Hallo,
das kann letztlich nur ein Fachmann für schweizer Zollrecht beantworten… ich kenne mich eher mit deutscher Importverzollung aus, kann Dir aber schildern was hier zu beachten wäre - vermutlich läuft es in der Schweiz nicht gänzlich anders.
ein deutsches Unternehmen möchte selber entwickelte und
hergestellte Software als Neuware an eine Privatperson in die
Schweiz verkaufen.
Warenwert 30,00 Euro.
Kein Problem. Eine Ausfuhranmeldung muß das deutsche Unternehmen erst ab einem Warenwert von 1000 EUR vornehmen - hier also nicht erforderlich.
Der schweizer Zoll wird sich an den dortigen Einführer halten und von diesem ggf. Zoll und Einfuhrumsatzsteuer verlangen. Das ist grundsätzlich aber kein Problem des deutschen Unternehmens sondern darum muß sich der Einführer in der Schweiz kümmern.
Theoretisch könnte man die Sendung so verschicken daß die Einfuhrabgaben der Schweiz an den deutschen Versender rückbelastet werden, das geht aber nicht wenn man das Paket am Postschalter aufgibt, sondern nur wenn das Unternehmen Kunde bei einem Lieferdienst wie DHL, FedEx, etc. ist und diese die Einfuhrabgaben auf das Konto des Versenders belasten. Allerdings wäre dieser Aufwand relativ groß, das macht nur dann Sinn wenn man Kunde eines dieser Lieferdienste ist.
Was kostet die Verzollung?
Keine Ahnung wie die Zolltarife in der Schweiz sind. Aber bei einem Warenwert von 30 EUR kann es nicht sehr teuer werden. Bei der Einfuhr nach Deutschland würde man für eine CD-Rom mit Software keinen Zoll, aber 16% Einfuhrumsatzsteuer bezahlen.
Muß das über das Zollamt gehen, oder kann das die Post auch
abwickeln?
Ich denke daß das auch die Post abwickelt…
Muß der Kunde in der Schweiz auch etwas zahlen, oder kann das
alles
von Deutschland aus erledigt werden?
Siehe oben.
Wichtig ist daß Du eine detaillierte Handelsrechnung beifügst, die aussen am Paket angebracht sein muß (Es gibt dafür durchsichtige Plastikhüllen, in die man sowas reinsteckt - hat jedes Postamt vorrätig).
Auf der Rechnung sollte groß „Handelsrechnung“ oder englisch INVOICE, bei einer Mustersendung PROFORMA INVOICE, stehen. Weiter müssen aufgeführt sein Name und Adresse von Absender und Empfänger, am besten mit Telefonnummer für Rückfragen.
Außerdem sollten da stehen: natürlich die Warenbeschreibung, Anzahl, sowie das Herkunftsland und der Warenwert. Sehr professionell wirkt es wenn Du auch noch die Warentarifnummer aufführst. Perfekt wäre also:
Anzahl | Warenbeschreibung | Warentarifnummer | Ursprung | Wert
1 | CD-Rom m. Software „Blabla“ | 8524.3100.000 | DE | 30 EUR
Unterschrift und Datum nicht vergessen, fertig.
Das sollte dann kein Problem beim Zoll geben und bei 30 EUR Warenwert können die Einfuhrabgaben nicht so sehr teuer sein.
Gruß,
MecFleih