aus.

dann, und hier widerspreche ich mir selber (ihr merkt, ich bin verwirrt :smile:, gibt es aber doch produkte, die um ein vielfaches günstiger sind. trockenhundefutter zum beispiel. da steht beim discounter die genau gleichen inhalte drauf, kostet aber nur ein zehntel des sogenannten markenfutters.

nun sagt ihr „ja klar, für die marke musst du eben auch bezahlen!“.

heisst das denn dann wirklich, die discounter bieten den besten preis und tiefer geht es nicht? aber warum verdienen die sich dann auch dumm und dämlich?

kürzlich hab ich mal den geschäftsbericht der schweizer post angesehen. die haben 2007 mit ca. 55’000 mitarbeitern 900 millionen chf reingewinn (ca. 600 mio euro) eingefahren. dann hab ich mir den geschäftsbericht von swisscom (die „schweizer telecom“) angesehen. die machen mit knapp 20’000 mitarbeitern 2 milliarden chf (1,3 mia euro) reingewinn. reingewinn.

und dann kam mir der begriff „wucher“ in den sinn.

wucher (laut wiki): „Wucher bezeichnet das Angebot einer Leistung zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung unter Ausnutzung einer Schwächesituation des Vertragspartners.“

also ich bin nicht paranoid. na ja, bei 9/11 hab ich mir so meine gedanken gemacht. aber hier - verdammt - weiss ich echt nicht mehr weiter.

wie können wir diesen preisbann brechen?

danke und grüsse
louis

Hallo Louis,

je älter ich werde, desto knapper wird bei mir das geld :frowning:.
eigentlich sollte es ja umgekehrt sein, nicht wahr?

Wieso? Muß nicht zwangsläufig so sein. Aber z.B. gibt es so etwas wie Inflation (Und ich rede hier nicht von der Preissteigerung, die das Statistische Bundesamt veröffentlich) Da diese im Moment deutlich höher ist als irgendeine Lohnsteigerung hast Du zwar mehr Geld in der Tasche, aber das ist weniger wert.

und weil das geld immer knapper wird, mach ich mir auch immer
mehr gedanken über preise und vergleiche sie natürlich auch.

Das ist ein Trugschluss. Das Geld wird nicht knapper, ganz im Gegenteil. Es gibt immer mehr davon. Nur leider sinkt der Wert des Geldes und dadurch gibt es weniger Waren für den gleichen Geldbetrag

mein fazit war dann aber doch, dass der anbieter den preis
seines produktes eigentlich frei wählen kann. natürlich wird
er kaum etwas verkaufen, wenn er seinen produktpreis
wesentlich höher ansetzt als vergleichbare produkte.

Schau mal auf eBay, was dort teilweise für Schwachsinn verkauft wird, der einen Wert von nahe Null hat (z.B. Toasts mit Marienabbildungen u.ä.) Der Preis ist immer dann richtig, wenn es dafür einen Käufer gibt, der bereit ist ihn zu bezahlen.

aber, und nun komme ich zu meiner eigentlichen frage, wer sagt
uns denn, dass das vergleichbare produkt, welches wesentlich
günstiger im preis ist, nicht auch schon eine riesige
gewinnspanne „drauf“ hat? und dann frage ich mich, warum geht
niemand hin und bricht diese preise, soll heissen unterbietet
sie um ein vielfaches?

Du vergißt, daß ein Unternehmen auch Ausgaben hat, die gedeckt werden müssen. Eine Firma hat weniger, eine andere mehr Kosten und das muß alles im Preis einkalkuliert werden. Ein Riesenproblem ist, daß häufig Firmen massenweise Kredite zurückzahlen müssen, die einen großen Teil der Kosten ausmachen. Dann kommen dazu Personalkosten und Gehaltserhöhungen (Damit Du, wie oben geschrieben, doch mehr Geld in der Tasche hast). Dann kommen Produktionskosten, Materialkosten usw. dazu. All das muß einkalkuliert werden.
Und warum sollte jemand die Preise, die am Markt etabliert sind, massiv unterbieten? Er verkauft dann zwar mehr, aber hat er dadurch auch einen höheren Gewinn?

natürlich gibt es die discounter. aber hier sind doch die
preise zwar günstiger, aber doch nicht weltbewegend. da kostet
mal die schokocreme 80 cent weniger als sonst wo. und wenn es
mal deutlich günstiger wird, dann sieht’s qualitativ auch
schon ganz anders aus.

Ach??? Qualität willst Du auch noch haben? Und die auch noch geschenkt? Na das wird jetzt aber schwierig. Irgendwo muß gespart werden. Produkteinsatz, Qualität, Produktionsstandort, Steuern, Lohnkosten usw usw.

dann, und hier widerspreche ich mir selber (ihr merkt, ich bin
verwirrt :smile:, gibt es aber doch produkte, die um ein
vielfaches günstiger sind. trockenhundefutter zum beispiel. da
steht beim discounter die genau gleichen inhalte drauf, kostet
aber nur ein zehntel des sogenannten markenfutters.

Dann vergleich mal billig Futter mit gutem Markenfutter und Du wirst sehen, daß das Billigfutter so gut wie nur Schlachtabfälle enthält, wohingegen bei gutem Markenfutter so etwas komisches wie echtes Fleisch drin ist. :smile:

nun sagt ihr „ja klar, für die marke musst du eben auch
bezahlen!“.

heisst das denn dann wirklich, die discounter bieten den
besten preis und tiefer geht es nicht? aber warum verdienen
die sich dann auch dumm und dämlich?

Weil viele der Geiz ist geil Generation dahin rennen. Es ist wie mit der Bildzeitung oder früher Tutti Frutti. Niemand kennts, aber alle reden darüber. :smile:
Die Discounter haben z.B. ein nahezu flächendeckendes Filialnetz und bei denen geht es über die Masse, weil die Gewinnspanne dort teilweise nur bei 1 - 3 Prozent liegt.

und dann kam mir der begriff „wucher“ in den sinn.

wucher (laut wiki): „Wucher bezeichnet das Angebot einer
Leistung zu einer deutlich überhöhten Gegenleistung unter
Ausnutzung einer Schwächesituation des Vertragspartners.“

Schön… Und wo ist die Schwächesituation?
Du kannst doch Preise und Leistungen vergleichen und dann das für Dich günstiste Angebot wahrnehmen.

also ich bin nicht paranoid. na ja, bei 9/11 hab ich mir so
meine gedanken gemacht. aber hier - verdammt - weiss ich echt
nicht mehr weiter.

wie können wir diesen preisbann brechen?

Ganz einfach: Erstmal eine hyperinflation um alle unsere Schulden loszuwerden und dann ein Staatsbankrott mit einer Währungsreform und schon kostet die Bild wieder 10 neue Pfennige, aber willst Du das wirklich? Obwohl… Um Wollen wird es hier nicht gehen. :smile:

Viele Grüße
Robert

hallo robert

vielen dank für deine ausführliche antwort.

aber, und nun komme ich zu meiner eigentlichen frage, wer sagt
uns denn, dass das vergleichbare produkt, welches wesentlich
günstiger im preis ist, nicht auch schon eine riesige
gewinnspanne „drauf“ hat? und dann frage ich mich, warum geht
niemand hin und bricht diese preise, soll heissen unterbietet
sie um ein vielfaches?

Du vergißt, daß ein Unternehmen auch Ausgaben hat, die gedeckt
werden müssen. Eine Firma hat weniger, eine andere mehr Kosten
und das muß alles im Preis einkalkuliert werden. Ein
Riesenproblem ist, daß häufig Firmen massenweise Kredite
zurückzahlen müssen, die einen großen Teil der Kosten
ausmachen. Dann kommen dazu Personalkosten und
Gehaltserhöhungen (Damit Du, wie oben geschrieben, doch mehr
Geld in der Tasche hast). Dann kommen Produktionskosten,
Materialkosten usw. dazu. All das muß einkalkuliert werden.
Und warum sollte jemand die Preise, die am Markt etabliert
sind, massiv unterbieten? Er verkauft dann zwar mehr, aber hat
er dadurch auch einen höheren Gewinn?

deshalb habe ich das mit den reingewinnen erwähnt.

kürzlich hab ich mal den geschäftsbericht der schweizer post
angesehen. die haben 2007 mit ca. 55’000 mitarbeitern 900
millionen chf reingewinn (ca. 600 mio euro) eingefahren. dann
hab ich mir den geschäftsbericht von swisscom (die „schweizer
telecom“) angesehen. die machen mit knapp 20’000 mitarbeitern
2 milliarden chf (1,3 mia euro) reingewinn. reingewinn.

der reingewinn ist der gewinn, den du machst, nachdem du jeden aber auch noch so kleinen aufwand bezahlt hast. und auch alle deine rücklagen gebildet hast und alle deine zinsen bezahlt. also kannst du mit dem reingewinn party machen.

natürlich, in meinem beispiel nenne ich zwei staatsbetriebe. aber die sind immerhin noch einigermassen transparent. bei aldi kannst du die offenlegung solcher zahlen vergessen.

auch wenn ich das hier vielleicht nicht so rüberbringe, aber ich möchte mich ernsthaft mit diesem thema auseinandersetzen. dass heisst, hinterfragen, wieviel gewinnmaximierung ist erlaubt? ethik können wir hier getrost vergessen.

vielleicht kennt jemand ein buch oder eine andere quelle, die sich kritisch hiermit auseinandersetzt. natürlich besteht die gefahr, dass man ziemlich schnell in diese investigative schiene gerät. sobald man das etablierte in frage stellt, ist man gleich der verschwörungstheoretiker. das möchte ich vermeiden.

es geht auch in diese richtung: es gibt unternehmen, die sagen: wir verkaufen unser produkt nur 3 mal pro jahr. deshalb muss der preis so hoch sein, dass wir auch nur mit diesen 3 verkäufen über die runden kommen und nicht nur das, sondern auch noch ordentlich gewinn machen.

mir ist auch klar, dass das thema super komplex ist. daher möchte ich es um so einfacher formulieren:

wenn ein unternehmen einen solch enormen reingewinn einfährt, dann müssten wir doch alle auf die barrikaden gehen (ja ok, wenn ich politisch engagiert wäre, wär ich wahrscheinlich sozi) und die senkung seiner dienstleistungs- oder produktpreise fordern.

vielleicht weiss aber auch jemand von euch, wie solche enormen reingewinne in der regel von den unternehmen gerechtfertigt werden. oder wie wird gewinnmaximierung gerechtfertigt?

vielen dank und grüsse
louis

Hallo Louis,

der reingewinn ist der gewinn, den du machst, nachdem du jeden
aber auch noch so kleinen aufwand bezahlt hast. und auch alle
deine rücklagen gebildet hast und alle deine zinsen bezahlt.
also kannst du mit dem reingewinn party machen.

Das stimmt. Und ein Unternehmen ist sogar verpflichtet eine gewisse Gewinnabsicht deutlich zu zeigen, da ansonsten das Finanzamt ankommt und das ganze als Liebhaberei definiert.
Also hoch die Tassen. :smile:

natürlich, in meinem beispiel nenne ich zwei staatsbetriebe.
aber die sind immerhin noch einigermassen transparent. bei
aldi kannst du die offenlegung solcher zahlen vergessen.

Nun, in wieweit ein Staatsunternehmen transparent ist, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Vielfach wird hier mit einer relativ großen Personaldecke gearbeitet.

auch wenn ich das hier vielleicht nicht so rüberbringe, aber
ich möchte mich ernsthaft mit diesem thema auseinandersetzen.
dass heisst, hinterfragen, wieviel gewinnmaximierung ist
erlaubt? ethik können wir hier getrost vergessen.

Da wir in einer freien Marktwirtschaft leben (ups… jetzt mache ich mich ja selber lächerlich, denn im Banken und Versicherungsbereich gilt das ja schon nicht mehr) regelt das Prinzip von Angebot und Nachfrage ganz schnell den Preis. Eine Deckelung der Gewinne würde eher zu unserem Saarländer passen als in die freie Marktwirtschaft.

es geht auch in diese richtung: es gibt unternehmen, die
sagen: wir verkaufen unser produkt nur 3 mal pro jahr. deshalb
muss der preis so hoch sein, dass wir auch nur mit diesen 3
verkäufen über die runden kommen und nicht nur das, sondern
auch noch ordentlich gewinn machen.

Klar. Wenn die Kunden bereit sind, den Preis zu zahlen, dann ist doch alles in Butter. Vielfach müssen die Firmen aber auch die Preise höher ansetzen, damit der Einkäufer des Kunden den EK dann nochmal um ein paar % drücken kann und dann seinem Chef ganz stolz sagen kann, daß er das Produkt um 10% günstiger bekommen hat. Hierbei vergißt er, daß das Produkt evtl. ganze 20% günstiger sein könnte. wenn nicht jeder versucht den Preis zu drücken. Ist doch ähnlich wie bei vielen Rabattaktionen. Vorher wird unmerklich 25% auf den normalen Preis aufgeschlagen und dann wird ganz groß eine 20% Rabattaktion verkündet und der dumme Verbraucher freut sich auch noch darüber daß er 5% mehr bezahlen darf.

vielleicht weiss aber auch jemand von euch, wie solche enormen
reingewinne in der regel von den unternehmen gerechtfertigt
werden. oder wie wird gewinnmaximierung gerechtfertigt?

Warum sollte sich ein Unternehmen dafür rechtfertigen, daß es seine gesetzliche Vorgabe zur Gewinnerzielung erfüllt hat?

Viele Grüße
Robert

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hallo louis,

ethik können wir hier getrost vergessen.

Da hast du Recht und das ist sehr bedauerlich - aber es sollte doch engere Grenzen geben. Statt die Unternehmen zu verurteilen, sollte es die Manager persönlich treffen, die jene Entscheidungen trafen, die zu einer Verurteilung führten. Doch das geschieht leider nicht, was unser Rechtssystem in einem sehr merkwürdigen Licht erscheinen läßt.

vielleicht kennt jemand ein buch oder eine andere quelle, die
sich kritisch hiermit auseinandersetzt.

Aus nachstehenden Werken wird erkennbar, wer hier mit wem mauschelt bzw. wer wo Einfluß hat und wie unethisch manipulieren kann:

-Handbuch deutsche Wirtschaft 2005/2006, von Alfred Mechtersheimer, gibt sicher eine neue Auflage. Listet Namen, Adressen, Geschäftsführer, Produkte, Marken und Niederlassungen mit Mitarbeiterzahlen auf.

-Wem gehört die Republik? Die Konzerne und ihre Verflechtungen, mit Management-Ranking, Namen, Zahlen, Fakten - von Rüdiger Liedtke. Sehr viel detaillierter als das Vorgenannte, dafür weniger Firmen.

Stöbere auch mal bei amazon.de… Da findet sich bestimmt einiges.

natürlich besteht die gefahr, dass man ziemlich schnell in diese :investigative schiene gerät. sobald man das etablierte in frage stellt, ist
man gleich der verschwörungstheoretiker. das möchte ich vermeiden.

Verschwörungstheoretiker werden jene diskriminierend genannt, die versuchen eine Verschwörung ans Tageslicht zu befördern. Fragt sich wer dabei der Verschwörungstheoretiker ist: der der in Gemeinschaft mit anderen Missetaten beging und verheimlichen will oder der der aufdecken will, um Mißstände bzw. kriminelle Aktivitäten vor den Kadi zu bringen?

vielleicht weiss aber auch jemand von euch, wie solche enormen
reingewinne in der regel von den unternehmen gerechtfertigt
werden. oder wie wird gewinnmaximierung gerechtfertigt?

Zu dem Thema gibt es das Paradebeispiel schlechthin, den Vorstand von BAYER Wenninger. Hierzu könntest du dir Berichte zur letzten Jahreshauptversammlung am 12.5.09 der BAYER AG mal anschauen: www.cbgnetwork.de/2834.html und die weiteren, die man von dort aus erreicht. Und dann halte dir vor Augen, daß andere Konzerne ähnlich arbeiten und um keinen Deut besser sind. Es gibt allerdings einen großen Unterschied z.B. zwischen Deutschland und Frankreich: in D stehen in der Politik die Interessen der Konzerne an erster Stelle, in F ist es der Schutz der Verbraucher, da müssen Konzerne zurückstehen!

Viel Spaß bei deinen Recherchen,
Cantate

Moin,

Es gibt allerdings einen großen Unterschied z.B.
zwischen Deutschland und Frankreich: in D stehen in der
Politik die Interessen der Konzerne an erster Stelle, in F ist
es der Schutz der Verbraucher, da müssen Konzerne
zurückstehen!

Ach so ja, die Franzmänner. Immer vorne mit dabei, wenn es um harten Wettbewerb geht:wink:
Ich befüchte, die Franzosen sind ungefähr das letzte Land in Europa, mit dem man sich in Bezug auf Wettbewerb vergleichen sollte. F betreibt meines Erachtens hochgradig wettbewerbsfeindliche Industriepolitik, sobald die Interessen der franz. Konzerne gefährdet sind.

Grüße
Jürgen

Moin,

warum willst Du alles viel billiger haben? Deine Entscheidung (d.h. die Entscheidung des Konsumenten), immer alles billiger haben zu wollen, führt letztendlich zum Verlust von Arbeitsplätzen und ganzen Industriezweigen aus Deinem direkten Umfeld, zur Vernichtung von Natur, zum Brechen von Arbeitsrechten weltweit …

Nein, ich will gar nicht alles billiger haben.
Ich lehne es ab, mir meine Semmeln 5c billiger zu kaufen, wenn ich sie mir selber verpacke, ich lehne es ab, chinesischen billig-Schrott zu kaufen, wenn ich hochwertige europ. Ware dafür bekomme, ich kaufe fair gehandelten Kaffee, ich kaufe Bio-Sachen, die aus meiner Region stammen, ich kaufe hochwertige, maßkonfektionierte Kleidung etc.

(Und ich akzeptiere, dass ich dann und wann nur ein Feigenblatt für mich kaufe, aber das ist ein anderes Thema)

Nur durch unsere tägliche Entscheidung wird die Globalisierung zu dem, was sie ist. Und wie gesagt: Ich zumindest kauf lieber weniger als billiger. Und habe dann noch in 5 Jahren einen Arbeitsplatz hier.

Grüße
Jürgen

hallo cantate

vielen dank für die tipps, das schaue ich mir gerne einmal genauer an.

viele grüsse louis

Moin,

warum willst Du alles viel billiger haben? Deine Entscheidung
(d.h. die Entscheidung des Konsumenten), immer alles billiger
haben zu wollen, führt letztendlich zum Verlust von
Arbeitsplätzen und ganzen Industriezweigen aus Deinem direkten
Umfeld, zur Vernichtung von Natur, zum Brechen von
Arbeitsrechten weltweit …

ein grund hierfür ist sicher die einführung des euro. es wundert mich, dass hierüber kaum noch gesprochen wird, aber hier wurde doch sprungartig alles viel teurer, aber unsere löhne sind gleich geblieben.

Nein, ich will gar nicht alles billiger haben.
Ich lehne es ab, mir meine Semmeln 5c billiger zu kaufen, wenn
ich sie mir selber verpacke, ich lehne es ab, chinesischen
billig-Schrott zu kaufen, wenn ich hochwertige europ. Ware
dafür bekomme, ich kaufe fair gehandelten Kaffee, ich kaufe
Bio-Sachen, die aus meiner Region stammen, ich kaufe
hochwertige, maßkonfektionierte Kleidung etc.

hier spreche ich auch von den grossen. der bäcker ist ja auch nur ein glied der kette.

mit den grossen meine ich telekommunikation, energie, rohstofflieferanten, grosshandel usw. wie rechtfertigen sie, dass sie milliarden gewinne einfahren aber trotzdem immer teurer werden oder stellen abbauen.

(Und ich akzeptiere, dass ich dann und wann nur ein
Feigenblatt für mich kaufe, aber das ist ein anderes Thema)

Nur durch unsere tägliche Entscheidung wird die Globalisierung
zu dem, was sie ist. Und wie gesagt: Ich zumindest kauf lieber
weniger als billiger. Und habe dann noch in 5 Jahren einen
Arbeitsplatz hier.

zu deiner einstellung gibt’s ein gutes sprichwort: qualität zu kaufen ist die beste art der sparsamkeit

vg louis

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Moin,

Es gibt allerdings einen großen Unterschied z.B.
zwischen Deutschland und Frankreich: in D stehen in der
Politik die Interessen der Konzerne an erster Stelle, in F ist
es der Schutz der Verbraucher, da müssen Konzerne
zurückstehen!

Ach so ja, die Franzmänner. Immer vorne mit dabei, wenn es um
harten Wettbewerb geht:wink:
Ich befüchte, die Franzosen sind ungefähr das letzte Land in
Europa, mit dem man sich in Bezug auf Wettbewerb vergleichen
sollte. F betreibt meines Erachtens hochgradig
wettbewerbsfeindliche Industriepolitik, sobald die Interessen
der franz. Konzerne gefährdet sind.

Bitte beachten, daß ich hier einen Vergleich bezügl. Verbraucherschutz und nicht des Wettbewerbs allgemein machte.

Daß Frankreich seine Industrie vor feindlichen Übernahmen, besonders jetzt in der Wirtschaftskrise schützt, ist auch klar. Das ist einerseits zwar wettbewerbsfeindlich, andererseits ist meine persönliche Meinung dazu, daß dies gerade jetzt sehr sinnvoll ist.

Siehe z.B. das deutsche Problem mit Opel, im Besitz von GM - wie kann man hier das deutsche Unternehmen schützen und erhalten, falls GM da nicht mitspielt? Und wäre das Problem vielleicht gar nicht erst entstanden, wenn die Gewinne in Deutschland geblieben wären, statt an GM abzufließen? Es ist sicher nicht immer falsch, wenn ein zu unterstützendes Unternehmen, in deutschem Besitz bleibt und die Hilfen auch dort ankommen wo sie hin sollen.

Frankreich setzt in vielen Dingen seine eigenen Interessen vor die der EU. Und wieder meine persönliche Meinung: Deutschland sollte das auch etwas mehr tun. Das kann auch in einer Form geschehen, die die EU nicht gefärdet, denn wenn es einem Land gelingt seine Wirtschaft und Arbeitsplätze zu sichern, wird das auch den anderen Ländrn zugute kommen. Es gibt viele Gründe pro und contra… Ein Patentrezept gibt es wohl nicht.

Gruß,
Cantate