Hallo!
Demnächst betreibe ich einen Internet-Versandhandel. Wie formuliere ich am besten eine Anfrage an den Vertrieb/Hersteller der Produkte die ich verkaufen will? Was sollte die Anfrage alles beinhalten, auch eine Kopie des Gewerbescheins?
Demnächst betreibe ich einen Internet-Versandhandel. Wie
formuliere ich am besten eine Anfrage an den
Vertrieb/Hersteller der Produkte die ich verkaufen will? Was
sollte die Anfrage alles beinhalten, auch eine Kopie des
Gewerbescheins?
Hallo Oliver,
Dein Gewerbeschein interessiert bei solcher Aktion niemanden.
Auf meinem Schreibtisch landen jeden Tag was weiß ich wieviele Angebote der unterschiedlichsten Art. Ich habe weder Zeit noch Lust, mir dieses Zeuchs auch nur anzusehen. Also wandern solche Sachen ungelesen ins Altpapier. So geht es fast allen, egal ob Sachbearbeiter oder Chef.
Ganz anders sieht es schon bei persönlichen Anschreiben aus und wenn ich zudem den Absender kenne. Das heißt für Dich, daß ein Anschreiben erst der zweite Schritt sein darf. Du brauchst den persönlichen Kontakt, brauchst namentlich den Ansprechpartner. Sobald Du eine Firma mit „sehr geehrte Damen und Herren“ kontaktierst, ist es schade um das Porto.
Wenn Du den zuständigen Menschen recherchiert hast, verfaßt Du ein KURZES Schreiben (auf keinen Fall eine ganze Textseite, das liest niemand), in dem nur steht, daß es um eine neue vertriebsorientierte Internet-Plattform geht. Außerdem kündigst Du in den nächsten Tagen Deinen Anruf an. Nach ein paar Tagen folgt dann das Telefonat für alles Nähere. Selbstverständlich weißt Du über Produkte und bisherige Vertriebswege der kontakteten Firma Bescheid. Sonst bekommt Dein Gesprächspartner nach den ersten Sätzen den Eindruck, daß Du ihm die Zeit stiehlst. Dieses Telefonat führst Du nicht Freitag kurz vor Feierabend und auch nicht Montag früh.
So oder ähnlich kann es laufen, aber stets über den persönlichen Kontakt.
Gruß
Wolfgang
Demnächst betreibe ich einen Internet-Versandhandel. Wie
formuliere ich am besten eine Anfrage an den
Vertrieb/Hersteller der Produkte die ich verkaufen will? Was
sollte die Anfrage alles beinhalten, auch eine Kopie des
Gewerbescheins?
Hallo Wolfgang,
nun bin ich doch ein wenig irritiert…
Dein Gewerbeschein interessiert bei solcher Aktion niemanden.
Wenn ich als Händler eine Anfrage stelle, benötigt der Großhändler doch meinen Gewerbenachweis, um mir entsprechende Händlerinformationen geben zu können - sonst werde ich doch als Endkunde behandelt.
Das jedenfalls sind meine Erfahrungen.
Mein Partner hat einen Handel mit Computerzubehör und ich habe für ihn genau diese Anfragen gestellt, die Oliver nun stellen möchte.
Ich habe diese Firmen telefonisch kontaktiert und wurde
generell nach dem Gewerbenachweis gefragt, den ich dann faxte.
Erst nach Erhalt dieses Gewerbenachweises bekam ich die für mich wichtigen Infos.
Auf meinem Schreibtisch landen jeden Tag was weiß ich wieviele
Angebote der unterschiedlichsten Art.
Angebote ?!
Oliver möchte doch aber Anfragen stellen…
Ich habe weder Zeit noch
Lust, mir dieses Zeuchs auch nur anzusehen. Also wandern
solche Sachen ungelesen ins Altpapier. So geht es fast allen,
egal ob Sachbearbeiter oder Chef.
Bezüglich diverser Angebote magst du recht haben, aber Anfragen werden anders behandelt.
Hinter jeder korrekt formulierten Anfrage steckt ein potentieller Neukunde.
Wenn Du den zuständigen Menschen recherchiert hast, verfaßt Du
ein KURZES Schreiben (auf keinen Fall eine ganze Textseite,
das liest niemand), in dem nur steht, daß es um eine neue
vertriebsorientierte Internet-Plattform geht. Außerdem
kündigst Du in den nächsten Tagen Deinen Anruf an. Nach ein
paar Tagen folgt dann das Telefonat für alles Nähere.
Selbstverständlich weißt Du über Produkte und bisherige
Vertriebswege der kontakteten Firma Bescheid.
Woher soll ich denn wissen, welche Vertriebswege die Firmen bisher hatten ?
Auch alle Produkte kann ich nicht kennen - sicher weiß ich, dass sie zum Beispiel ein Großhandel für Computerkabel sind.
Welche Kabel sie genau vertreiben erfahre ich erst, nachdem ich in Kontakt stehe.
Sonst bekommt
Dein Gesprächspartner nach den ersten Sätzen den Eindruck, daß
Du ihm die Zeit stiehlst.
Diese Erfahrung kann ich nun absolut nicht teilen.
Als ich mit diversen Firmen telefonierte habe ich eher gedacht, die würden mir meine Zeit stehlen.
Ich formulierte eine klare Frage und bekam meistens eine sehr umfassende Antwort…oft zu umfassend.
Dieses Telefonat führst Du nicht
Freitag kurz vor Feierabend und auch nicht Montag früh.
Das ist allerdings richtig.
So oder ähnlich kann es laufen, aber stets über den
persönlichen Kontakt.
Nachdem ich vier Tage lang am Telefon klemmte, um alle Firmen, die für mich interessant waren, durch zu telefonieren, hatte ich es satt…ich schickte alle meine Anfragen per Fax.
Dort formulierte ich nur einen sehr kurzen Text mit meiner genauen Anfrage und sendete auch gleich den Gewerbenachweis mit -
ich bekam von fast allen Firmen ein Feedback.
Einige konnten die Produkte, die ich suchte, nicht anbieten -
andere wiederum machten mir gleich ein umfassendes Angebot mit sämtlichen Konditionen und wieder andere wollten sich um die Produkte bemühen und setzten sich später noch mal mit mir in Kontakt.
Ich denke, Anfragen werden völlig anders behandelt als Angebote.
Oder habe ich dein Posting völlig falsch verstanden ?
Viele Grüße,
Vanessa
Hallo Vanessa,
es gibt natürlich Branchen, wo sich Bastler und Freaks am Tresen die Beine in den Bauch stehen und dann erzählt ein milchgesichtiger Gymnasiast was von Handel, um ein paar Groschen zu sparen. Ein anderer setzt hochwichtig ein Schreiben auf, schwafelt was von weltweitem Vertrieb, um für ein Laufwerk ein paar Prozent Rabatt zu bekommen. Um dem Privatmenschen, der auf die dumme Tour ein Schnäppchen machen möchte, die Zähne zu ziehen, fragt ihn der Aushilfsverkäufer nach dem Gewerbeschein.
Wenn also die Frage nach dem Gewerbeschein kommt, ist an der Kontaktaufnahme etwas schief gelaufen und man redet mit den falschen Leuten. Jedenfalls wird man offenkundig in die Schublade des Kleinabnehmers und nicht des ernst zu nehmenden Vertriebspartners gepackt.
Den Hersteller oder Großhändler interessieren ganz andere Dinge, nämlich Vertriebskonzept, Abnahmemengen, Finanzierung, Zahlungsweisen, Bonität. Wenn sich ein Kontakt am Ende in der Lieferung einer Verpackungseinheit Druckerkabel erschöpft und das Geld wenn überhaupt erst nach der soundsovielten Mahnung kommt, lohnt sich für ihn nicht einmal das Einrichten eines Kundenkontos.
Meine Kernaussage war aber, daß jeglicher Kontakt personalisiert stattfinden muß. Man schreibt tunlichst nie an die Firma, sondern immer an eine Person in der Firma und dies selbstverständlich mit der korrekten Abteilungsbezeichnung. Was nützt es, an Firma XYZ AG einen Brief zu schreiben, wenn nicht einmal die Möglichkeit des Nachfassens besteht, weil man nicht den Schatten einer Ahnung hat, in welchem Papierkorb des Unternehmens der Brief gelandet sein könnte.
Grundsätzlich muß man unterscheiden, ob man Kontaktanbahnung über die Masse realisiert und dabei hohe Streuverluste in Kauf nimmt oder ob man Bemühungen gezielt auf bestimmte Unternehmen focussiert. Im ersten Fall kann man nicht viel Mühe in den Einzelkontakt investieren, hat aber nur eine Erfolgsquote im Bereich einstelliger Prozentzahlen - wenn überhaupt. Im zweiten Fall, sorgfältige Vorbereitung vorausgesetzt, kann man beinahe 100% Trefferquote erreichen. Und wenn ich mir Hersteller oder Großhändler suche, deren Produkte ich vertreiben möchte, dann geht es auf beiden Seiten handverlesen zu. Dann redet man nicht mit der Tresen- oder Telefonakquise-Ebene, dann verhandelt man mit der ersten Garnitur. Dabei hat man natürlich etwas zum Vorzeigen, ein überzeugendes Konzept, eine Musterdarstellung der Internet-Seite und nicht zuletzt sich selbst. Sch*** auf irgendwelche Amtsstempel. Den Gewerbeschein kann sich jeder Hansel abholen. Die dahinter stehende Persönlichkeit ist entscheidend, sonst nichts.
Von einer anderen Seite betrachtet: Um überhaupt zu akzeptablen Einkaufspreisen zu kommen, die nicht der Jedermannmarkt um die Ecke auch bietet, braucht man eigentlich überall im Handel mindestens 6stellige Umsätze. Es geht also auch um Lieferantenkredit und/oder Kommissionsware in dieser Höhe. Und sowas funktioniert nirgends durch Vorlage eines Gewerbescheins *hüstel* oder per Brief mit „sehr geehrte Damen und Herren“.
Gruß
Wolfgang
lieber wolfgang,
zu deiner beschreibung ein nettes beispiel:
ich habe für eine firma die 10 jahre besteht (gmbh) anfragen an verschiedene lieferanten gestellt.
es sollte eine neue möbelserie enstehen, für die spezielle holz- und glas-angebote eingeholt werden mußten.
es wurden vornehmlich firmen angeschrieben, angerufen oder über vertreterbesuche in der anfragenden firma empfangen, die ganz konkret die anfragen hätten erfüllen können. bzw. firmen, die durch ihre eigenen mailings (personalisiert an den gf) auf sich aufmerksam gemacht haben.
dauer der angebotserstellung: bis zu 3 wochen
häufigkeit der nachfrage wan angebot kommt: ca. 3mal
der größte gag, eine der firmen, war in der nachbarschaft.
es ging um mengenabnahmen in container, bzw. lkw-mengen zunächst pro monat mit ziel pro woche.
soviel zum deutschen verkaufsbeamten
winkel
grundsätzlich gibt es da wohl keine „gesetze“.
firmen, die „satt“ sind und von einem kunden korrekt adressierte und „formal richtig ausgefüllte“ kaufanfragen verlangen und dann auch noch lange antwortzeiten haben, würde ich von voreherein von meiner lieferantenliste streichen.
so würde ich es machen (und habe es schon gemacht):
man stellt eine liste mit potenziellen lieferanten zusammen. wenn man nicht direkt im 6-stelligen bereich jahresumsätze mit den entsprechenden produkten erzielen möchte, dann eignen sich zwischenhändler. die bekommen je nach dem einen super preis vom hersteller - und können einem bei entsprechenden verhandlungen auch einen entsprechend guten preis machen.
die kontaktaufnahme entsteht telefonisch. die zwischenhändler haben vertreter, die eine verkaufsprovision bekommen.
es stellt überhaupt kein problem für den vertreter dar, einen potentiellen kunden überall in deutschland zu besuchen und entsprechende angebots- und sortimentslisten mitzubringen.
man trifft sich also im geschäft (bei einem internetvertrieb gibt es ja auch „geschäftsräume“), skizziert dem vertreter kurz die Firmenabläufe und spricht über eine erste bestellung. handeln ist hier unbedingt notwendig - die meisten vetreter bieten von sich aus bereits einen rabatt an. natürlich darf es dabei nicht bleiben…
ich habe aber auch schon vertreter von größeren firmen bei mir gehabt - einige haben ihren vertrieb entsprechend selbst organisiert.
ruft die firmen an und fragt einfach nach - man muß da kein experte sein. einige sind vielleicht unfreundlich und bieten die entsendung von informationsmaterial etc. an - das kann man dann annehmen, aber geschäfte macht man so nicht.
jedes geschäft (auch in der pc-branche) mit einem ladenlokal bekommt besuche von produktvertretern (und ist der umsatz noch so klein). da der E-Comerce ähnliche strukturen wie ein ladenlokal aufweist, funktioniert das genauso.
grüße patrick