Stehe kurz vor meiner Existenzgründung als selbständiger Kurier. An alle, die sich in diesem Bereich auskennen:
1.) Leerfahrten sind teuer und doch oft unvermeidlich. Kann man sie - z.B. zum reduzierten Fahrpreis - dem Kunden in Rechnung stellen? Wäre es besser, in diesem Fall eine Stundenpauschale anzusetzen?
2.) Brauche zum Einstieg sicherlich eine Transportbörse. Welche sind wirklich zu empfehlen?
3.) Was ist von Angeboten zu halten, als Subunternehmer für ein größeres Kurier- oder Transportunternehmen zu arbeiten?
Schon jetzt herzlichen Dank an alle, die sich die Mühe einer kompetenten Antwort machen!!!
Kurier
Hallo,
ohne mich in der Branche auszukennen, sage ich mal.
1.) Leerfahrten sind teuer und doch oft unvermeidlich.
Wer seriös kalkuliert, rechnet so, daß er völlig ohne Rückfracht mindestens seine Kosten (natürlich inklusive eigenem Lohn!) gedeckt hat.
Cu Rene
Hallo,
schön wär’s… aber du sagtest ja schon, dass du dich in der Branche nicht auskennst…
Um dir mal ein Beispiel zu geben:
Vor über 30 Jahren fing ich an, Aufträge an Kurierdienste zu geben - eine branchenübliche Abrechnung war DM 1,40 der gefahrene Kilometer - also z… Frankfurt-Hamburg und zurueck entsprechend ca 700 Euro
Heute kaufe ich solch eine Leistung ein fuer 0,60 den Lastkilometer - also fuer 300.-
Sicherlich helfen die zahlreichen Frachtbörsen, Leerfahrten zu vermeiden, aber das klappt nicht immer.
Die Aufträge an Direktkuriere dürften auch deutlich abgenommen haben, seitdem die Big Players, wie UPS, TNT, FEDEX relativ zuverlässig ihre zugesagten Laufzeiten bedienen.
Und wenn ich tatsächlich den Direktkurier einsetze, dann erwarte ich eine umgehende Performance - da hat er kaum Zeit, sich um Rückfrachten zu kümmern, da meist kein Büro mit dranhängt, das sich um sowas kümmert.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum so viele Sprinterfahrer auf der Autobahn während der Fahrt mit ihren I-phones rumspielen… Irgendwie muss man ja an Rückfrachten kommen…
Gruss
Hummel
Hallo, Antworten an deine Fragen rangehängt:
1.) Leerfahrten sind teuer und doch oft unvermeidlich. Kann
man sie - z.B. zum reduzierten Fahrpreis - dem Kunden in
Rechnung stellen? Wäre es besser, in diesem Fall eine
Stundenpauschale anzusetzen?
Das ist illusorisch! Wie willst du auf Stundenbasis abrechnen, wenn du eine lange Strecke hast? Wenn du eine Tour nach Lissabon bekommen hast, dann wirst du fast jeden Preis bei Rückfracht akzeptieren, um einigermaßen über die Runden zu kommen…
Realistisch sind komplette Sprinterladungen - meist noch 20% überladen für sehr wenige hundert Euro
2.) Brauche zum Einstieg sicherlich eine Transportbörse.
Welche sind wirklich zu empfehlen?
Dazu kann dir ein aktiver Kollege sicher konkret was sagen
3.) Was ist von Angeboten zu halten, als Subunternehmer für
ein größeres Kurier- oder Transportunternehmen zu arbeiten?
Ich halte davon gar nichts, denn die Vergütung ist kaum kostendeckend und oft wird das Versicherungsproblem auf dich abgewälzt.
Bei Hermes gibt es z.B. z.Zt was um die 0,80 pro Ausrollung, d.h. bei 100 belieferten Kunden hast du 80.- eingenommen.
Das musst du versteuern, dein Auto tanken, reparieren, dich versichern und bist dafür ca 12 Stunden auf den Beinen…
Weiss echt nicht, was daran noch lukrativ sein soll
Gruss
Hummel
Hallo,
Heute kaufe ich solch eine Leistung ein fuer 0,60 den
Lastkilometer - also fuer 300.-
Das ist mir (ohne, daß ich jetzt Details kenne) klar, aber seriös ist das nicht kalkuliert. Ich sehe die Fahrer schon bei der Arge als Aufstocker anstehen. Wenn ich schon zur Arge muß, dann tue ich mir den Streß als Kurierfahrer nicht auch noch an, da kann ich dann auch in der Systemgastronomie Burger braten und habe wenigstens einigermaßen geregelte Arbeitszeiten.
Cu Rene
Guten Tag!
Leerfahrten lassen sich in den Preis mit reinrechnen, aber nicht immer.
du musst dir gedanken machen, was du pro/km brauchst und so kannst du die leerfahrten mit rein nehmen. doch nicht jeder zahlt den km/preis den du brauchst um die kosten einiger maßen zudecken.
Was die protale angeht kenne ich zwei
E.L.V.I.S oder das Imo-com dort findest du in der regel auch minderfrachten.
Was das fahren als subunternehmer angeht ist ein einfacher einstieg in diesen Bereich, doch auf dauer halte ich persönlich nicht davon.
auch ist die frage möchtest du für ein unternehmen fahren oder für zwei- drei. Oder wie groß soll dein radius sein in dem du tätig sein möchtest. also du siehst viel fragen die du erst klären sollstest. auch die art der frachten die du befördern willst musst du klären.
möchtest ADR fahren oder nicht oder stückgut, packetdienst und so weiter.
Mache dir erst mal in ruhe gedanken was du eigentlich genau möchtest und lege schritt für schritt los
mfg woolfen