Mit dem Jahreswechsel, bzw. um genau zu sein, mit dem Ende der Übergangsfrist mit Ablauf des 28.02.02 verliert bekanntlich die DM ihre Gültigkeit als gesetzliches Zahlungsmittel. Dies ist zumindest in Deutschland und im EU-Ausland sowieso der Fall.
Aber stirbt die DM wirklich überall aus? Vor zwei Jahren wurde die DM im Kosovo und ich glaube auch in Montenegro zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Bei der Festlegung der Länder, die bei der EURO-Einführung mit dabei sein durften, wurden strenge Stabilitätskriterien angelegt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ausgerechnet in diesen ehemals jugoslawischen Gebieten diese Kriterien erfüllt werden. Was passiert dort nach dem Jahreswechsel? Gehören Kosovo und Montenegro dann ebenfalls zur EURO-Zone, gibt es dann dort eine ganz neue Währung oder bleiben diese Gegenden gar DM-Land? Weiß hier dazu jemand etwas? Für eure Antworten schon mal vielen Dank!
da die DM als offizielles Zahlungsmittel und somit auch in der Bedeutung als tauschbare Währung in anderen Ländern wegfällt, wird auch diesen nichts anderes übrig bleiben, als sich von der Mark zu verabschieden. Die von Dir genannten Fälle sind ohnehin von zweifelhafter Rechtsgrundlage, denn ohne Einwilligung des herausgebenden Staates kann ein anderes Land eine fremde Währung nicht zu offiziellen Währung machen. Allerdings ist dies faktisch recht häufig der Fall, weil bestimmte Weichwährungen einen so schlechtenRuf haben, dass man sich eben andere, stabilere Währungen sucht. So ist z.B. der amerikanische Dollar in vielen Ländern faktisch Landeswährung, auch wenn es offizielle nationale Währungen gibt. Rechtsansprüche können die verwendenden Länder aus solchen oder sogar offiziellen Konstruktionen gegen die herausgebenden Länder natürlich nicht herleiten. So werden dann jetzt auch die fremden DM-Verwender einfach wieder ungefragt ihre DM in Euro oder USD tauschen und damit weiterarbeiten. Eine Stabilitätsgefahr für den Euro dürfte dies aber nicht bedeuten, weil das Verhältnis des so gehandelten Euro zum offiziell gehandelten Euro viel zu gering ist.
Gruß vom Wiz
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Es ist mir schon klar, dass es bestimmte Länder gibt, in denen man lieber mit DM oder Dollar bezahlt als in der offiziellen Landeswährung. Nur hatte ich diesen Fall eben etwas anders in Erinnerung. Irgendwie habe ich immer noch im Hinterkopf, dass es da einen offizielen Beschluss gab, die DM einzuführen. Kosovo und Montenegro können diesen Beschluss, wenn es ihn denn gab, nicht gefasst haben; denn sie sind keine selbstständigen Staaten, sondern gehören zu Serbien und damit zu Rest-Jugoslawien. Deshalb können sie keine eigenen währungspolitischen Beschlüsse fassen. Aber ich denke schon, dass Du Recht hast. Denn ganz logisch kam mir die DM-Einführung in diesen Gebieten im Hinblick auf die Einführung des EUROs noch nie vor.
ja, die Beschlüsse gab es schon, müsste mal nachsehen, wer das bescholossen hat. Allerdings hat man die Bundesregierung hierzu gar nicht gefragt, und so ist das völkerrechtlich natürlich bedeutungslos. Sie haben quasi unsere Währung einfach nur in der Form genommen, als sie unsere freizügig tauschbaren Münzen und Scheine verwenden. Eine Währung ist dies aber für sie selbst noch lange nicht, denn es gibt natürlich keine eigene Staatshaftung für dieses Geld und die Bundesrepublik kann natürlich auch keine grundsätzliche und generelle Haftung hierfür übernehmen. Ärgerlich ist daran aber, dass im Einzelfall diese Haftung natürlich gegeben ist, weil es ja nur eine DM gibt, und die Staatshaftung somit im Einzelfall natürlich unabhängig davon besteht, ob ein Deutscher sie in Deutschland oder dem Ausland verwendet, bzw. ob ein Ausländer sie hier oder im Ausland verwendet. Wenn der Schein wieder bei uns hier landet, ist er wieder genau so einzulösen, wie ein Schein, der nie unser Land verlassen hat.
BTW: Kleine Euro-Geschichte am Rande: Auch in Übersee wird der Euro jetzt in einigen Gebieten eingeführt. Es handelt sich dabei um die Protektorate von EU-Ländern, die der Währungsunion beigetreten sind, in denen bislang die nationalen Währungen offizielle Währung waren. Also beim nächsten Karibikurlaub auf Reunion z.B. brauchst Du auch kein Geld tauschen.
Gruß vom Wiz
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es handelt sich um Bosnien-Herzegovina, nicht um die anderen genannten.
Dort wurde die „konvertible Mark“ als offizielle Währung eingeführt, diese wurde im Kurs 1:1 an die DM gebunden.
Nunmehr wäre die Bindung 1:1,95583 an den Euro.
Die Meldung „DM ist offizielles Zahlungsmittel in …“ stimmt also nicht ganz, ließ sich aber natürlich besser verkaufen.