Hallo Anin,
die Aufgabe erscheint für eine eindeutige Lösung irgendwie unvollständig, deshalb hier eine Antwort aus der Praxis:
Als Sicherheitsbestand würde ich grundsätzlich mindestens denjenigen Bestand definieren, den ich während der Wiederbeschaffungszeit verbrauche. Im vorliegenden Beispiel gibt die Verbrauchsreihe Auskunft über den durchschnittlichen Verbrauch pro Tag: 87,2 Stück.
Theoretisch würde ich also einen 5-Tages-Verbrauch (436 Stück) als Sicherheitsbestand definieren.
Das vorliegende Beispiel zeigt aber auch eine Spannweite der jeweiligen Verbrauchswerte. Um also wirklich sicher sicher zu sein, würde ich den maximalen Verbrauchswert aus der Vergangenheit ansetzen, d.h. 133 Stück pro Tag, also ein 5-Tagesverbrauch von 665 Stück.
Der Bestellzeitpunkt ist demgemäß bei Unterschreitung dieses Bestandes erreicht. Das wäre im vorliegenden Falle im Verlaufe des 18.10. gewesen. An diesem Tage hätten wir 665 Stück bestellen müssen.
Über die dreitägige Lieferfrist brauchen wir nicht weiter nachzudenken, wenn wir davon ausgehen müssen, in jedem Falle mehr als 100 Stück bestellen zu müssen.
Soweit zu dem, was die beschriebene Aufgabenstellung hergibt.
In der Praxis - aber auch in der Theorie - spielen jedoch weitere wichtige Faktoren eine Rolle, die in der Aufgabenstellung offensichtlich nicht enthalten sind.
In erster Linie stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, immer kurz vor Auslaufen des Bestandes zu bestellen. Das hängt davon ab, welche Kosten die gelagerte Menge verursacht (Gebundenes Kapital, Lagerkosten), weil ich diese vielleicht minimieren möchte, und ob ich den erwarteten Verbrauch pro Tag wirklich so sicher eingrenzen kann.
Auch stellt sich die Frage, wieviel der Beschaffungsprozeß selbst kostet (Transportkosten, Verpackung, Versicherung, Personalzeit), so daß ich ja vielleicht lieber weniger oft, aber dafür größere Mengen bestellen würde. Schließlich ist in der Regel auch der Stückpreis für die Abnahme einer größeren Menge beim Lieferanten geringer.
Ich hoffe, diese Gedanken konnten ein wenig weiterhelfen.
Grüße,
Chrizz