Ware in USA kaufen: Erfahrungsbericht mit Fragen!

Hat zwar niemand danach gefragt, aber es kommt hier immer wieder auf, daher meine ganz aktuelle Erfahrung dazu:
Ich habe ein Notebook in USA bestellt (bei einem normalen PC Riesenhändler). Hier mal sämtliche Kosten:

  1. PC Preis: USD 749
  2. Porto: USD 37 (Anmerkung: es wurde mit US Mail (also der „Deutschen Post von USA“ verschickt. Man bekommt keine Tracking Nummer. Der Versand war ca. 1 Woche. Die Tatsächlichen Portokosten (hatte ich auf der Rechnung gesehen) waren nicht USD 37 sondern USD 15,73. Das bedeutet: das Shipping und HANDLING lassen sich die Amerikaner hoch bezahlen UND die deutschen zahlen extrem viel für ihre Post… Ich denke für umgerechnet 13 Euro bekommt man nicht viel von Deutschland nach USA mit DHL!?! naja egal. Auf alle Fälle hätten die anderen Anbieter (UPS etc) das 3-4fache gekostet (also bis 120 USD)!!! Darauf wollte ich verzichten)
  3. Da ich über internationale Überweisung bezahlen musste (meine Kreditkarte wurde aus welchem Grund auch immer nicht akzeptiert) kamen nochmal USD 20 hinzu.

ERGO: Ich bezahlte an das Unternehmen USD 806 (Euro 671).

Nun zum Zoll: da mit US Mail verschickt und daher mit Deutscher Post angeliefert, musste ich das Geld für Zoll direkt und bar an den Postmann zahlen (dazu musste ich erst zum Geldautomaten fahren etc, da ich nicht genug Bargeld an mir hatte. mit Karte kann man bei den Postmenschen nicht bezahlen…). Die Zollgebühren betrugen Euro 105,93 und errechnen sich folgendermaßen:
von dem PC Wert (749 USD) plus Porto (37 USD) = 786 USD rechnete der Zoll den Eurowert aus = 662,06 Euro. Diese 662,06 USD waren Grundlage für 16% Einfuhrumsatzsteuer = 105,93 Euro. Dieses Geld musste ich - wie gesagt - bar an den Postboten bezahlen.

Ergo: der PC hat mich - ganz legal und ohne schlechtes Gewissen - Euro 671 + Euro 105,93 = 776,93 Euro gekostet. Der deutsche Listenpreis des Notebooks ist bei 1500 Euro, der momentane ebay Wert (oder Saturn, MediaMarkt etc) etwa 1100 Euro.

Soviel mal zu den Gewinnspannen - bei guten Deals! Es gibt auch schlechte Deals, wer den Markt kennt ist im Vorteil.

Nun noch zwei abschließende Bewertungen:

  1. ich habe hier im Netz von Zollgebühren gelesen. Also neben den 16% Einfuhrumsatzsteuer noch X% Zollgebühren. Vielleicht kommen die noch getrennt auf mich zu!?! Oder ist das ein Märchen? Auf der offiziellen Zollrechnung sind bei mir nur - wie oben beschrieben - 16% aufgerechnet. Weiß hier jemand bescheid?

  2. etwas unfair ist: der internationale Käufer zahlt ja an zwei Staaten zweimal Steuer! D.h. ich habe Deutschland 16% bezahlt UND im USA Kaufpreis sind ja auch X% Steuer (ist in jedem Bundesstaat anders) bezahlt worden. Mit dem so genannten Tax Refund kann man sich die USA Steuern zurückholen. Ich habe das mal auf dem Flughafen gemacht: D.h. in USA im Laden etwas gekauft (also nicht online) und dem Verkäufer gesagt, ich bräuchte einen Tax Refund Zettel (keine Ahnung wie das genannt wurde). Damit am Flughafen in USA vor Abflug in ein Büro des Zolls gerannt (völlig stressig, keine Auskunft wird einem erteilt etc, die wollen das Geld ja nicht auszahlen, müssen aber!) und mir dort diesen Wisch bestätigen lassen und Kontonummer angegeben. Irgendwann bekam ich tatsächlich eine Überweisung, die zwar um eine Bearbeitungsgebühr kleiner war, aber immerhin… Meine Frage: kann man dieses Prozedere auch nach online Kauf machen? oder geht das nur wenn man Waren physisch vor Ort kauft!?! Jemand damit Erfahrungen?

So das wars, ein weing viel, aber ich denke für viele wichtige Information…
Gruß!

Tach,

Die Zollgebühren betrugen Euro 105,93 und
errechnen sich folgendermaßen:
von dem PC Wert (749 USD) plus Porto (37 USD) = 786 USD
rechnete der Zoll den Eurowert aus = 662,06 Euro. Diese 662,06
USD waren Grundlage für 16% Einfuhrumsatzsteuer = 105,93 Euro.
Dieses Geld musste ich - wie gesagt - bar an den Postboten
bezahlen.

Hmm, war das schon im Januar? Ich komme zu folgendem Ergebnis, aber vielleicht ist der Umrechnungskurs zur Zeit des Importes anders gewesen:
Laptops, Position 8471 3000 000 des EZT (siehe http://europa.eu.int/comm/taxation_customs/dds/cgi-b… , sind zollfrei, also fällt nur die EuSt in Höhe von 16% an. Diese wird allerdings nicht nur auf den Warenwert, sondern auch die Frachtkosten gerechnet.

Der amtliche Februar-Umrechnungskurs sind 1 EUR = 1,21250 USD, sodaß aus Deinen 786 USD letztlich 648,25 EUR werden. 16% davon sind 103,72 EUR, die der Postmann kassiert.

Soviel mal zu den Gewinnspannen - bei guten Deals! Es gibt
auch schlechte Deals, wer den Markt kennt ist im Vorteil.

Es darf nur kein Garantiefall eintreten… Aber ansonsten war das wirklich ein guter Deal. :smile:

Nun noch zwei abschließende Bewertungen:

  1. ich habe hier im Netz von Zollgebühren gelesen. Also neben
    den 16% Einfuhrumsatzsteuer noch X% Zollgebühren. Vielleicht
    kommen die noch getrennt auf mich zu!?! Oder ist das ein
    Märchen? Auf der offiziellen Zollrechnung sind bei mir nur -
    wie oben beschrieben - 16% aufgerechnet. Weiß hier jemand
    bescheid?

Wie Du an dem Link siehst sind „elektronische Datenverarbeitungsmaschinen“ - PC’s kennt der Zoll nicht - zollfrei. Insofern kommt da nichts mehr auf Dich zu. Hättest Du Zoll bezahlen müssen wäre das, was Du dem Zusteller bezahlen mußtest, um den Zollbetrag teurer gewesen.

  1. etwas unfair ist: der internationale Käufer zahlt ja an
    zwei Staaten zweimal Steuer! D.h. ich habe Deutschland 16%
    bezahlt UND im USA Kaufpreis sind ja auch X% Steuer (ist in
    jedem Bundesstaat anders) bezahlt worden.

Stimmt. Kannste nicht ändern…

Mit dem so genannten
Tax Refund kann man sich die USA Steuern zurückholen.

Damit kenne ich mich nicht aus…

Gruß,

MecFleih

Hi Marc,

Deine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass man unbedingt vor dem Kauf von ausländischer Ware hinterfragen muss, ob der der betreffende Artikel in Deutschland zollfrei eingeführt werden darf.

Ansonsten erhält man den exakten Zollsatz anhand der „Zolltarifnummer“.

Was die amerikanische Mehrwertsteuer betrifft, hast Du vermutlich Recht. Anders ist es aber, wenn Du innerhalb der EU einkaufst: In der Regel kann der Verkäufer steuerfrei berechnen, so dass Du nur einmal die deutsche MwSt. in Höhe von zur Zeit (noch) 16 Prozent löhnen musst.

Beispiel:
Du kaufst einen Laptop in Dänemark zum Preis von 500,- Euro inkl. 20 Prozent dänischer Mehrwertsteuer, bekommst das Teil aber für 416,66 Euro netto zzgl. Versandkosten geliefert, zahlst dann inkl. deutscher MwSt. 483,33 Euro zzgl. Versand.

Gruss
Robin